Sandra Silbernagel initiiert Gemeinschaftsprojekt mit der Gemeinde St. Marien und St. Josef
„Kunst am Rand“: Von Turm zu Turm

Mittwoch, 25.03.2020, 05:48 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 06:02 Uhr
Drei Seiten des Turms sind
Drei Seiten des Turms sind Foto: kaj

Sandra Silbernagel zählt zu den sechs von Kurator Jochen Koeniger zur Teilnahme eingeladenen Künstlern. Sie hat seit 2003 ihr lichtdurchflutetes Atelier auf dem Rieselfeldhof an der Coermühle. Wenn sie mit dem Rad in die Stadt fährt, macht sie oft einen Schlenker über Kinderhaus. Denn die alte St.-Josef-Kirche schätzt sie sehr: „Man spürt und sieht, dass diese Kirche genutzt und gepflegt wird“. Sie sei auch ein Ort der Kunst mit ihren Kreuzweg-Fenstern von Silke Rehberg.

Die St.-Josef-Kirche scheine „so nah zu sein“. Sie vermittle das Gefühl, „dass man aufgefangen wird“. Durch die Architektur des Bewahrens, durch die Ausstrahlung des gepflegten Bauwerks.

Sandra Silbernagel

Sandra Silbernagel Foto: kaj

Sandra Silbernagel arbeitet seit Langem mit uralten Steinen, als Blasen heißen Magmas erkaltet – darunter große „Brocken“, 50 Tonnen schwere Monolithen, die nur mit Schwerlasttransportern bewegt werden können. Sie arbeitet auch mit kleineren, kompakten Flusssteinen vorwiegend aus der Region in Südtirol. Sie sucht Proportionen in der geschlossenen Form, zerlegt das Urgestein und setzt die Teile wieder zusammen – ein ästhetisches Abenteuer.

Für „Kunst am Rand“ sucht sie ein neues Abenteuer. Ein Gemeinschaftsprojekt soll es werden. Die Mitglieder der Gemeinde St. Marien und St. Josef sind aufgefordert, eine Antwort zu finden: Gesucht werden drei Worte für eine Lichtinstallation auf drei Seiten des Kirchturms von St. Josef – eine Reaktion auf „ja ich bin da“ auf dem Turm der Kreuzkirche.

Kreuzkirche

Kreuzkirche Foto: Oliver Werner

Es sind die vier Worte, mit denen sich Gott Moses im brennenden Dornbusch zu erkennen gibt. Pfarrer Thomas Frings hatte sie damals in der Amsterdamer Dominikus-Kirche entdeckt und mit nach Heilig Kreuz gebracht. Sandra Silbernagel schätzt diese Lichtinstallation sehr: „Ich finde sie großartig.“ Für sie implizieren die Worte „Verantwortlichkeit“ – auf vielen Ebenen.

Für das Kinderhauser Projekt „werden Worte gesucht, die auch im Gottesdienst verwendet werden können – die dann hoffentlich wieder stattfinden“, wünscht sich Sandra Silbernagel. Sie möchte mit Hilfe der Gemeinde eine Korrespondenz, eine Verbindung schaffen zwischen der Kirche in der Stadt und der Kirche am Stadtrand. Die Worte sollen in der gleichen Typografie, Licht und Farbe wie in der Innenstadt von Juni bis September in Kinderhaus erscheinen und ausstrahlen.

Die Gemeinde St. Marien und St. Josef hat jüngst im Pfarrbrief auf das Projekt aufmerksam gemacht. Vorschläge für diese drei Worte können im Pfarrbüro (stjosef-kinderhaus@bistum-muenster.de) eingereicht werden.

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