Zwei junge Leute sitzen in Neuseeland fest
Im Land der „Herr der Ringe“

Münster-Kinderhaus -

Hermann Olberding aus Münster-Kinderhaus organisiert seit 13 Jahren Schülerreisen nach Neuseeland. Zurzeit befinden sich sieben junge Menschen dort. Zwei Schüler aus Münster möchten zurück nach Hause, sitzen aber wegen der Corona-Krise in Neuseeland fest.

Dienstag, 31.03.2020, 18:12 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 18:28 Uhr
Hermann Olberding (2.v.r.) mit einer früheren Schülergruppe, die die King‘s High School in Dunedin, Neuseeland, für zehn Monate besuchte. Aktuell sind sieben vom ehemaligen Lehrer des Geschwister Scholl-Gymnasiums von Kinderhaus aus per E-Mail betreute Schüler und Studenten in Neuseeland. Zwei von ihnen möchten nach Deutschland zurück, sitzen aber momentan wegen der Corona-Krise fest.
Hermann Olberding (2.v.r.) mit einer früheren Schülergruppe, die die King‘s High School in Dunedin, Neuseeland, für zehn Monate besuchte. Aktuell sind sieben vom ehemaligen Lehrer des Geschwister Scholl-Gymnasiums von Kinderhaus aus per E-Mail betreute Schüler und Studenten in Neuseeland. Zwei von ihnen möchten nach Deutschland zurück, sitzen aber momentan wegen der Corona-Krise fest. Foto: privat

Davon träumen viele junge Leute: sich auf den Weg machen in eine ganz andere Welt, weit weg von Zuhause. Zurzeit befinden sich mehr als 10 000 deutsche Staatsbürger in Neuseeland. Viele wollen zurück in die Heimat, sitzen aber fest, weil der Inselstaat im Südpazifik wegen Corona Ausreiseregelungen festgesetzt hat.

Unter den vielen Deutschen befinden sich sechs Schüler und ein Studierender, die von Hermann Olberding betreut werden. Zwei von ihnen aus Münster möchten Neuseeland verlassen. Der überwiegende Rest will aber in Neuseeland bleiben.

Aufenthalt

Seit 2007 organisiert Hermann Olberding für Schüler ab der Klasse 9 sowie für Abiturienten und Studierende aus der gesamten Republik einen halb- oder ganzjährigen Aufenthalt in Neuseeland. Dort gehen sie zur Schule oder lernen das Unileben kennen. Untergebracht sind sie in Gastfamilien, die die jeweiligen Schulen ausgesucht haben. Die aktuelle Gruppe befindet sich in Dunedin im Süden von Neuseeland. Auch im Inselstaat ist das Coronavirus angekommen. „Dort herrschen Ausgangsbeschränkungen wie bei uns, obwohl es dort erst rund 500 Infizierte bei einer Bevölkerungszahl von etwa 4,4 Millionen Menschen gibt“, erklärt Hermann Olberding, der bis 2013 Englischlehrer am Geschwister-Scholl-Gymnasium war.

Die Neuseeländer verhalten sich in Krisenfällen vorbildlich, weil sie mit außergewöhnlichen Notlagen Erfahrungen haben. Obwohl die Fallzahlen im Vergleich zu Deutschland sehr gering seien, sind auch in Neuseeland die Schulen geschlossen worden. „Um die jungen Leuten kümmern sich von der Schule zwei dafür extra abgestellte Einheimische, die nur für sie da sind“, betont der ehemalige Oberstudienrat. Die Schüler nutzen jetzt ausschließlich das Home-Schooling. „Auch das ist in Neuseeland viel besser möglich, als bei uns, weil alle Familien aufgrund der großen Distanzen digital sehr gut ausgerüstet sind und seit jeher sich mit Online-Lernen auskennen.“

Kontakt

Mit all seinen Schützlingen steht Hermann Olberding in regelmäßigem Kontakt. Entweder per E-Mail oder Skype. „Ihnen allen geht es trotz der Ausgangsbeschränkungen sehr gut. Sie fühlen sich weiterhin sehr wohl.“ Trotzdem wollen eine Schülerin von der Gesamtschule Mitte und ein Schüler vom Pascal-Gymnasium frühzeitiger wieder nach Deutschland zurück. Die Schülerin ist seit Sommer 2019 Jahres in Neuseeland und hat gerade Besuch von ihren Eltern, die bei ihrer Ankunft zunächst für zwei Wochen in Quarantäne waren. „Eigentlich wollten die drei in den Osterferien das Land zusammen erkunden. Doch das fällt jetzt flach. Auch für die anderen Schüler“, erläutert Hermann Olberding.

Liste

Alle drei wollen zusammen mit dem Schüler des Pascal-Gymnasiums schnell nach Hause fliegen. „Dazu mussten sie sich in eine Liste des Auswärtigen Amtes eintragen. Sie bekommen Bescheid, wann es los geht. Das kann aufgrund der großen Entfernungen ein Problem sein“, führt der ehemalige Oberstudienrat weiter aus. Denn die interkontinentalen Rückflüge starten ausschließlich von den Flughäfen in Christchurch oder Auckland. „Inländische Flüge sind medizinischem Personal vorbehalten. Deshalb ist es relativ kompliziert, das hinzukriegen“, weiß Olberding und ergänzt: „Diejenigen, die in Neuseeland bleiben möchten, fühlen sich alle geborgen und betonen, dass die Atmosphäre in den Gastfamilien stimmt.“

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