Djawed Wassehs Zyklus zum Weg aus dem Corona-Dunkel
Blick der Hoffnung

Mittwoch, 27.05.2020, 18:14 Uhr
Blick aus der Dunkelheit: Bilder zu Corona
Blick aus der Dunkelheit: Bilder zu Corona Foto: Katrin Jünemann

Dunkle Szenarien gibt es viele. Aber es gibt auch den hoffnungsvollen Blick nach vorn „Out of the dark“, wie der in Kabul (Afghanistan) geborene Künstler Djawed Wasseh seinen neuen Bilderzyklus benennt. Hoffnung auf eine Rückkehr zu einst Vertrautem.

Djawed Wasseh lebt seit 30 Jahren in Münster, seit etlichen Jahren in Kinderhaus und ist sich zugleich seiner Wurzeln in der vielfältigen Kulturgeschichte seiner Heimat bewusst. Er lebe mit und für die Kunst, sagt er.

Künstler Djawed Wasseh

Künstler Djawed Wasseh Foto: Katrin Jünemann

Blick der Hoffnung: „Aus der Dunkelheit gehen wir zur Hoffnung, aus der Finsternis treten wir heraus“, beschreibt er diesen aktuellen Bilderzyklus. Titel tragen die Bilder nicht: Der Betrachter sei gefordert und angesprochen, selbst eine Beziehung zu dem Bild aufzubauen, erläutert Djawed Wasseh.

Hoffnung und Zuversicht – Djawed Wasseh wählt zum Beispiel ein frisches warmes Grün für ein Porträt: Nur zur Hälfte ist das langformatige Gesicht zu erkennen, das aus dem Dunkel auftaucht. Ob magisches Grün oder ozeanisches Blau: Seine Gesichter drängen nach vorn. Wasseh lässt auch gelb oder grün leuchtende Bäume aus einem durchlässigen Grau hervortanzen. „Ich versuche, Gefühle auf Bildern einzufangen – positive und negative“, sagt er.

Seine Technik ist kurios und ziemlich ausgefallen. Der Künstler arbeitet unter oder mit der Dusche – genau verrät er das nicht. Nur soviel: Die Basis sind Hartfaserplatten, auf die er Acrylfarbe aufträgt.

Djawed Wassehs hat eine Hoffnung: „Ich wünsche, dass wir wieder ein Leben haben, ohne Angst rauszugehen, sich zu begegnen und zu umarmen. Vor allem wünsche ich mir Frieden auf der Welt, eine Welt ohne Angst.“

Ausstellungen sind aktuell schwierig zu realisieren. Ein wenig kann Djawed Wasseh aber dennoch vermitteln von seiner Zuversicht. Denn aktuell sind einige Bilder aus diesem Zyklus des Künstlers in den Schaufenstern von Eckerle auf dem Prinzipalmarkt zu sehen – noch bis zum 15. Juni.

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