NRW-Ministerin Ina Scharrenbach fördert Projekt mit 100 000 Euro
„Der Heimat ein Zuhause geben“

Münster-Kinderhaus -

Besuch aus Düsseldorf in Kinderhaus: Zur Übergabe eines Zuwendungsbescheids für das Green-Culture-Projekt „Der Heimat ein Zuhause geben“ kam Ministerin Ina Scharrenbach am Mittwochnachmittag in Münsters Norden. Zuvor hatte sie den Sachsenhof in Greven besucht, der ebenfalls gefördert wird.

Mittwoch, 01.07.2020, 21:40 Uhr
Der Zuwendungsbescheid ist da (v.l.): Anne Lohmer (Vorsitzende des Vereins „JederMensch“), Prof. Dr. Ursula Tölle (Katho), Mechthild Weiling-Bäcker und Christiane Reinhard (beide Projektleitung) mit Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, die einen Zuwendungsbescheid über 100 000 Euro überreichte und Oberbürgermeister Markus Lewe.
Der Zuwendungsbescheid ist da (v.l.): Anne Lohmer (Vorsitzende des Vereins „JederMensch“), Prof. Dr. Ursula Tölle (Katho), Mechthild Weiling-Bäcker und Christiane Reinhard (beide Projektleitung) mit Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, die einen Zuwendungsbescheid über 100 000 Euro überreichte und Oberbürgermeister Markus Lewe. Foto: Katrin Jünemann

Gemeinschaft im Stadtviertel zu schaffen und Verbindungen zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen herzustellen, haben sich die Akteure des „Green-Culture-Projekts“ rund um die Künstlerin Mechthild Weiling-Bäcker und die Theologin Christiane Reinhard vorgenommen. „Der Heimat ein Zuhause geben“ ist ihr Projekt überschrieben, das in Kinderhaus durchgeführt wird. Es geht um die Frage, was Menschen brauchen, um sich aufgehoben und Zuhause zu fühlen.

Das Projekt inter­essierte Ina Scharrenbach , Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, so sehr, dass sie am Mittwochnachmittag in die Waldschule Kinderhaus kam, um einen Zuwendungsbescheid über 100 000 Euro, mit dem die Initiative in Kinderhaus vom NRW-Ministerium unterstützt wird, persönlich zu überreichen und sich vor Ort ein Bild zu machen.

Im Januar dieses Jahres wurde bereits der gemeinnützige Verein „JederMensch“ aus der Taufe gehoben – „aus dem gemeinsamen Interesse an Menschen und wie sie miteinander verbunden sind, der Liebe zur Natur und für den Schutz unserer Umwelt“, wie es auf dessen Homepage heißt. Er unterstützt das Heimat-Projekt. „Jeder Mensch“-Vorsitzende Anne Lohmer begrüßte Ministerin Ina Scharrenbach und Oberbürgermeister Markus Lewe in der Mensa der Waldschule Kinderhaus in einer Runde, die sich um einen Webstuhl und einen Pyrolyseofen gruppiert hatte.

Das Miteinander von Menschen durch gemeinsame Ziele und gemeinsames Tun zu fördern, liegt Mechthild Weiling-Bäcker und Christiane Reinhard am Herzen, die dieses Projekt in Kinderhaus mit Kooperationspartnern aus dem Stadtteil auf die Beine stellen.

Das Ministerium stelle den Begriff Heimat in die Bürgerschaft, die Heimat gestalte, und wolle Menschen darüber ins Gespräch bringen. erläuterte die Ministerin. Da auch das Kinderhauser Projekt darauf setze, ins Gespräch zu kommen, sei es interessant. Ina Scharrenbach: „Aus Verbindung erwächst Stärke.“

Das Green-Culture-Projekt hat mehrere Andockpunkte im Stadtteil. Ein kreativer Aspekt findet sich mit einem Web-Angebot, einer uralten Kulturtechnik, im Frauentreff an der Nordmark. Dort begegnen sich Frauen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Nationalitäten. Handfest geht es auch bei der Herstellung von Terra Preta zu, einer Pflanzenkohle, die in Pyrolyseöfen entsteht. Terra Preta findet seit einigen Jahren als eine Möglichkeit, den Boden zu verbessern, Aufmerksamkeit in der Gartenszene. Auch in Kinderhaus soll über Terra Preta informiert werden. Zudem soll ein Netzwerk von Ehrenamtlichen für die Nutzung der Pyrolyseöfen aufgebaut sowie der optimierungsfähige Platz im Kinderhauser Zentrum neu gestaltet und mit der Pflanzenkohle gepflegt werden.

Last but not least gehören zum Projekt Gruppen-Interviews zum Thema „Der Heimat ein Zuhause geben“ – wissenschaftlich begleitet von der katholischen Hochschule (KatHo) samt einer Auswertung durch Studenten. Prof. Dr. Ursula Tölle von der KatHo erläuterte, es werde darum gehen, über die empathische Ebene eine Vernetzung des Gefühls entstehen zu lassen und so Verbindungen zwischen den Menschen schaffen.

Und es gab einen „roten Faden“ auf dem Webstuhl in der Waldschule: Auf Stoffstreifen sollten die Teilnehmer der Zusammenkunft ihre Gedanken zum Thema „Der Heimat ein Zuhause geben“ notieren. Beschriftete Wollstreifen, die nun verwebt werden sollen. Dieses Webstück soll den Prozess der Heimat-Werkstatt symbolisieren, so die Initiatoren.

„Ich weiß nicht, ob man Menschen, die Heimat verloren haben, eine neue Heimat geben kann. Vielleicht aber ein neues Zuhause“, formulierte Oberbürgermeister Markus Lewe. Wichtig sei: „Jeder muss das Gefühl haben, dazu zu gehören.“

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