Kreative Alternative entwickelt
Virtuelle Tour statt Ausfahrt mit Rikscha

Münster-Kinderhaus/Wolbeck -

Das Projekt „Radeln ohne Alter“ des Vereins „Chance“ für die Bewohner der Westfalenfleiß-Wohnstätten Gut Kinderhaus, Haus Gremmendorf und Haus Wolbeck muss corona-bedingt eine Pause einlegen. Doch die Rikscha-Touren gibt es nun virtuell zu erleben.

Freitag, 17.07.2020, 14:16 Uhr
Stellten die virtuelle Rikscha-Tour vor (v.l.): Anne Schulte (Koordinatorin Freiwilligenmanagement Westfalenfleiß GmbH), Erna Bauer (Bewohnerin der Wohnstätte Gut Kinderhaus), Tobias Sander (Jobcoach Verein Chance), Elmar Otten (Bewohner der Wohnstätte Gut Kinderhaus), Marwin Heisterkamp (Rikschafahrer) und Thomas Laqua, (Projekt-Leiter).
Stellten die virtuelle Rikscha-Tour vor (v.l.): Anne Schulte (Koordinatorin Freiwilligenmanagement Westfalenfleiß GmbH), Erna Bauer (Bewohnerin der Wohnstätte Gut Kinderhaus), Tobias Sander (Jobcoach Verein Chance), Elmar Otten (Bewohner der Wohnstätte Gut Kinderhaus), Marwin Heisterkamp (Rikschafahrer) und Thomas Laqua, (Projekt-Leiter). Foto: Westfalenfleiß

Wind in den Haaren, eine Prise Abenteuer und viel gute Laune: Das ist in Nicht-Corona-Zeiten eine gute Rezeptur, die die zehn Rikscha-Fahrer des Projekts „Radeln ohne Alter“ des Vereins „Chance“ den Bewohnern der Westfalenfleiß-Wohnstätten Gut Kinderhaus, Haus Gremmendorf und Haus Wolbeck anbieten. Doch Corona machte eine Improvisation notwendig.

Seit Herbst 2018 laden die Verantwortlichen mehrmals im Monat als Chauffeure die Menschen mit Behinderung zu kleinen Radtouren ein. „Und so geht es für die Bewohner bequem und ohne Anstrengung rund um die Wohnhäuser“, heißt es in einer Pressemitteilung der Westfalenfleiß GmbH. Auch Ausflüge in den Zoo oder zum Mühlenhof seien sehr beliebt.

Mit dem Projekt „Radeln ohne Alter“, in dem die Projekt-Teilnehmer Rikscha-Touren für Senioren und Menschen mit Behinderung anbieten, fördert und begleitet der Verein „Chance“ die berufliche Integration von Menschen, die bereits längere Zeit arbeitslos sind. Dadurch wird eine Verbesserung ihrer Eingliederungschancen in den regulären Arbeitsmarkt angestrebt.

„So ist das Projekt ein Gewinn für beide Seiten“, freut sich Anne Schulte, Freiwilligenkoordinatorin der Westfalenfleiß GmbH. „Die Fahrer können neue berufliche Perspektiven für sich erlangen, und für die Bewohner ist es eine hochwillkommene Abwechslung, die Freude bringt und neue Lebensenergie freisetzt.“

Aber dann kam Corona: Von jetzt auf gleich konnten die Radtouren aufgrund des Besuchsverbotes in den Wohnstätten nicht mehr stattfinden. Um den Kontakt zu den Bewohnern nicht abreißen zu lassen, entwickelte der Leiter des Projekts, Thomas Laqua, eine kreative und unterhaltsame Alternative. Zusammen mit seiner Tochter Maria Marleen und Tobias Sander, Jobcoach beim Verein „Chance“, erstellte er einen Film über eine virtuelle Fahrradtour.

Drei USB-Sticks mit der virtuellen Rikscha-Tour – für jede beteiligte Wohnstätte einen – wurden nun stellvertretend an die Bewohner der Wohnstätte Gut Kinderhaus, Erna Bauer und Elmar Otten, übergeben. Dies zusammen mit der positiven Nachricht, dass es jetzt nach der Lockerung des Besuchsverbots für die Wohnstätten und mit einem vom Gesundheitsamt der Stadt Münster freigegebenen Hygienekonzept auch langsam wieder richtig starten kann. „Und so geht es zur Freude der Bewohner bald wieder los mit dem echten Wind in den Haaren“, heißt es abschließend.

Weitere Infos zum Projekt „Radeln ohne Alter“ finden Interessierte unter der folgenden Internet-Adresse: https://www.chance-muenster.de/radeln-ohne-alter-kopie.html

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