Corona-Krise macht Kinderhauser Heimatmuseum zu schaffen
Schwierige Zeit noch nicht beendet

Münster-Kinderhaus -

Das Kinderhauser Heimatmuseum hat seine Pforten wieder geöffnet. Allerdings läuft derzeit längst nicht alles so wie früher.

Montag, 07.09.2020, 23:02 Uhr aktualisiert: 13.09.2020, 18:27 Uhr
Über neue Besucher nach der Wiedereröffnung des Heimatmuseums freut sich dessen Vorsitzender Christopher Görlich.
Über neue Besucher nach der Wiedereröffnung des Heimatmuseums freut sich dessen Vorsitzender Christopher Görlich. Foto: hko

Die Freude ist Dr. Christopher Görlich anzumerken. Der Vorsitzende des Heimatmuseums Kinderhaus ist mit der Entwicklung seit der Wiedereröffnung des Hauses richtig zufrieden.

Bis Anfang Juni war das kleine Museum wegen der Corona-Krise geschlossen. „Dann kamen sogar viele neue Besucher,“ erläuterte Görlich am Wochenende anlässlich der traditionellen „langen Nacht der Museen “. Seine Vermutung: Viele Menschen, die in der Urlaubszeit nicht verreist waren, hätten sich deshalb auf „nahe Ziele“ konzentriert – darunter eben auch das Heimatmuseum Kinderhaus. Ein Effekt, der sich durchaus fortsetzen könnte.

„Die Zeit der Schließung war aber bitter,“ sagt Görlich, der sich mit einem Team von zehn ehrenamtlichen Kräften für das Museum einsetzt. Der „Edeltrödel“-Flohmarkt, der normalerweise zwischen April und Juni stattfindet und Hunderte von Besuchern anlockt, musste ausfallen. Bei dieser Veranstaltung werden zum Beispiel Haushaltswaren, Spielzeug und Taschen angeboten, die privat gespendet sind. Mit dem Erlös finanziert das Museum einen Teil der betriebsnotwendigen Ausgaben.

„Kitsch und Krempel“ – ebenso bekannt wie beliebt – gab es auch nicht. Und einige Hochzeiten konnten ebenfalls nicht stattfinden – jedenfalls nicht zum geplanten Termin im „Trauzimmer“ des Museums. Das ist nämlich auch offizieller Trauraum der Stadt Münster.

Mit Blick auf die nächsten Monate ist Christopher Görlich realistisch. Die Führungen durch das Haus, die zum Programm gehören, sind abgesagt, ebenso die nächsten Vorträge und Konzerte. Ob es die Krippenausstellung gibt? Darüber ist noch keine Entscheidung gefallen.

Der Vorsitzende des Heimatmuseums freut sich aber gerade in schwierigen Zeiten gern über die „kleinen Dinge“, die ihm zeigen, wie sehr die Einrichtung geschätzt wird. Am Tag der Wiedereröffnung habe ihm eine ältere Dame, die zu den Stammgästen des Kinderhauser Museums gehört, mit Tränen in den Augen gesagt, wie sehr sie sich darüber freue, denn bei ihren Museumsbesuchen treffe sie immer etliche nette Menschen, mit denen sie sich unterhalten könne.

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