Männergesangvereins Cäcilia 1890 probt bei Westfalia Kinderhaus
Die singende Fußball-Tribüne

Münster-Kinderhaus -

Einen außergewöhnlichen Probenraum nutzen die Mitglieder des Männergesangvereins Cäcilia 1890: Sie singen auf einer überdachten Fußball-Tribüne. Not macht eben erfinderisch.

Dienstag, 22.09.2020, 17:44 Uhr
Seit rund vier Wochen können die Mitglieder des MGV Cäcilia wieder proben, natürlich mit Abstand. Doch der ungewöhnliche Raum auf der Tribüne des SC Westfalia ist keine Dauerlösung in der kalten Jahreszeit.
Seit rund vier Wochen können die Mitglieder des MGV Cäcilia wieder proben, natürlich mit Abstand. Doch der ungewöhnliche Raum auf der Tribüne des SC Westfalia ist keine Dauerlösung in der kalten Jahreszeit. Foto: Claus Röttig

Sie haben lange warten müssen, doch seit rund einem Monat gehen die Proben weiter: Die Rede ist von den Mitgliedern des Männergesangvereins Cäcilia 1890. Doch die Sänger treffen sich nicht etwa im Pfarrzentrum, sondern haben eine ganz andere Lösung gefunden: „Denn in Zeiten von Corona muss man sich etwas einfallen lassen“, verriet der Vorsitzende Guido Rath .

Nun treffen sich die Mitglieder des MGV an der Sportanlage des SC Westfalia Kinderhaus . Auf der Tribüne des Fußballfeldes baut sich der Chor nach Stimmlagen sortiert auf, während Rath mitanpackt, das Klavier aus dem Pfarrzentrum vom Hänger abzuladen. „Das hole ich jeden Montag, und wir bringen es auch wieder zurück.“ Denn nur so könne man die rund 50 Sänger, die zur Probe regelmäßig kommen, begleiten.

Dann geht es auch schon los, natürlich mit Abstand und nach den vorgegebenen Regeln. Doch auf Dauer ist Lösung mit der Tribüne auch nicht gemacht. Denn schon bald kommt die dunkle Jahreszeit, die Tribüne ist nicht beleuchtet, und die Temperaturen werden sinken. „Wir haben zuerst in der Hauptschule geprobt, mussten aber dann doch ausweichen“, erläuterte Rath die Entstehungsgeschichte des doch eher ungewöhnlichen Proberaums.

Auch die Problematik der Tribüne sei ihm bewusst. „Doch in der jetzigen Situation kann ich nur von Woche zu Woche entscheiden, wie es weitergeht.“ Und zur Not auch Alternativen finden. „Eventuell kann uns die Gemeinde verschiedene Lösungen anbieten, aber das wird man sehen“, meint Guido Rath

Denn eine Sache sei sicher: „Der Chor ist ein Sozialgefüge, das alle vermisst haben.“ Das habe Rath sehr deutlich gemerkt. „Viele haben darauf gefiebert, dass es wieder losgeht. Es ist ihnen wichtig.“ Der Vorstand habe allen freigestellt, ob sie aus Angst vor Corona überhaupt kommen. „Aber das war eigentlich kein Thema, die Männer kamen von Anfang an.“

Selbst das älteste Mitglied, Friedrich Koepp, mit 90 Jahren, sei sofort dabei gewesen. „Auch Chorleiter James Schäfer hat drei Mal auf seine Aufwandsentschädigung verzichtet, damit es weitergehen kann“, freute sich Rath.

Wie es nun mit den Proben läuft, ist noch unklar. „Wenn es regnet, ist es auch sehr ungemütlich, auch wenn die Tribüne überdacht ist“, so Rath. Das fehlende Licht sei allerdings kein Problem, da könne man mit Strahlern improvisieren. „Aber wenn die Temperaturen fallen, müssen wir umziehen.“ Aber auch dafür werde man eine Lösung finden. „Die Hauptsache ist, dass die sozialen Kontakte wieder da sind, da sie für alle Mitglieder so wichtig sind.“

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