Erster Schritt eines Riesen-Pakets
Scholl-Gymnasium wird digital

Münster-Kinderhaus -

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium wird digital. Schulleiter Ralf Cyrus ist zuversichtlich, alle 413 Schüler, die zunächst an diesem Schritt teilnehmen sollen, mit Tablets mit Stift ausstatten zu können. Schüler vom sechsten Jahrgang der Einführungsstufe bis zur ersten Stufe der Oberstufe (die frühere elfte Klasse) gehören dazu.

Samstag, 10.10.2020, 05:49 Uhr
Das Geschwister-Scholl-Gymnasium ist auf dem besten Weg, mehr als 400 Schüler mit Tabletcomputern auszustatten.
Das Geschwister-Scholl-Gymnasium ist auf dem besten Weg, mehr als 400 Schüler mit Tabletcomputern auszustatten. Foto: Katrin Jünemann

Das Papier wird nicht abgeschafft, und Aufsätze werden auch künftig weiter per Hand geschrieben. Aber: Es wird zum Beispiel die Möglichkeit geben, sie einzuscannen und digital weiterzubearbeiten. So sieht die Zukunft am Geschwister-Scholl-Gymnasium aus: Es wird digital.

Schulleiter Ralf Cyrus ist zuversichtlich, alle 413 Schüler, die zunächst an diesem Schritt teilnehmen sollen, mit iPads mit Stift ausstatten zu können. Schüler vom sechsten Jahrgang der Einführungsstufe bis zur ersten Stufe der Oberstufe (die frühere elfte Klasse) gehören dazu.

Die Fünfer bleiben außen vor: „Die sollen erst mal ankommen in der Schule“, sagt Cyrus. Ausgenommen seinen auch die letzten beiden Jahrgänge, da sie schon Taschenrechner für 100 Euro gekauft hätten.

Bereits vor den Sommerferien habe die Schulkonferenz des Gymnasium beschlossen, die Eltern der 413 Kinder mit einer Absichtserklärung zur Anschaffung eines iPads ins Boot zu holen. Aufgrund der Rückmeldungen geht Cyrus nun davon aus, dass es gelingt, für alle Kinder ein Tablet zu bekommen. Obgleich er unklare Fälle bei der Abfrage als „Nein“ gewertet habe.

Zur Finanzierung startete die Schule mit der Volksbank ein Crowdfunding und bat um Spenden. Und 113 Geräte für die Schüler erhalte die Schule von der Stadt Münster, so Cyrus. Zusammen mit den Tablets, die über die Spenden bestellt und gekauft werden können, „kommen wir gerade hin“, so seine Prognose. Familien, die kein Tablet bezahlen könnten, erhielten aus dem Digitalpakt Leihgeräte der Stadt. Zudem habe es die Alternative gegeben, Tablets über die Schule oder privat bei einem Anbieter zu bestellen, der auch Ratenzahlung ermöglicht.

Einen Digitalpakt gebe es auch für Tablets für Lehrkräfte, die aber den Stellen einer Schule zugerechnet würden. Nun habe das Scholl-Gymnasium zwar 40 Stellen, aber 70 Kollegen. Und der Rat habe über Geräte für Lehrer noch nicht entschieden. Der neue Rat kon­stituiert sich erst im November. Cyrus rechnet nicht mit einer Entscheidung oder gar mit Lehrer-Tablets in diesem Jahr. Da diese Digitalpakt-Tablets nur mit schulischen Apps genutzt werden könnten, erwögen Kollegen die Anschaffung privater Geräte. Wann die Tablets tatsächlich kommen, „weiß ich nicht“. Er ist froh, dass er in der ganzen organisatorischen Vorphase auf die Unterstützung und den engen Austausch mit dem Elternvorstand und dem Förderverein setzen konnte, betont er. „Es war ein Riesen-Paket.“

Es habe am Gymnasium auch kritische Stimmen zur Digitalisierung gegeben und dazu, „dass Eltern ein Tablet kaufen müssen“, verschweigt der Schulleiter nicht. Die überwältigende Mehrheit sehe der Digitalisierung aber „freudig entgegen“.

„Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst“, sagt der Schulleiter. Denn nachdem die Tablet-Frage geklärt sei, gehe es nun ums Konzeptionelle. Am 5. November werde es einen schulinternen Studientag für das Kollegium geben mit differenzierten Workshops zur Verwendung der iPads in den Fächern. „Wir arbeiten im Prozess“, sagt der Schulleiter optimistisch. Klar ist auch schon, welche Schüler als erste mit den Tablets arbeiten werden: die sechsten Klassen der Einführungsstufe. Ralf Cyrus: „Die Einführungsstufe wird die erste Stufe sein, die die Geräte an die Hand bekommt.“

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