Selbsthilfe im Kinderhauser Alpenvorland
Straßen von Schnee befreit

Münster-Kinderhaus -

Da es abzusehen war, dass es dauern könnte, bis die Stadt Nebenstraßen würde räumen können, haben KInderhauser Nachbarschaften sich selbst ums Räumen gekümmert.

Donnerstag, 11.02.2021, 19:14 Uhr aktualisiert: 11.02.2021, 19:20 Uhr
Am Gronewegskamp hatte der Trecker zweieinhalb Stunden mit Schneeräumen zu tun. Dann war der Weg frei.
Am Gronewegskamp hatte der Trecker zweieinhalb Stunden mit Schneeräumen zu tun. Dann war der Weg frei. Foto: rivat

Im ländlichen Sprakel räumten die Landwirte schon ab Sonntagmorgen – Nachbarschaftshilfe, die Höfe liegen nah dran. Kinderhaus ist nicht ganz so ländlich und ein wesentlich größerer Stadtteil. Da war abzusehen, dass es dauern könnte, bis die Stadt die Straßen würde räumen können. Und zwar insbesondere die Nebenstraßen. Denn in der Innenstadt und auf den Hauptverkehrsstraßen Münsters war und ist immer noch genug zu tun.

Und so kam es, dass inzwischen zwei Kinderhauser Straßenzüge das Ganze selbst in Hand genommen haben. Denn allein durch handfeste Nachbarschaftsleistung mit Schaufel und Schieber wären sie der riesigen Schneemassen im Kinderhauser Alpenvorland nichtHerr geworden.

Der Gronewegskamp beispielsweise habe seit dem ersten Lockdown im vorigen Jahr eine Whatsapp-Gruppe, berichtet Anwohnerin Margret Bigerl . Und da sei die Idee aufgekommen, ob man nicht einen Landwirt finden könne, der weiterhelfen und die kleine Straße von Schnee befreien könne gegen ein Trinkgeld und die Unkosten. Denn keiner kam raus mit seinem Auto, alle saßen fest. Insbesondere für Berufstätige ein Problem.

Bigerl rief ihren Neffen an, der konnte helfen und schickte einen Trecker vorbei. Zweieinhalb Stunden hatte der auf dem Gronewegskamp zu tun: Die Anwohner schaufelten ihre Autos frei, und der Trecker schob den Schnee weg und zu einem Haufen zusammen, auf dem jetzt Kinder Schlitten fahren können.

Auch auf der Kinderhauser Fernholzstraße ging nichts. Die Fahrzeuge steckten im Schnee fest, die Berufstätigen kamen nicht weg. So fanden sich schließlich 20 Nachbarn zusammen, um sich von einem Landwirtschaftsservice helfen zu lassen. „Wir nehmen das selbst in die Hand“, das sei das Motto gewesen, berichtete ein Anwohner. Und so wurde dort am Donnerstagmorgen die Straße wieder passierbar gemacht.

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