Kinderhauser Buchzentrum
Ein Traum geht in Erfüllung

Münster-Kinderhaus -

Horst Bilke (69) übergibt seine Buchhandlung an Dr. Christopher Görlich (43).

Freitag, 12.03.2021, 06:12 Uhr aktualisiert: 12.03.2021, 06:20 Uhr
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Win-win-Situation Foto: kaj

Wenn die Kinderhauser sich gefragt haben, was in ihrem Stadtteil Bestand haben wird, und dabei hoffnungsvoll auch an das Kinderhauser Buchzentrum gedacht haben – dann gibt es jetzt gute Nachrichten. Horst Bilke (69), der seit rund einem Jahr auf der Suche nach einem Nachfolger war, wird seine Buchhandlung mit einem guten Gefühl an Dr. Christopher Görlich (43) übergeben.

Horst Bilke (69), der seit rund einem Jahr auf der Suche nach einem Nachfolger war, wird seine Buchhandlung mit einem guten Gefühl an Dr. Christopher Görlich (43) übergeben Am 1. Mai wird Christopher Görlich das Kinderhauser Buchzen­trum übernehmen und voraussichtlich – nach einer Renovierung – in der zweiten Mai-Woche wieder öffnen.

Horst Bilke kannte „den Laden seit 1987“. Er übernahm ihn vor 20 Jahren von einem Studienkollegen und führte ihn seither mit Leib und Seele. Herzblut sollte auch sein Nachfolger hineinstecken, so der Wunsch von Horst Bilke. Und da sieht sich Christopher Görlich, der in Kinderhaus aufgewachsen ist, genau am Ziel: „Seit ich lesen kann, war es immer ein Traum, eine Buchhandlung zu haben.“

Görlich, der auch Vorsitzender der Bürgervereinigung Kinderhaus ist, studierte Betriebswissenschaft und Geschichte. Das komme ihm jetzt zugute, meint er. In den Zeiten vor Corona organisierte er mit seinem Unternehmen Reisen in Münster und brachte Besuchern die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt nahe. Die Entscheidung für die Literatur im weitesten Sinne sei durch Corona beschleunigt worden: „Jetzt mache ich in meinem Leben noch einmal etwas anderes – und ich möchte das die nächsten 20 Jahre machen. Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung, es hat sich alles wunderbar gefügt.“

Im Frühjahr vorigen Jahres, im ersten Lockdown, half Christopher Görlich im Kinderhauser Buchzentrum aus, das mit einem Bring-Service erfolgreich auf die Pandemie reagierte. Er erinnert sich noch genau an den Tag, als er in Kinderhaus mit einer Tüte auszuliefernder Bücher zu einem Haus kam. Im Garten spielte ein kleiner Junge, der ganz aufgeregt seiner Mutter zugerufen habe: „Mama, Mama – der Mann mit den Büchern ist da.“ Wenn sich Kinder darüber so freuen könnten, dann sei seine Entscheidung genau die Richtige, sagt Christopher Görlich und lächelt.

Horst Bilke hat im Kinderhauser Buchzentrum einiges erlebt – vom Überfall bis zur großen Hilfsbereitschaft von Kinderhausern nach der Flutkatastrophe im Juli 2014: „Ich weiß noch, wie Leute kamen und geholfen haben.“ Und in Corona-Zeiten habe er sogar neue Kunden gewonnen.

Mitarbeiterin Karin Idziok, seit 28 Jahren mit im Boot, gehört ebenso wie zwei Aushilfen auch künftig zum Team. Horst Bilke hat Zeit, mit seiner Frau länger als eine Woche zu verreisen. Und Christopher Görlich geht zu Fuß zur Arbeit.

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