Mecklenbeck
„Wunschkirche“ der Mecklenbecker

Dienstag, 30.10.2007, 23:10 Uhr

Münster-Mecklenbeck. Für die evangelischen Christen in Mecklenbeck war der 29. Oktober 1967 ein großer Tag – ein Tag, an dem ein lang gehegter Traum in Erfüllung ging: Nach fast anderthalbjähriger Bauzeit fanden sich die Mitglieder des Pfarrbezirks Mecklenbeck der Trinitatis-Gemeinde zum ersten Gottesdienst in der neu errichteten Martin-Luther-Kirche ein. Vorbei war damit die Zeit, in der man sich räumlich beengt mit Gottesdiensten im Gustav-Adolf-Haus behelfen musste. „Die Mecklenbecker hatten ihre Wunschkirche bekommen“, unterstreicht Jan-Christoph Borries , seit 1993 Pfarrer des Pfarrbezirks.

Dass Mecklenbecks Protestanten – bei ihnen handelte es sich zu einem großen Teil um Spätaussiedler, die sich im Bereich Schürkamp und Rote Erde niedergelassen hatten – das Gotteshaus errichten konnten, war laut Pfarrer Borries insbesondere dem Kirchbauverein zu verdanken: „Er hat mit seinen Spendensammlungen maßgeblich zur Finanzierung der Kirche beigetragen.“ Außerdem hätten der Verein und etliche Gemeindeglieder vielerlei Arbeiten in Eigenleistung eingebracht. So seien der Kirchplatz und die Grünanlagen durch ehrenamtliches Engagement hergestellt worden.

Auf dem im Jahre 1953 von der Stadt geschenkten Grundstück an der Mecklenbecker Straße wurde am 2. Mai 1966 mit dem Bau des Gotteshauses begonnen. 17 Tage später war Grundsteinlegung, am 7. Februar 1967 feierte die Gemeinde das Richtfest, und im Rahmen des Gottesdienstes am 29. Oktober 1967 fand die feierliche Einweihung statt. Nachdem der Architekt Karl H. Schwabenbauer aus München den Verantwortlichen der evangelischen Kirche am Portal die Schlüssel für das von ihm entworfene Gotteshaus überreicht hatte, fand die feierliche Weihezeremonie statt. Sie wurde vom Bielefelder Landeskirchenoberrat Schmidt vollzogen, dem Superintendent Martin Braun assistierte.

Den festlichen Kirchweihgottesdienst feierten nach Aufzeichnungen der Gemeinde fast 400 Menschen. Auch beim anschließenden Empfang war die Zahl der Gäste, die der damalige Pfarrer Herbert Höner begrüßen konnte, beträchtlich. Im Namen der Stadt würdigte Oberbürgermeister Dr. Albrecht Beckel das große Engagement der Gemeinde, das den Bau der Martin-Luther-Kirche ermöglicht hatte.

Dass schon vor 40 Jahren zwischen den beiden Mecklenbecker Kirchengemeinden ein gutes Verhältnis herrschte, stellte Pfarrer Waldemar Menzel von der St.-Anna-Gemeinde beim Empfang eindrucksvoll unter Beweis: „Der Jubel brach los, als Pfarrer Menzel aus je einer Hosentasche die Kollektenbeutel seiner Vormittagsgottesdienste – noch ungezählt – hervorholte und diese als Gabe seiner Gemeinde für die Martin-Luther-Kirche direkt in die Hände von Pastor Höner legte“, heißt es in einem Bericht über die Weihe des Gotteshauses.

Acht Jahre dauerte es dann noch, bis das Bauvorhaben vollendet werden konnte: Am 15. November 1975 wurde der noch fehlende Glockenturm in Fertigbauweise angeliefert, aufgebaut und mit drei Bronzeglocken ausgestattet. War nach den ursprünglichen Plänen vorgesehen, den Turm mit einer alles überragenden Spitze zu versehen, so wurde auf dieses Detail aus finanziellen Gründen letztendlich verzichtet. „Es mussten leichte Abstriche gemacht werden“, sagt Pfarrer Borries. Nichtsdestrotz sei die Martin-Luther-Kirche als sakrales neuzeitliches Bauwerk „sehr gelungen“.

Am heutigen Mittwoch (Reformationstag) wird der 40. Jahrestag des Kirchweihfests um 19 Uhr mit einem Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche gefeiert. Musikalischer Höhepunkt soll dabei die Aufführung der Kantate „Alles, was ihr tut mit Worten und Werken“ von Dietrich Buxtehude durch den Kirchenchor sein. Im Anschluss ist die Gemeinde zu einem Imbiss mit musikalischem Ausklang ins Gustav-Adolf-Haus eingeladen. Mitwirkende sind die Gitarrenband, der Flötenkreis und die Saxophonband. Pfarrer Borries und sein Kollege Olaf Burghardt werden zudem als Sänger zu hören sein.

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