Mecklenbeck
Neuer Glanz für „Appels Kapelle“

Dienstag, 11.03.2008, 19:03 Uhr

Münster-Mecklenbeck. Bislang galt die historische Wegekapelle an der Weseler Straße 637 als verborgenes Kleinod am Straßenrand. Doch damit ist es seit einigen Tagen vorbei: Die Stadt Münster hat sämtliche Bäume und Sträucher, die in den vergangenen Jahren Blicke von dem Denkmal abhielten, rigide zurückschneiden lassen. Jetzt fällt „ Appels Hofkapelle“ schon von weitem ins Auge. Das neugotische Schmuckstück soll vor dem drohenden Verfall gerettet, deshalb in Kürze grundlegend saniert und restauriert werden. Denn fast drei Jahrzehnte lang wurde an ihm nichts mehr getan.

So manch einer wird das rund 100 Jahre alte Kleinod, das sich auf einem städtischen Grundstück an der Weseler Straße gegenüber des Möbelhauses Bald befindet, bis vor wenigen Tagen gar nicht gekannt haben. Es lag versteckt am Straßenrand inmitten von dichtem Grün und konnte deshalb leicht übersehen werden. Der Zustand der Kapelle, in deren Zentrum sich eine lebensgroße Herz-Jesu-Figur aus Baumberger Sandstein befindet, lässt zu wünschen übrig. Da im Juni dieses Jahres in Mecklenbeck der 100. Jahrestag der ersten Fronleichnamsprozession zu den vier örtlichen Kapellen – die „Appelsche“ ist eine von ihnen – begangen wird, lässt die Stadt das Schmuckstück jubiläumsgerecht wieder auf Vordermann bringen.

Wie Denkmalpflegerin Mechthild Mennebröcker und Reiner Bertling von Amt für Gebäudemanagement gestern bei einem Ortstermin erläuterten, werden die Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten voraussichtlich im kommenden Monat starten. Zur Freude von Peter Wolfgarten – dem Mecklenbecker CDU-Bezirksvertreter liegt das Projekt besonders am Herzen – soll „Appels Hofkapelle“ Fronleichnam 2008 in neuem Glanz erstrahlen. Die Stadt wird dafür laut Bertling etwa 15 000 Euro locker machen.

Während die Sandstein-Statue bis auf kleinere Abblätterungen im Gewandbereich und ein lockeres Fingerglied relativ gut erhalten ist, sieht es um das Kapellengebäude nicht sonderlich gut aus: Durch das schiefergedeckte Längssatteldach des rund fünf Meter hohen und etwa drei Meter breiten Objekts dringt Wasser ins Innere. Moose und Algen haben sich breit gemacht.

„Die Außenarchitektur ist in keinem guten Zustand, an Sockel und Seitenwänden sind kleinere Ausbrüche und Verputzschäden konstatierbar“, heißt es in einem Gutachten der städtischen Denkmalbehörde. An der Wandkachelung im Inneren seien partielle Ausbrüche zu verzeichnen. Der Innenputz zeige starke Ausbrüche. Auch die Fußbodenkacheln seien teilweise zerbrochen. Durch Farbabblätterungen an den Innenwänden werde ein älterer dunkelroter Anstrich sichtbar. All das soll laut Bertling in Abstimmung mit der Denkmalbehörde fachgerecht behoben werden. Ein Restaurator erstellt derzeit ein Farbgutachten. Es soll helfen, die Farbgebung des Innenraums originalgetreu wiederherzustellen.

Denkmalexpertin Mennebröcker hält „Appels Hofkapelle“ für ein bemerkenswertes Objekt, dessen asymmetrische Formgebung den Blick gezielt auf die Herz-Jesu-Figur leite. Im gesamten Stadtgebiet Münsters gebe es nur in Amelsbüren eine vergleichbare Kapelle. Nicht bekannt sei, wer das Mecklenbecker Schmuckstück gebaut und welcher Künstler die zentrale Jesus-Statue geschaffen habe.

Sicher ist nach Auskunft der Denkmalpflegerin jedoch, dass eine „Translozierung“ – sprich die Umsetzung des Denkmals an eine Stelle abseits des angestammten Standorts – nicht in Betracht kommt. Das sei angedacht, letztendlich aber verworfen worden, sagt Mennebröcker: Die Kapelle bleibt an dieser Stelle. Darüber wird keine Diskussion mehr geführt!“

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