Mecklenbeck
Nahversorgung der „kurzen Wege“

Freitag, 26.03.2010, 20:03 Uhr

Münster-Mecklenbeck - „Wir fühlen uns nach so viel positiver Resonanz in unserer Planung bestätigt. Die Mehrheit der 166 anwesenden Bürger begrüßt das Stadtbereichszentrum ausdrücklich.“ Dieses überraschende Fazit des mehrstündigen Diskussionsabends in der proppenvollen Aula der Peter-Wust-Schule zog Stadtplaner Andreas Kurz . Dass ein zunächst befürchteter polemischer Schlagabtausch der Gegner und Befürworter des an der Weseler Straße geplanten Zentrums am Donnerstagabend weitestgehend ausblieb, lag zweifelsohne auch an der Regieführung.

Mit Jens Stachowitz präsentierte sich dem Auditorium ein routinierter Gesprächsleiter, der den Dialog zwischen den fragenden Bürgern und den drei städtischen Referenten souverän managte. „Kein Wahlkampf“ - lautete eine der Spielregeln, wenngleich der ursprünglich von der Stadt geplante Workshop-Charakter - Kurzvorträge, gruppenweise Information an den Stellwänden, anschließend wieder Diskussion im Plenum - auf Wunsch des Publikums ausblieb.

Eine weiße, mit Glasflächen versehene Front zur Weseler Straße, im Gegensatz zum entstehenden Stadtteilzentrum an der St.-Anna-Kirche keine Waren des täglichen Bedarfs (Bekleidung, Computer, Spielwaren, Sportartikel, Fitness und Gastronomie), eine bauliche Orientierung in Richtung des künftigen Bahnhaltepunktes: Architekt Michael Maas, der die planerischen Eckdaten skizzierte, unterstrich mit Blick auf das optisch wenig ansprechende derzeitige Einzelhandelsareal unter Beifall des Publikums: „Dass an dieser Stelle der Weseler Straße etwas passieren muss, steht außer Frage.“

Die städtebauliche Funktion des Projektes skizzierte Stadtplaner Kurz. Bei Gewährleistung unterschiedlicher Sortimente und Dienstleister beider Einkaufszentren erfülle das avisierte Bereichszentrum in Münster-West, mit 54 000 Einwohnern Münsters größter Stadtbezirk, eine wichtige Nahversorgungsfunktion („kurze Wege“).

Neben den befürchteten Sortiment­-Überschneidungen und möglichen Leerständen sehen sich vor allem Anlieger dem Risiko erhöhter Verkehrsbelastung ausgesetzt. „Erst die verkehrstechnischen Voraussetzungen schaffen, dann bauen!“, forderte ein Bürger. „Wann wird die GAD-Trasse endlich realisiert?“ Die Sorge, die Verkehrsbelastung steige exorbitant, konnte Verkehrsplaner Dietmar König weitgehend entkräften. Die als Haupteinfallstraße schon jetzt stark befahrene Weseler Straße werde allein auf Grund des Stadtbereichszentrums „keine wesentliche Verkehrszunahme“ bewirken. Zudem plane die Stadt Maßnahmen zur Entlastung: Zusätzliche Spuren am Knotenpunkt Weseler Straße / Autobahnzubringer / Umgehungsstraße ab 2011, eine dem Verkehrsfluss angepasste Ampelschaltung ab 2012.

Die bislang auf Eis gelegte Realisierung der GAD-Trasse, räumte Dietmar König ein, sei „abhängig von der Finanzierung“. Die Bürgeranregungen, vordringlich in puncto Verkehr, werden in das weitere Prozedere einfließen, versicherte Stadtplaner Andreas Kurz. Das Protokoll des Diskussionsabends sei in Kürze via Internet einsehbar. Eine Bürgerin brachte ihre Meinung auf den Punkt: „Im Grunde bekommt das Ganze lediglich eine attraktive Umhüllung, viele der künftigen Sortimente sind doch schon da!“

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