Mecklenbeck
Widerstand gegen das Stadtbereichszentrum

Dienstag, 09.03.2010, 22:03 Uhr

Münster-Mecklenbeck - „Nein!“ Aus der Sicht von Michael Maas , Architekt des geplanten Stadtbereichszentrums und Vertreter des Investors, ist das Projekt auf dem ehemaligen Hellweg-Areal an der Weseler Straße noch nicht in den Brunnen gefallen. Allerdings weiß er auch, dass sich in Mecklenbeck Widerstand regt: CDU und GAL sammeln Unterschriften gegen das umstrittene Zentrum. Die Aktion, bedauert Maas, sei jedoch „relativ gefärbt“.

Während die Gegner des Stadtbereichszentrums insbesondere auf den erwarteten hohen Verkehrszuwachs, zusätzlichen Lärm, Abgasgestank und befürchtete Blechlawinen in den Mecklenbecker Wohngebieten verweisen, hat Maas ein Gutachten des Investors in der Hinterhand. Dies belege eindeutig, dass der Verkehr, der mit einer Verwirklichung des Stadtbereichszentrums einhergehe, geringer sei als das, was nach jetzigem Baurecht auf dem Hellweg-Gelände machbar sei. Dort könnten neben der in der unmittelbaren Nachbarschaft bereits vorhandenen Aldi-Filiale ein großflächiger Möbel- und ein Autohandel sowie ein Baumarkt angesiedelt werden. „Das würde mehr Stellplätze erfordern und mehr Zielverkehr verursachen als das Zentrum“, unterstreicht Maas. Laut Gutachten könne der Mehrverkehr dreimal so hoch angesetzt werden wie beim Stadtbereichszen­trum. Sogar die Genehmigung für eine weitere Spielhalle habe vorgelegen, die der Investor jedoch nicht wolle.

Laut Michael Maas steht das geplante Stadtbereichszentrum im Einklang mit dem Einzelhandelskonzept der Stadt Münster. Es vermeide Einkaufsverkehr in die City, verbessere die Einzelhandelsversorgung innerhalb des Stadtbezirks und ersetze die unansehnlichen Zweckbauten auf dem Plangelände durch ein architektonisch ansprechendes Gebäude. Durch entsprechende Festlegungen im Bebauungsplan werde zudem dafür gesorgt, dass das Zen­trum keine Konkurrenz für die neuen Geschäfte auf dem Areal südlich der Anna-Kirche darstelle - Nahversorgung werde es an der Weseler Straße nicht geben. Darüber hinaus sei die Realisierung des neuen Mecklenbecker Bahnhaltepunkts ohne das Stadtbereichszentrum kaum möglich.

Die Mecklenbecker CDU und die GAL sammeln derweil als erklärte Gegner des Zentrumsprojekts (die WN berichteten) Unterschriften. Die Christdemokraten, so Ortsunions-Chef Andreas van der Meulen, standen am Samstag von 10 bis 12 Uhr vor dem Edeka-Markt am Dingbängerweg. Dabei kamen 50 Unterschriften gegen das Zentrum zusammen. „Mitte der Woche werden es 75 sein“, sagt van der Meulen. Etwa drei Viertel der angesprochenen Mecklenbecker wollten das Zentrum nicht. „Es geht uns darum, in kurzer Zeit ein Meinungsbild der Bevölkerung einzufangen“, so der Ortsunions-Vorsitzende weiter. Neben der Verkehrsproblematik bereite das Stadtbereichszentrum als Gegenpol zur Geschäftswelt südlich der Anna-Kirche arge Sorgen. Die Unterschriften will die CDU am 25. März bei der Bürgerversammlung zum Stadtbereichszentrum in der Peter-Wust-Schule vorlegen.

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