Mecklenbeck
Christdemokratische Kehrtwende

Dienstag, 20.04.2010, 23:04 Uhr

Münster-Mecklenbeck - Die Chancen für die Verwirklichung des geplanten Stadtbereichszentrums an der Weseler Straße sind erheblich gestiegen: Auf ihrer Sitzung am Montagabend sprach sich die CDU-Ratsfraktion mehrheitlich für das Projekt aus. Laut Fraktionsgeschäftsführer Dr. Veit Christoph Baecker gab es keine Gegenstimme, lediglich „einige Enthaltungen“. Die Zustimmung dürfte für so manchen unerwartet und einer Kehrtwende gleich kommen, denn die Christdemokraten lehnten das Stadtbereichszentrum bislang vehement ab. Deshalb scheint es kaum verwunderlich, dass die CDU ihr Ja an Bedingungen knüpft.

„Wir werden den Planungen zustimmen, wenn diese bestimmte Modifizierungen erfahren“, stellte Baecker gegenüber den WN deutlich heraus. Das Stadtbereichszentrum dürfe keine negativen Auswirkungen auf das im Aufbau befindliche Stadtteilzentrum rund um St. Anna haben. Auch die Verkehrssituation auf der vielbefahrenen Weseler Straße dürfe nicht außer acht gelassen werden.

Vor diesem Hintergrund wollen sich die Christdemokraten laut Baecker mit Nachdruck dafür stark machen, dass die schon seit Jahren in der Diskussion stehende Entlastungsstraße für Mecklenbeck , die Fritz-Stricker-Straße (GAD-Trasse), möglichst zügig realisiert wird.

Darüber hinaus soll der Anteil der im Stadtbereichszentrum zulässigen ergänzenden Randsortimente von bislang zehn auf maximal fünf Prozent der 7250 Quadratmeter großen Gesamtverkaufsfläche heruntergefahren werden. Dem Stadtteilzentrum um St. Anna soll keine Konkurrenz entstehen. In diesem Zusammenhang spricht sich die CDU auch gegen die Ansiedlung jeglicher Dienstleistungsbetriebe im geplanten Zentrum an der Weseler Straße aus. Das dort zulässige Sortiment von Bürowaren soll zudem so ausgerichtet werden, dass es dem klassischen Schreibwarenhandel nicht die Kundschaft nimmt und unter anderem auch keine Bücher und Zeitschriften führt. Nichts einzuwenden haben die Christdemokraten indes gegen die vorgesehene Fitness- und Sporteinrichtung.

Nach den Vorstellungen der CDU-Ratsfraktion soll zudem die Nutzung des unmittelbar ans Projektareal angrenzenden Bereichs mit der „Futterhaus“-Filiale unverändert bleiben - sprich auf den Verkauf von Tiernahrung und -zubehör festgelegt werden.

Darüber hinaus machen sich die Christdemokraten dafür stark, im Durchführungsvertrag zwischen Stadt und Investor zu verankern, dass Sortimentsänderungen im Stadtbereichszentrum von Politik und Verwaltung abgesegnet werden müssen.

Die CDU habe es sich nicht leicht gemacht. Es habe eine lange und intensive Diskussion ums Stadtbereichszentrum gegeben. „Doch der Aufwand, der betrieben wurde, hat sich gelohnt“, ist sich Veit Christoph Baecker sicher. Die Kritiker des Projekts hätten gute Gründe für ihre ablehnende Haltung gehabt. Insbesondere die Verkehrssituation auf der Weseler Straße sei problematisch. Deshalb sei es für den Stadtteil Mecklenbeck gut, dass das Thema Entlastungsstraße erneut auf die Agenda komme. Und indem angestrebt sei, steuernd in die Angebotsausrichtung des Stadtbereichszentrums einzugreifen, solle „eine akute Gefährung“ des Stadtteilzentrums um St. Anna unterbunden werden.

Die CDU-Ratsfraktion, so der Geschäftsführer abschließend, habe die Auseinandersetzung mit dem Thema Stadtbereichszentrum Mecklenbeck sehr ernst genommen. Sie hoffe, dass ein guter Konsens gefunden werde.

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