Mecklenbeck
„Ein schönes Weihnachtsgeschenk für uns“

Dienstag, 14.12.2010, 23:12 Uhr

Münster-Mecklenbeck - Der jahrelange Streit um die geplante Verschwenkung der Heroldstraße ist beendet. Die vielbefahrene Verkehrsader kann umgebaut werden. „Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind jetzt gegeben“, unterstrich im Gespräch mit den WN gestern Manfred Vaupel vom städtischen Rechtsamt. Das Bundesverwaltungsgericht hat - wie berichtet - die Klage eines Anliegers gegen das Vorhaben zurückgewiesen.

Es gibt viele Münsteraner, die sich über geplante Verschwenkung der Heroldstraße freuen dürften. Denn durch die vorgesehene neue Straßenführung sollen die langen täglichen Staus vor den dortigen Bahnschranken ein für alle Mal der Vergangenheit angehören.

Auf rund 400 Metern Länge, so sieht es die aktuelle Planung vor, soll die Herold­straße künftig südlich der Bahnlinie in Richtung Innenstadt geführt und dort in Höhe des geplanten neuen Mecklenbecker Bahnhofs mittels einer Gleisunterführung gegenüber der Meyerbeerstraße an die Weseler Straße angebunden werden. 720 Meter lang soll die geplante Verschwenkungsstrecke sein und gut 15 Millionen Euro kosten.

Zwei Anlieger seien bereits im Februar mit einer Normenkontrollklage gegen den betreffenden Bebauungsplan vorm münsterischen Oberverwaltungsgericht gescheitert. Einer sei letztendlich vors Bundesverwaltungsbericht gezogen, so Vaupel gegenüber den WN. Beiden Klägern sei gemein, dass es sich bei ihnen um „Anlieger in vorderster Front“ handele. Diese sähen sich beim Bau der „neuen“ Heroldstraße „besonderen Beeinträchtigungen“ ausgesetzt, so der städtische Jurist weiter.

Nach Auskunft von Gerd Rüller dürfte die Verlegung der Heroldstraße allerdings noch ein Weilchen auf sich warten lassen. Er rechne damit, dass der Bau erst im Jahr 2014 oder 2015 über die Bühne gehen könne, so der stellvertretende Leiter des städtischen Tiefbauamts. Von den veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 15,3 Millionen Euro würden 13,1 Millionen Euro von Bahn, Land und Bund getragen. Derzeit befänden sich die Planungsvereinbarungen mit der Deutschen Bahn AG, die zusammen mit der Stadt als Bauherr auftreten werde, in der Endphase. Im kommenden Jahr, so Rüller weiter, solle über eine EU-weite Ausschreibung ein Ingenieurbüro mit der Projektplanung beauftragt werden.

Während auf politischer Seite CDU und SPD geschlossen hinter dem Projekt stehen, stößt dieses bei den Grünen auf strikte Ablehnung. Sie befürchten, dass die Herold­straße im Zusammenhang mit dem geplanten Amelsbürener Autobahnanschluss und dem dortigen Gewerbepark zu einer „Westtangente“ werden könnte.

Freude indes beim Initiativkreis Bahnübergang Mecklenbeck : „Gute Nachricht, ein schönes Weihnachtsgeschenk für uns“, kommentiert Helmut Goebel, Vorsitzender der Mecklenbecker Bürgerinitiative, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Fast 17 Jahre lang habe der Initiativkreis für die Verlegung der He­roldstraße gekämpft. Jetzt endlich sei der Weg dafür geebnet und juristisch abgesichert worden.

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