Mecklenbeck
Ideen für ein „Vorzeige-Quartier“

Freitag, 14.01.2011, 22:01 Uhr

Münster-Mecklenbeck - „Wir müssen etwas bauen, das vernünftig in den Stadtteil passt!“ Die Mecklenbecker CDU - das brachte Ratsherr Rolf Klein bei einem Ortstermin deutlich zu Ausdruck - will schon im Vorfeld alle Hebel in Bewegung setzen, damit das geplante Neubaugebiet zwischen Weseler Straße , Meckmannweg und Schwarzem Kamp zu einem städtebaulichen „Glanzlicht“ am Westrand Mecklenbecks wird.

Auf ihrer Sitzung am 27. Januar wird sich die Bezirksvertretung (BV) West mit der Vorbereitung des Städtebaulichen Realisierungswettbewerbs für das angehende knapp sieben Hektar große Baugebiet befassen. Die Christdemokraten möchten die dafür von der Verwaltung ins Spiel gebrachten Vorgaben in einigen Punkten geändert sehen. Dies hoben Ratsherr Klein, Ortsunions-Chef Andreas van der Meulen und CDU-Fraktionsvorsitzender in der BV West, Peter Wolfgarten, beim Ortstermin an der Seite von Vertretern der Anwohnerschaft und des Mecklenbecker Sozialkreises hervor.

Erklärtes Ziel soll auch weiterhin die Schaffung eines „energetisch optimierten Wohngebiets mit eigenständiger städtebaulicher Identität“ bleiben, das vielfältigen Wohnungsansprüchen und Lebensstilen gerecht wird. Allerdings erscheint den Christdemokraten der von der Verwaltung ins Auge gefasste Bau von rund 300 neuen Wohnungen schlichtweg überdimensioniert.

Sie sprechen sich dafür aus, sowohl Mehrfamilienhäuser in überschaubaren Gruppen als auch „das Stadtteilangebot ergänzende Formen“ von Einfamilienhäusern zu bauen. Dabei sollen im südlichen Teil des Neubaugebiets 40 bis 45 Wohnungen, in nördlichen Teil zirka 25 Wohnungen pro Hektar entstehen. Von einem „vielfältigen Mix an Wohnraumangebot für unterschiedliche Zielgruppen“, von Nachbarschaftsförderung und hoher Aufenthaltsqualität ist die Rede.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels will die CDU im Baugebiet auch die Wohnbedürfnisse älterer Menschen abgedeckt sehen, „eventuell mit ambulanten pflegerischen Angeboten“. Damit alles überschaubar bleibt, sollen die Neubauten im Regelfall nicht höher als zweieinhalbgeschossig errichtet werden. Und da den Christdemokraten eine Art „Vorzeige-Wohnquartier“ vorschwebt, soll das Bauen „dem Prinzip der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes folgen“ und durch sparsamen Wärme- und Energieverbrauch niedrige Unterhaltskosten gewährleisten: „Deshalb sind Ideen wie das Passivhaus oder auch das Nullenergiehaus nicht außer Acht zu lassen.“

Die maroden Übergangswohnungen am Schwarzen Kamp 116, 21 und 59 will die CDU abgerissen sehen. Lediglich das Gebäude Meckmannweg 65 / Ecke Schwarzer Kamp soll stehen bleiben. Im Einklang mit dem Sozialkreis sollen für die vom Abriss betroffenen Bewohner im Plangebiet „menschenwürdige Wohnalternativen“ geschaffen werden.

Da der Schwarze Kamp laut Anwohnersprecher Klaus Hegerding zusätzlichen Verkehr nur schwerlich verkraften kann, sprechen sich die CDU-Politiker für den Bau einer Zufahrtsstraße ab Meckmannweg aus. Darüber hinaus soll ein Fuß- und Radweg das Neubaugebiet an die Weseler Straße anbinden. Eine sichere Querungshilfe soll dafür sorgen, dass dieser auch von Anwohnern der Duddeyheide genutzt werden kann, sodass unter anderem der dort wohnende Nachwuchs den künftigen Spielplatz im Baugebiet aufsuchen kann.

Noch unklar ist laut CDU, ob das Vereinshaus des 1. FC Mecklenbeck (der Sportplatz wird überplant) erhalten bleibt, und ob die Wäscherei Schlüter ihren Standort aufgibt. Sollte Letzteres der Fall sein, würde das Baugebiet auf 7,6 Hektar anwachsen.

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