Hügelgrab aus der Bronzezeit
Archäologen stoßen bei Grabungen an der Mecklenbecker Fritz-Stricker-Straße auf frühzeitliche Relikte

Münster-Mecklenbeck -

Die Funde sind keineswegs spektakulär, dafür aber uralt und für Fachleute durchaus von Wert: Relikte aus der Bronze- und der Eisenzeit wurden in den vergangenen Tagen bei einem Kooperationsprojekt der städtischen Denkmalbehörde und der LWL-Archäologie in Mecklenbeck zutage gefördert. Im Bereich der Baustelle zur Verlängerung der Fritz-Stricker-Straße legten die Archäologen eine sogenannte Kreisgraben-Anlage mit einem Hügelgrab sowie Siedlungsreste frei. Dass es dazu kam, war einem aufmerksamen Mecklenbecker zu verdanken.

Freitag, 03.05.2013, 23:05 Uhr

Blick auf das Grabungsareal im Bereich der Baustelle für die Verlängerung der Fritz-Stricker-Straße.
Blick auf das Grabungsareal im Bereich der Baustelle für die Verlängerung der Fritz-Stricker-Straße. Foto: sch

Beim Ausbaggern der Baustelle entdeckte Manfred Schlösser, ehrenamtlicher Mitarbeiter der städtischen Denkmalbehörde, dass von den Arbeitern ein aus archäologischer Sicht offenbar höchst interessantes Terrain aufgedeckt wurde. „Es handelt sich um Verfärbungen und lineare Strukturen, die einen Kreis bilden“, erläutert Lukas Fischer vom Landschaftsverband, der vor Ort die Grabungen leitete. Für jemanden, der sich mit der Materie auskenne, sei deutlich sichtbar gewesen, dass die Fläche zu früheren Zeiten von Menschen genutzt worden sei.

Gemacht wurde die Entdeckung laut Fischer bereits im vergangenen Jahr. Doch erst jetzt – bei gutem Wetter – sei das etwa 25 mal 16 Meter große Areal eingehend untersucht worden. Drei Wochen lang waren Archäologie-Studenten sowie Mitarbeiter der Denkmalbehörde und des Landschaftsverbands vor Ort. Am Freitag fand die Grabungsaktion ihren Abschluss.

Die Fachleute legten eine frühzeitliche Kreisgraben-Anlage frei, in deren Zentrum sich einstmals ein Hügelgrab befunden haben muss. Diese Bestattungsstätte stammt laut Stadtarchäologin Dr. Aurelia Dickers vermutlich aus der Zeit zwischen 1700 und 1200 vor Christus. Während die Kreisgraben-Anlage, die mit einem Durchmesser von 16 Metern dereinst den Grabhügel umfasste, von den Experten noch eingehend untersucht werden konnte, sah es im Hinblick auf die Bestattungsstätte nicht sonderlich gut aus. Das Hügelgrab muss im Laufe der Jahrhunderte – vermutlich durch landwirtschaftliche Nutzungen – eingeebnet beziehungsweise abgetragen worden sein. Aus diesem Grunde seien auch keine Beerdigungs- oder Urnenreste mehr gefunden worden, erläutert Aurelia Dickers.

Gleichwohl geht die Archäologin davon aus, dass im Zentrum des Grabhügels eine zu damaligen Zeiten gesellschaftlich hoch gestellte Persönlichkeit beigesetzt wurde und es zudem im Umfeld noch weitere Gräber gab.

Bei den Grabungsarbeiten stießen die Forscher aber auch auf Siedlungsreste, die nach ihren Erkenntnissen mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Bronzezeit (800 bis 15 vor Christus) stammen. Dabei handelt es sich laut Grabungstechniker Lukas Fischer um Reste von Abfall- und Pfostengruben mit Keramikscherben aus der damaligen Zeit. Letztere wandern ins Archiv und werden von Fachleuten nach Möglichkeit wie bei einem Puzzlespiel wieder zusammengesetzt. Auf jeden Fall sind sie Relikt der frühzeitlichen Siedlungsgeschichte Mecklenbecks .

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