Schienenhaltepunkt Mecklenbeck
„Hinhaltetaktik der Bahn“: Verschiebung verärgert Politiker

Münster-Mecklenbeck -

Enttäuschung in Mecklenbeck: Die Lokalpolitik ist sauer darüber, dass die Bahn den geplanten neuen Haltepunkt auf Eis legen will.

Mittwoch, 09.10.2013, 01:10 Uhr

Ortstermin am Bahndamm: Im Jahr 2008 freuten sich münsterische CDU-Politiker – unter ihnen auch Andreas van der Meulen und Peter Wolfgarten (7.u.9.v.r.) auf die damals angepeilte Eröffnung des Mecklenbecker Schienenhaltepunkts im Jahr 2011. Mittlerweile sind die Mecklenbeckler Christdemokraten über die permanenten Terminverschiebungen mehr als verärgert.
Ortstermin am Bahndamm: Im Jahr 2008 freuten sich münsterische CDU-Politiker – unter ihnen auch Andreas van der Meulen und Peter Wolfgarten (7.u.9.v.r.) auf die damals angepeilte Eröffnung des Mecklenbecker Schienenhaltepunkts im Jahr 2011. Mittlerweile sind die Mecklenbecker Christdemokraten über die permanenten Terminverschiebungen mehr als verärgert. Foto: sch

Der Unmut ist groß: Bittet man Mecklenbecker Politiker um ein Statement zur neuerlichen Verschiebung des Bauprojekts „ Schienenhaltepunkt Mecklenbeck “, dann ertönen durchweg ärgerliche Stimmen.

Schließlich soll sich die Inbetriebnahme des Haltepunkts, wie am Dienstag berichtet, mindestens bis ins Jahr 2018 verzögern. Der laut DB Netz AG notwendige Bau eines neuen elektronischen Stellwerks soll Ursache dafür sein.

Im Hinblick auf den Haltepunkt komme er sich wie im Kasperletheater vor, sagt CDU-Bezirksvertreter An­dreas van der Meulen. Wenn der Bahn nach all den Jahren, in denen der für Mecklenbeck überaus wichtige Haltepunkt in der Diskussion stehe, erst jetzt auffalle, dass sie noch ein Stellwerk bauen müsse, dann könne man nur sagen: „Da haben bestimmte Leute ihre Hausaufgaben nicht gemacht.“

Da haben bestimmte Leute ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

An­dreas van der Meulen, CDU-Bezirksvertreter

Immer wieder seien Termine für den Bau des Haltepunkts genannt worden, aus denen nichts geworden sei. „In Mecklenbeck denken wir mittlerweile nicht mehr in Jahren, sondern in Jahrzehnten“, ärgert sich van der Meulen über die „ Hinhaltetaktik der Bahn“.

„Das ist ein Unding!“ Auch Marianne Koch ist höchst verwundert über die schlechten Nachrichten von der DB Netz AG. „Warum stellen die erst jetzt fest, dass sie noch ein Stellwerk bauen müssen?“, fragt die SPD-Ratsfrau. Mecklenbeck brauche den Schienenhaltepunkt eher heute als morgen – insbesondere zur Verkehrsentlastung.

Das ist ein Unding

Marianne Koch, SPD-Ratsfrau

Schließlich gebe es rund 10 000 Menschen, die im münsterischen Stadtteil zur Arbeit gingen. Es sei wichtig, dass diesen die Möglichkeit gegeben werde, mit der Bahn zur Arbeit zu kommen. Die SPD werde das Gespräch mit der DB Netz AG suchen. Sie selbst werde das Thema im Mecklenbecker Stadtteilmarketing auf den Tisch bringen.

Die „ständigen Verschiebungen“ beim Projekt „Bahnhaltepunkt Mecklenbeck“ wurmen auch Peter Wolfgarten ganz gehörig. Das Bebauungsplanverfahren zur Errichtung der Schienenhaltestelle sei bereits im Jahr 2008 abgeschlossen worden. Seitdem habe die Bahn viel Zeit gehabt, die nötigen Planungen durchführen zu können.

Immer wieder seien Termine für eine mögliche Eröffnung genannt und dann doch wieder verschoben worden. Und jetzt werde aufgrund eines Stellwerks, das plötzlich noch gebaut werden müsse, eine neuerliche Verschiebung kundgetan . . .

Als hochgradig ärgerlich bezeichnet der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weber die nun zutage getretenen erheblichen zeitlichen Verzögerungen für den Haltepunkt in Mecklenbeck. „Das ist wirklich unglaublich.“ Die Bahn beschädige mit ihrem Verhalten jegliche Glaubwürdigkeit: „So geht es auf jeden Fall nicht weiter. Im DB-Konzern muss diese Schlamperei zur Chefsache gemacht werden.“

Ein neues Stellwerk, so Weber weiter, koste zwischen fünf und acht Millionen Euro und könne nach aktuellem Infostand frühestens im Jahr 2018 in Betrieb genommen werden, vorausgesetzt, das Land beteilige sich an der Finanzierung.

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