Helmut Goebel wurde in Polen für seine dortigen Restaurationsarbeiten geehrt
Engel mit goldenem Herz

Münster-Mecklenbeck -

Er hat in seiner einstigen schlesischen Heimat die „Straße der Denkmäler“ geschaffen. Dafür wurde der Mecklenbecker Helmut Goebel jetzt in Polen geehrt.

Freitag, 25.07.2014, 23:07 Uhr

Der Engel mit dem goldenen Herzen aus Mecklenbeck: Dieses Handwerksstück wurde Helmut Goebel zum Abschied von seinem Ehrenamt im schlesischen Niederschwedeldorf überreicht. Jetzt plant der umtriebige Mecklenbecker ein deutsch-polnisches Buchprojekt.
Der Engel mit dem goldenen Herzen aus Mecklenbeck: Dieses Handwerksstück wurde Helmut Goebel zum Abschied von seinem Ehrenamt im schlesischen Niederschwedeldorf überreicht. Jetzt plant der umtriebige Mecklenbecker ein deutsch-polnisches Buchprojekt. Foto: tu

Er gilt in seiner schlesischen Heimat als der Brückenbauer zwischen Polen und Deutschland, als der gute Geist des Wortes und unzähliger Taten. Nicht nur 35 restaurierte Denkmäler, Bildstöcke, Kreuze und Wappen, auch die im Jahre 2009 eröffnete „Straße der Denkmäler“ und der Verein „Erzengel Michael“ künden vom unermüdlichen Einsatz des Mecklenbeckers im polnischen Niederschwedeldorf unweit von Glatz.

„Es war ergreifend“, beschreibt Helmut Goebel die unlängst ihm und seinem jahrzehntelangen Engagement gewidmete Feierstunde. Schweren Herzens, wie er erzählt, war es nach nunmehr 105 Besuchen in seinem schlesischen Heimatdorf an der Zeit, Abschied zu nehmen von seinem geliebten Ehrenamt, zumindest was die handwerkliche Seite angehe. „Der schwarze Eimer mit Hammer, Meißel, Zollstock und Wasserwaage“ – Helmut Goebels seit Jahrzehnten typisches Reisegepäck – „bleibt zu Hause“, heißt es im polnischen Zeitungsartikel über die bewegende Abschiedsfeier.

Schon Anfang des Jahres verlieh Ministerpräsident Broniskaw Komorowski – wie berichtet – dem verdienten Mecklenbecker das polnische Bundesverdienstkreuz . Zahlreiche Polen und Deutsche beteiligten sich an der jüngsten Feierstunde, sogar ein Fernsehteam filmte, als Helmut Goebel zunächst von Bürgermeister Stanislaw Langawa die Abschiedsurkunde überreicht wurde. „In seiner Rede bezog sich Langawa auf die über 60-jährige Freundschaft unserer Familien“, erinnert sich der Mecklenbecker und kann nur mühsam seine Tränen unterdrücken.

Höhepunkt der Feier war die Pflanzung einer englischen Kletterrose, die Helmut Goebel seinem geliebten Heimatdorf geschenkt hatte – nebst Enthüllung einer Denkmaltafel in deutscher, polnischer und englischer Sprache. „Spirit of Freedom“ wurde die Rose symbolhaft betitelt. „David Austin, ein großer englischer Rosenzüchter, hatte sie anlässlich einer Ausstellung in Münster für die Straße der Denkmäler in Niederschwedeldorf gestiftet“, zitiert Goebel die dreisprachige Inschrift. Zum Dank überreichten ihm die Niederschwedeldorfer Freunde und Bürger ein nicht minder aussagekräftiges Abschiedsgeschenk – einen Engel, der ein goldenes Herz trägt.

Eigentlich habe sich der umtriebige Mecklenbecker nie von seiner Heimat getrennt, brachte es Mariola Nakwasinska, Ortsvorsteherin und Vereinsvorsitzende von „Erzengel Michael“, in ihrer Festrede auf den Punkt. Denn es überrascht nicht, dass Helmut Goebel, kaum waren die Abschiedsfeierlichkeiten in Niederschwedeldorf passé, längst einem neuen Projekt widmet. Die „Straße der Denkmäler“ – so lautet der Titel einer zweisprachigen Foto- und Textdokumentation, die Goebel gemeinsam mit dem Verein realisieren will. Denn es gelte, dass der bewährte Geist der völkerverbindenden Denkmalpflege mit dem Buchprojekt fortgesetzt werde.

Material hat Helmut Goebel in Hülle und Fülle. „Die Fotos macht der Fotograf des Glatzer Museums, der beste der Region, und etliche Texte hat unsere Dolmetscherin Irena Rogowska schon ins Polnische übersetzt!“, erläutert der Mecklenbecker.

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