St.-Anna-Gemeinde feiert ihre Gottesdienste bis November im evangelischen Gotteshaus
Kirche als Forum der Begegnung

Münster-Mecklenbeck -

Es klingt ein wenig wie der Traum von einer Kirche für alle Christen, der im evangelischen Gotteshaus zumindest zeitweise Wirklichkeit geworden ist: In der Martin-Luther-Kirche feiern während des Umbaus der St.-Anna-Kirche auch die Gläubigen der katholischen Gemeinde ihre Gottesdienste.

Freitag, 04.09.2015, 23:09 Uhr

Gelebte Ökumene in der Martin-Luther-Kirche (v.l.): Friederike Barth, Jan-Christoph Borries und Claudia Maria Korsmeier freuen sich über ein von beiden Kirchengemeinden genutztes Gotteshaus.
Gelebte Ökumene in der Martin-Luther-Kirche (v.l.): Friederike Barth, Jan-Christoph Borries und Claudia Maria Korsmeier freuen sich über ein von beiden Kirchengemeinden genutztes Gotteshaus. Foto: tu

„Wir werden die vielen schönen Begegnungen sehr vermissen!“, betont Pfarrerin Dr. Friederike Barth. Auch für ihren Amtsbruder Jan-Christoph Borries und Dr. Claudia Maria Korsmeier , Mitglied des Gemeindeausschusses von St. Anna , dürfte mit der Wiedereröffnung der Anna-Kirche Ende November ein ganz besonderer Zeitraum zu Ende gehen.

„Viele Kirchgänger beider Konfessionen, die sich vorher kaum kannten, begegnen sich hier“, beschreibt das Trio den sonntäglichen Wechsel der Gottesdienste – inzwischen eine bestens eingespielte Routine. „Das falsche Gebetbuch gibt’s nicht mehr“, sagt Pfarrer Borries lachend. Links steht das Regal mit den evangelischen Gesangsbüchern, rechts der Rollwagen mit den „Gotteslob“-Exemplaren für die Gäste von St. Anna. Auf der linken Anzeigetafel leuchten die Ziffern der katholischen Kirchenlieder, auf der rechten die der protestantischen Liedtexte.

Ökumenischer Nebeneffekt der temporären Vereinigung: Familien mit gemischten Konfessionen besuchten nicht selten abwechselnd beide Gottesdienste. „Bemerkenswert ist die Erkenntnis der Kirchgänger, dass eine 95-prozentige Übereinstimmung besteht“, bilanziert Borries. Besser, auch aus Sicht von Kirchenökonomen, dürfte sich ein Gotteshaus kaum auslasten lassen.

Auch ein so langes Glockengeläut ist sonntags noch nie erklungen: um 9.30 Uhr für die katholische Messe, danach für den Gottesdienst der Johannesgemeinde, nachmittags folgt die afrikanische Gemeinde „Endtime Revival“. „Für uns“, sagt Claudia Maria Korsmeier, „ist die Gottesdienstgestaltung immer wieder hochinteressant!“ Weil den Katholiken der Tabernakel zur Aufbewahrung der Hostien für die Kommunion fehlt, müssten die Kirchgänger, die an diesem Sakrament teilnehmen wollen, die geweihten Hostien zu Beginn des Gottesdienstes in eine besondere Schale legen. Dass der Fürbittenleuchter jetzt viel heller erstrahle, da die Gläubigen der St.-Anna-Gemeinde häufiger die kleinen Lichter anzünden, lässt kleine Unterschiede der Konfessionen erkennen. Klein, aber unbedeutend.

Denn fest steht für Claudia Maria Korsmeier: „Die Martin-Luther-Kirche ist ein wunderbarer Gebetsraum und natürlich viel einladender als die Aula der Peter-Wust-Schule!“ Selbige stand als Ersatzkirchenraum ebenfalls zur Verfügung, mehrheitlich habe man seinerzeit aber für das evangelische Gotteshaus votiert.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst am 15. November verabschiedet die Johannesgemeinde ihre katholischen Gäste.

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