Verkehrsberuhigung am Stratmannweg
Keine Spielstraße am Stratmannweg

Münster-Mecklenbeck -

Die Stadtverwaltung erteilt der Forderung der SPD in der Bezirksvertretung Münster-West eine Absage: Der Mecklenbecker Stratmannweg soll nach ihrem Willen nicht zur Spielstraße werden.

Freitag, 17.02.2017, 18:02 Uhr

Blick in den Stratmannweg: Stadtverwaltung und Polizei stufen die schmale Straße als verkehrssicher ein. Eine Umgestaltung zur verkehrsberuhigten Spielstraße lehnen sie deshalb ab.
Blick in den Stratmannweg: Stadtverwaltung und Polizei stufen die schmale Straße als verkehrssicher ein. Eine Umgestaltung zur verkehrsberuhigten Spielstraße lehnen sie deshalb ab. Foto: sch

Bereits im Mai 2015 hatten sich die Sozialdemokraten in der Bezirksvertretung (BV) West dafür stark gemacht, den Stratmannweg als verkehrsberuhigten Bereich – als Spielstraße – auszuweisen. In der BV-Sitzung am Donnerstagabend erhielten sie jetzt die Antwort der Verwaltung: Sie fällt negativ aus. Eine Verkehrsberuhigung soll nicht erfolgen.

Der Antrag der SPD sei „unter der Beteiligung der zuständigen Fachdienststellen der Verwaltung und der Polizei“ geprüft worden, lässt das Stadtplanungsamt die Bezirksvertreter wissen. In ihrem Antrag hatten die Sozialdemokraten darauf hingewiesen, dass am Stratmannweg die Kita „Unter den Eichen“ beheimatet sei, und sich dort „sehr viele Kinder im Straßenraum bewegen“. Diese könnten durch den Autoverkehr gefährdet werden, zumal die Straße im Eingangsbereich schmal sei, und die Einmündung in die Straße Am Hof Schultmann nur schlecht eingesehen werden könne: „Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist deshalb Schrittgeschwindigkeit dringend geboten.“

In ihrer ablehnenden Stellungnahme weist die Verwaltung darauf hin, dass es sich beim Stratmannweg um eine Sackgasse handelt, die innerhalb einer „Tempo 30“-Zone liegt und fast ausschließlich von Anliegern und Kita-Besuchern befahren wird. Durchgangsverkehr sei ausgeschlossen. In der niveaugleich ausgebauten 5,50 Meter breiten Straße mit beidseitig angrenzenden Pflasterstreifen gebe es keine speziellen Pkw-Stellflächen. Deshalb sei eine Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich nicht ohne Weiteres möglich.

Hauptvoraussetzung für eine verkehrsberuhigte Ausweisung sei nach den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung die bauliche Gestaltung des Straßenraums. Verkehrszeichen allein reichten nicht aus.

Um den Stratmannweg als Spielstraße auszuweisen, müsse dessen Gestaltung eine „Aufenthaltsfunktion“ vermitteln, was nicht der Fall sei. Dafür seien zusätzliche verkehrsberuhigende Elemente – Baumscheiben, Aufenthaltsbereiche für Fußgänger und anderes mehr – erforderlich.

Ein weiteres Problem stellt laut Verwaltung die Parkplatz-Situation dar: In einer verkehrsberuhigten Straße dürfe nur innerhalb gekennzeichneter Flächen geparkt werden. Die Vor-Ort-Prüfung der städtischen Fachleute habe ergeben, dass bei einer Einrichtung solcher Parkflächen das gemäß Richtwert am Stratmannweg erforderliche Kontingent von 16 Stellplätzen nicht realisiert werden könne.

„Aufgrund der fehlenden Anzahl von Stellplätzen im öffentlichen Verkehrsraum kann der Stratmannweg nicht als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen werden“, schreibt das Stadtplanungsamt. Aus Sicht von Verwaltung und Polizei würden die Verkehrsverhältnisse in der Straße ohnehin „nach wie vor als verkehrssicher eingestuft, sodass weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen nicht für erforderlich gehalten werden“. Eine rechtliche Notwendigkeit für Veränderungen der bestehende Verkehrsregelungen oder Umbauten bestehe nicht.

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