Gedenkstunde für Elisabeth Hürten
Sie half der Not leidenden Bevölkerung

Münster-Mecklenbeck -

Anlässlich ihres 125. Geburtstags wurde auf dem Mecklenbecker Friedhof einer verdienten Bürgerin des münsterischen Stadtteils gedacht: Elisabeth Hürten.

Dienstag, 25.04.2017, 19:04 Uhr

Karlheinz Pötter (l.)  gab bei der Gedenkstunde auf dem Friedhof Einblick ins Leben von Elisabeth Hürten.
Karlheinz Pötter (l.)  gab bei der Gedenkstunde auf dem Friedhof Einblick ins Leben von Elisabeth Hürten. Foto: sn

„Wir brauchen solche Vorbilder!“, meinte Ortshistoriker Karlheinz Pötter am Grab der Mecklenbecker Volksschullehrerin Elisabeth Hürten . Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Bezirksvertretung West beschlossen, eine Straße im Neubaugebiet Mecklenbeck-Mitte nach ihr zu benennen. Nun waren etliche Menschen aus dem Stadtteil der Einladung des Geschichts- und Heimatkreises gefolgt, um Hürten anlässlich ihres 125. Geburtstags auf dem Mecklenbecker Friedhof zu gedenken.

Viele Zeitzeugen waren da, und das hieß vor allem, dass ehemalige Schüler gekommen waren, um ihrer einstigen Lehrerin zu gedenken, die viel mehr war als nur eine Autorität in der Schule. Schon im Ersten Weltkrieg hatte Hürten Sanitätskurse mitgemacht, auch im Zweiten Weltkrieg half sie Verwundeten. In der Bauerschaft war sie so etwas wie ein „Arztersatz“, denn sie betreute Kranke und Sterbende. Nach dem Zweiten Weltkrieg kümmerte sie sich aufopferungsvoll um die neu ankommenden Flüchtlinge.

„Mehr als 50 Jahre lang war sie der Not leidenden Bevölkerung eine aktive Helferin in normalen und schrecklichen Notlagen wie Verwundung, Tod, Hunger und Ausgebombtsein“, sagte Pötter. Zeitzeugin Ute Elpers erinnerte sich: „Wir lebten 15 Jahre lang an der ehemaligen Flak-Stellung ohne Strom und Wasser.“ Hürten kam regelmäßig vorbei und half. Bei der Lehrerin konnte Elpers als junges Mädchen auch mit den von ihr so geliebten Buntstiften malen. Später wurde Elpers Porzellanmalerin und hat, wie sie sagte, nur positive Erinnerungen an Elisabeth Hürten.

Pfarrer Timo Weissenberg betete am Grab zusammen mit den Menschen aus dem Stadtteil. Hürten habe „Liebe und Hoffnung“ nach Mecklenbeck gebracht, so der Geistliche. Pötter erinnerte daran, dass viele Menschen Gutes getan hätten. Aber man müsse einzelne hervorheben und das Positive loben. Denn wer solle denn sonst noch Positives tun, wenn das nicht geschehe? Nach der Gedenkstunde gingen alle vom Friedhof zum Bürgerzentrum Hof Hesselmann, wo noch viel Zeit für Gespräche und Erinnerungen war.

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