Schwarzer Kamp
Anlieger sollen mitbezahlen

Münster-Mecklenbeck -

Das geplante Neubaugebiet zwischen Weseler Straße, Meckmannweg und Schwarzem Kamp braucht eine belastungsfähige Verkehrsanbindung. Aus diesem Grund will die Stadt Münster den Schwarzen Kamp ausbauen und dafür die Nachbarn zur Kasse bitten.

Freitag, 30.06.2017, 19:06 Uhr

Blick in den Schwarzen Kamp: Die Stadt Münster will die mehr als 50 Jahre alte Straße nach modernen Standards ausbauen. An den Kosten dafür sollen sich die Anwohner beteiligen.
Blick in den Schwarzen Kamp: Die Stadt Münster will die mehr als 50 Jahre alte Straße nach modernen Standards ausbauen. An den Kosten dafür sollen sich die Anwohner beteiligen. Foto: sch

Es gab keine Diskussion und auch keine hitzige Debatte: Auf ihrer Sitzung im Gievenbecker „Fachwerk“ hat die Bezirksvertretung West am Donnerstagabend weitere Weichen für die Realisierung des geplanten Neubaugebiets zwischen Weseler Straße, Meckmannweg und Schwarzem Kamp gestellt. Das Stadtbezirksparlament stimmte den Planungen des Tiefbauamts zum Straßen- und Kanalausbau zu.

Nach Angaben der Verwaltung schlagen die Kosten für den Bau der Straßen zur Erschließung des Projektareals mit 1,5 Millionen Euro zu Buche. Etwa 900 000 Euro hat die Stadt Münster, rund 600 000 Euro der Investor „Quartier M 1 GmbH“ zu schultern. Läuft alles nach Plan, dann wird Letztgenannter noch in diesem Jahr mit seinem Teil des Straßenbaus beginnen.

Die Anbindung des Neubaugebiets soll über den Meckmannweg und den Schwarzen Kamp erfolgen. Die interne Erschließung sieht eine Verbindungsstraße vom Meckmannweg zum Schwarzen Kamp vor. Zwei kleinere innere Straßen sollen ebenfalls in den Schwarzen Kamp einmünden. Hinzu kommt ein Fuß- und Radweg, der vom Meckmannweg zur Weseler Straße führt.

Im Zuge des Straßenbaus will die Stadt den Schwarzen Kamp auf Vordermann bringen und dafür die Anwohner zur Kasse bitten. In ihrem jetzigen Zustand sei die etwa acht bis 8,50 Meter breite Straße im Hinblick auf ihre künftige Verkehrsfunktion als Wohnsammelstraße unzureichend. „Daher ist eine Verbreiterung nach städtischen Standards mit einem Querschnitt von 11,50 Metern erforderlich“, heißt es in der Beschlussvorlage des Tiefbauamts.

Aufgrund des „hohen Alters“ des aus dem Jahre 1964 stammenden Schwarzen Kamps sei zudem davon auszugehen, dass weder die Fahrbahn noch die Bürgersteige frostsicher ausgebaut seien. Durch den geplanten Ausbau werde die Straße demnächst „einen den anerkannten Regeln der Technik entsprechenden durchgehenden frostsicheren Oberbau“ erhalten. Außerdem würden erstmals Parkstreifen angelegt.

Nach Ansicht des Tiefbauamts stellt der vorgesehene Umbau des Schwarzen Kamps laut Straßenbaubeitragsrecht eine „wesentliche Verbesserung“ dar. Außerdem handele es sich um eine Haupterschließungsstraße. Gemäß den Berechnungen des Amts sind zirka 404 000 Euro der Ausbaukosten umlagefähig. Sie sollen von den Grundstücks- und Immobilienbesitzern am Schwarzen Kamp bestritten werden.

„Ein durchschnittliches Wohngrundstück mit einer Größe von 300 Quadratmetern, zweigeschossig bebaut, muss mit einer voraussichtlichen Beitragsbelastung von 3315 Euro rechnen, bei einer dreigeschossigen Bauweise mit 3825 Euro“, hat das Tiefbauamt ausgerechnet. Etwa 55 Prozent der umlagefähigen Ausbaukosten sollen allerdings auf Grundstücke der Wohn- und Stadtbau und des Investors entfallen.

Die Kosten für den Kanalausbau im neuen Baugebiet veranschlagt das Tiefbauamt mit 2,8 Millionen Euro. 1,3 Millionen Euro sollen die „Quartier M 1 GmbH“ und 1,5 Millionen die Stadt Münster tragen. Im Zuge der Schmutzwasserkanalisation werden rund 1600 Meter Steinzeugkanal und bei der Regenwasserkanalisation 1800 Meter Betonkanal verlegt. Der Investor will seine Arbeiten noch in diesem Sommer starten.

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