Karlheinz Pötter forscht weiter
Modersohn trifft auf Skulpturen

Münster-Mecklenbeck -

Das Gemälde „Sommerfreuden“ von Otto Modersohn hat Karlheinz Pötter besonders gern. Jetzt hat er eine spannende Verbindung zu den Skulptur-Projekten gefunden.

Freitag, 07.07.2017, 19:07 Uhr

Karlheinz Pötter ist ein großer Fan von Otto Modersohn. Im Rahmen der Skulptur-Projekte ist er auf einen interessanten Aspekt gestoßen.
Karlheinz Pötter ist ein großer Fan von Otto Modersohn. Im Rahmen der Skulptur-Projekte ist er auf einen interessanten Aspekt gestoßen. Foto: anf

Obwohl es ein Gemälde ist, wirkt es, als würden die Blättern der großen Pappeln im Wind zittern. Das Kunstwerk „Sommerfreuden“ von Otto Modersohn ist nicht nur dem Mecklenbecker Heimatforscher Karlheinz Pötter ein Begriff – es ist weit über die Grenzen des Stadtteils bekannt.

Zu sehen ist Haus Kump, heute Veranstaltungsort und Gestaltungsakademie der Handwerkskammer Münster. Bekannt ist das Gebäude schon seit 889. „Es ist das älteste bäuerliche Gebäude Münsters“, erklärt Pötter.

Der Landschaftsmaler Otto Modersohn verbrachte zwischen 1884 und 1889 viel Zeit in Münster. Im Jahr 1889 – kurz bevor es ihn ins niedersächsische Worpswede zog, malte er das Gemälde „Sommerfreuden“. Zu sehen: das Haus Kump, die davorliegende Brücke und zwei große Pappeln. Pötter findet: „Es ist ein sehr lebendiges Bild.“

Lange befand sich das Gemälde in der Nähe von Worpswede. 2002 hat Pötter es aus einem Privatbesitz gekauft und nach Münster geholt – seitdem ist es im Stadtmuseum zu sehen.

Für Karlheinz Pötter ist die Recherche um den Maler Modersohn aber noch nicht beendet – mehrere Bücher und vielerlei Infomaterial hat er bereits erstellt. Dank der Skulptur-Projekte ist er jetzt auf einen neuen, inter­essanten Aspekt gestoßen.

Otto Modersohn malte, so erklärt es der Heimatforscher, entgegen der Zeit. Er orientierte sich an der französischen Schule von Barbizon, einem Ort südöstlich von Paris. „Da malten die Künstler einfach nur Natur“, sagt Pötter. Vor allem der französische Landschaftsmaler Gustave Courbet war ein großes Vorbild Modersohns.

„Jetzt kommt der eigentliche Witz“, sagt Pötter. Denn die Skulptur-Projekte 2017 sind auch in Mecklenbeck zu sehen. Auf der großen Wiese vor Haus Kump hat der japanische Künstler Ei Arakawa sieben LED-Malereien aufgebaut. Die vorderste LED-Wand zeigt ein Bild von Gustave Courbet. Genauer gesagt das Gemälde „Begegnungen“ aus dem Jahr 1854.

Für Karlheinz Pötter ist das eine große Freude: „Otto Modersohn hat direkt vor der Brücke gestanden und sein Bild gemalt. Und jetzt steht ein Gemälde seines Vorbilds direkt hinter der Brücke.“ Pötter glaub nicht, dass Künstler Arakawa davon wusste.

Karlheinz Pötter freut sich über diesen Zufall – denn so einer scheint es zu sein. Der Fan der Skulptur-Projekte hofft außerdem, dass „die Wiese als Ausstellungsort in Erinnerung bleibt“ und deshalb noch viele Menschen das historische Haus Kump besichtigen.

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