Skulpturen-Projekt am Haus Kump
LED-Kunst auf der Wiese

Münster-Mecklenbeck -

Auch in Münsters Westen, in Mecklenbeck, ist ein Beitrag der aktuellen münsterischen Skulpturen-Ausstellung zu finden: Ei Arakawas LED-Kunstprojekt. Die Studentin Judith Kaminski zählt zu denen, die es tagsüber aufmerksam bewachen.

Dienstag, 25.07.2017, 20:07 Uhr

„Tableau vivant“: Auf der Wiese am Haus Kump stellt Judith Kaminski (r.) mit einem niederländischen Besucherpaar Gustav Courbets Gemälde „The Meeting“ als lebendes Bild dar. Der Künstler Ei Arakawa hat es im Rahmen seines Beitrags für die „Skulpturen-Projekte 2017“ am Haus Kump in LED-Kunst umgesetzt.
„Tableau vivant“: Auf der Wiese am Haus Kump stellt Judith Kaminski (r.) mit einem niederländischen Besucherpaar Gustav Courbets Gemälde „The Meeting“ als lebendes Bild dar. Der Künstler Ei Arakawa hat es im Rahmen seines Beitrags für die „Skulpturen-Projekte 2017“ am Haus Kump in LED-Kunst umgesetzt. Foto: sch

„Münster ist auf einmal richtig international geworden“, sagt Judith Kaminski . Die 23-Jährige muss es wissen, denn die studentische Volontärin mischt als Aufsichtskraft bei den bis Anfang Oktober laufenden münsterischen Skulptur-Projekten mit. Zum zweiten Mal war sie am Dienstag am Mecklenbecker Haus Kump im Einsatz. Dort ist bekanntlich der Ausstellungsbeitrag „Harsh Citation, Harsh Pastoral, Harsh Münster“des japanisch-US-amerikanischen Künstlers Ei Arakawa zu finden.

Eigentlich sei Münster keine Stadt von internationalem Flair. Aber aufgrund der Skulptur-Projekte sei dies alle zehn Jahre für einige Monate doch der Fall, meint Judith Kaminski. Das beobachtet die Studentin nicht nur im Stadtbild sondern auch bei ihren Einsätzen im Namen der Kunst. Dreimal pro Woche ist sie als Aufsicht an wechselnden Projektstandorten aktiv. Dass sie es dabei immer wieder mit einem internationalen Publikum zu tun hat, versteht sich eigentlich fast von selbst.

„Es ist interessant, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen“, sagt die aus dem Rheinland stammende münsterische Kunststudentin. Da gebe es Ausstellungsbesucher, die eigens aus Kalifornien oder auch aus Australien nach Münster reisten, um die Skulptur-Projekte zu besuchen. Auch Professoren von Kunstakademien seien an den Ausstellungsorten anzutreffen.

Auf der Grünfläche am Haus Kump setzt Ei Arakawa mit seinem Projekt-Beitrag Arbeiten zeitgenössischer Maler sowie Gemälde der jüngeren Kunstgeschichte im Originalformat in sieben LED-Screens um. Und aus den „LED-Gemälden“ erklingt Musik, die im direkten Bezug zu Arakawas Installationen steht.

Der Künstler übersetze die analogen Werke in LED-Kunst, erläutert Judith Kaminski und spricht von einem „neuen Malerbegriff“. Fünf Stunden – von 10 bis 15 Uhr – arbeitet sie am Dienstag am Haus Kump, um im Anschluss von einer weiteren der insgesamt rund 130 studentischen Aufsichtkräfte abgelöst zu werden.

Der Einsatz begann mit dem Abnehmen der Planen, die über Nacht die LED-Screens schützend verhüllen. (Nichtsdestotrotz wurde – wie berichtet – am 17. Juni einer davon gestohlen). Und natürlich musste auch für den Strom zur Inbetriebnahme der bunt leuchtenden Kunstwerke gesorgt werden.

Auf einem Campingstuhl, der unter einem regensicheren Großschirm steht, sitzt die Kunststudentin und wacht darüber, dass Ei Arakawas Arbeiten von niemanden beschädigt werden. Braucht jemand Informationen, dann steht sie mit dem Ausstellungskatalog der Skulpturen-Projekte ganz selbstverständlich Rede und Antwort. Mit einem niederländischen Ehepaar, das aus der Nähe von Groningen zum Ausstellungsbesuch für vier Tage nach Münster gekommen ist, stellt Judith Kaminski sogar ein „Tableau vivant“ – sprich ein lebendes Bild – dar: Dabei empfindet das Trio Gustav Courbets Gemälde „The Meeting“ nach. Es stammt aus dem Jahre 1854 und wird auf einer der sieben Arbeiten am Haus Kump von Ei Arakawa in Lichtkunst umgesetzt.

Der Ort in Münsters Westen, an dem „Harsh Citation, Harsh Pastoral, Harsh Münster“ installiert wurde, gefällt der studentischen Volontärin. Bis zum Ende der Skulptur-Projekte 2017 wird sie im Auftrag des Landschaftsverbands weiter dem Aufsichtsjob nachgehen. Die Atmosphäre am Haus Kump sei toll. Arakawas LED-Kunstwerke präsentierten sich dort „wie Kühe auf der Weide“. Man könne einfach vorbeispazieren und sich die Arbeiten anschauen. Was sonst nur auf großen internationalen Kunstmessen zu sehen sei, stehe in Mecklenbeck ganz ansehnlich auf der Wiese.

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