Sehenswerte Landschaften
Landschaften aus dem Gasballon

Münster-Mecklenbeck -

Der Mecklenbecker Fotograf Tobias Klostermann stellt in Nottuln Aufnahmen aus luftiger Höhe aus.

Mittwoch, 04.10.2017, 20:10 Uhr

Auch dieses Foto, es zeigt die Rheinbrücke bei Wesel mit den Kraftwerken in Dinslaken und Duisburg-Walsum im Hintergrund, wird bei der Ausstellung in Nottuln-Darup zu sehen sein. Tobias Klostermann hat es im Ballonkorb über dem Ruhrgebiet aufgenommen. Foto: Klostermann
Auch dieses Foto, es zeigt die Rheinbrücke bei Wesel mit den Kraftwerken in Dinslaken und Duisburg-Walsum im Hintergrund, wird bei der Ausstellung in Nottuln-Darup zu sehen sein. Tobias Klostermann hat es im Ballonkorb über dem Ruhrgebiet aufgenommen. Foto: Klostermann

Ballonfahrten, die in luftiger Höhe weit über Münster und das Münsterland hinausführen, haben es Tobias Klostermann (42) angetan. Natürlich hat der Mecklenbecker Fotograf dabei stets seine Kamera im Gepäck, um aus der Vogelperspektive sehenswerte Aufnahmen zu schießen. Einen kleinen Teil davon wird er am Samstag (7. Oktober) bei einer Langzeit-Ausstellung in Nottuln-Darup präsentieren.

Mit einer Ballonfahrt, die er zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, fing im Herbst 2015 alles an. Die Premiere hoch droben im Ballonkorb ließ Klostermann im Nachhinein einfach nicht mehr los: „Das war so beeindruckend, dass ich mir gesagt habe: Das musst du noch einmal machen.“ Vier weitere Fahrten mit Gasballons, die im Vergleich zu Heißluftballons quasi geräuschlos über die Bühne gehen, schlossen sich an. Ebenso die Mitgliedschaft im münsterischen Freiballonsport-Verein.

Bei den Ballonfahrten, die meist in der Nacht und in den frühen Morgenstunden stattfinden, schießt der freischaffende Fotograf und Foto-Design-Student jeweils zwischen 400 und 700 Aufnahmen, die bei völliger Dunkelheit oder mit den ersten Strahlen des Sonnenaufgangs entstehen. Sie zeigen Landschaften so, wie sie nur aus der Perspektive eines Ballonfahrers entstehen können. Allerdings: „Ein großer Teil davon ist Ausschuss. Nur etwa fünf bis zehn Prozent können verwertet werden“, gesteht Klostermann.

Zwischen 500 und 1000 Meter hoch schwebt der Ballonkorb über dem Erdboden, wenn der Mecklenbecker die Kamera im Anschlag hat. Als die Fahrt an einem Samstagmorgen kurz vor fünf Uhr in der Frühe über die münsterische City führte, gelangen Klostermann eindrucksvolle Fotos mit dem Lichterglanz der nächtlichen Stadt. Mittendrin der hell illuminierte Domplatz, auf dem die Marktbeschicker bereits ihre Stände aufbauten.

Beim Fotografieren mit seiner digitalen Systemkamera bevorzugt es der 42-Jährige, mit analogen Teleobjektiven zu arbeiten und dabei nach interessanten Details und Stimmungen Ausschau zu halten. Bei einer Fahrt über dem Ruhrgebiet flog der Ballon morgens über Bergefurth bei Hamminkeln. Dort entstand eine imposante Aufnahme, die eine Fernsicht von rund 40 Kilometern ermöglicht. Sie zeigt die Rheinbrücke bei Wesel, der sich im Hintergrund die rauchenden Schlote der Kraftwerke in Dinslaken und Duisburg-Walsum hinzugesellen – eine Ruhrgebiets-Landschaft wie aus dem Bilderbuch.

Hoch droben über Gladbeck entstand in einer klaren Mondnacht eine weitere Ruhrgebiets-Impression mit freier Sicht in die große nordrhein-westfälische Weite: „Lichter bis zum Horizont, einfach beeindruckend“, meint Klostermann. Den großen, dicht bevölkerten Siedlungsraum mit seinen Industrieanlagen und unzähligen Lichtern fing er kurz nach Mitternacht ein.

Auch über anderen Regionen, angefangen vom Paderborner Land bis hin zum niedersächsischen Bergland und den Niederlanden, war der Mecklenbecker mit seiner Kamera aktiv. Die geschossenen digitalen Farbfotos wandelt Klostermann am PC so gut wie immer in Schwarz-Weiß-Aufnahmen um. Bei der Bearbeitung suche er stets nach dem „Bild hinter dem Bild“, sagt er. Häufig ließen sich im Hintergrund eines Fotos interessante Aspekte finden, die er dann gezielt herauslöse. Vielen seiner bei Ballonfahrten entstandenen Aufnahmen sei gemein, dass sie ein Gefühl von Zeitlosigkeit vermittelten.

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Klostermanns Ausstellung „Stille Reisen – Fotografische Blicke aus dem Gasballon“ wird am 7. Oktober um 15 Uhr im Nottuln-Daruper Kultur- und Begegnungszentrum „Alter Hof Schoppmann“ (Am Hagenbach 11) eröffnet. Sie soll bis zum Frühjahr 2019 laufen. Deshalb werden die jeweils 23 Arbeiten halbjährlich gewechselt, präsentierte Fotos durch neue ersetzt.

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