„Frieden – von Münster bis Jerusalem“
Frieden schaffen durch Erinnerung

Münster-Mecklenbeck -

Die Talkrunde mit Prof. Thomas Sternberg und Pfarrer Ludger Bornemann mit dem Thema „Frieden – von Münster bis Jerusalem“ moderierten Pfarrer Dr. Timo Weißenberg und Peter Frings, Mitglied des Pfarreirates.

Donnerstag, 12.04.2018, 18:04 Uhr

Bestritten die Talkrunde (v.l.): Pfarrer Dr. Timo Weißenberg, Moderator Peter Frings, Pfarrer Ludger Bornemann und Prof. Dr. Thomas Sternberg.
Bestritten die Talkrunde (v.l.): Pfarrer Dr. Timo Weißenberg, Moderator Peter Frings, Pfarrer Ludger Bornemann und Prof. Dr. Thomas Sternberg. Foto: ann

Ausnahmsweise waren zu diesem Treffen auch Frauen eingeladen. Normalerweise sind bei „Annas Männer-Stammtisch“ – wie der Name schon sagt – nur Männer dabei. Jeden zweiten Dienstag sind sie im Hof Hesselmann unter sich. Aber die Talkrunde mit Prof. Thomas Sternberg und Pfarrer Ludger Bornemann mit dem Thema „Frieden – von Münster bis Jerusalem“ fand auch bei vielen Frauen Interesse.

Pfarrer Dr. Timo Weißenberg und Peter Frings, Mitglied des Pfarreirates, moderierten das Gespräch. Sie stellten Fragen, die nicht mit geschmeidig-glatten Worthülsen und allgemeinen Formulierungen zu beantworten waren.

Sie fragten nach eigenen Erfahrungen und persönlichen Einschätzungen. „Welches persönliche Ereignis hat Sie direkt mit der Friedensfrage konfrontiert?“, wollte Peter Frings wissen. Bornemann, Rektor des Canisiushauses, der 20 Jahre in Israel gelebt und das Pilgerhaus des Deutschen Vereins vom Heiligen Land am See Genezareth geleitet hat, erinnerte sich an die Debatte über die Ostverträge Anfang der 1970er-Jahre.

Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, gab zu, dass ihm die Amokfahrt am Kiepenkerlplatz „in die Knie gefahren sei“ und er sich zunächst gefragt habe, ob der Terrorismus Münster erreicht habe.

Ist es ist hier in Münster friedlicher als in Israel? Bornemann war sich da nicht so sicher. Für beide Länder erkannte er eine „bedenkliche Tendenz zur Ich-AG“, eine Haltung, die nur frage: Was habe ich davon?

Um Frieden zu erreichen, sollte man da eigentlich besser vergessen oder erinnern? Sternberg ist überzeugt: „Schwamm drüber“ ist falsch. Was man vergessen sollte, ist nicht weg, sondern niste sich im Unterbewussten ein. Echtes Heilen sei nur durch Erinnerung möglich.

„Suche Frieden“ ist das Thema des Katholikentags und als Aufforderung ebenso wie als Eingeständnis zu verstehen. Frieden müsse man zunächst einmal mit sich selbst haben, sagte Sternberg und fragte mit Blick auf die Amokfahrt: „In welchem Unfrieden muss man mit sich selbst sein, wenn man andere Menschen bewusst mit in den Tod reißt?“ Seinen Wunsch für einen friedlichen Katholikentag formulierte der Vorsitzende der Katholikentagsleitung Sternberg mit Blick auf den jüngsten Zwischenfall sehr deutlich: „Ich wünsche mir ein spannendes, fröhliches Fest bei gutem Wetter, das allen Besuchern deutlich macht, wie gastfreundlich diese Stadt ist!“

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