Landschaftspark Mecklenbeck
Landesbetrieb baggert Teiche aus

Münster-Mecklenbeck -

Die Feuchtbiotope in Mecklenbecker Landschaftspark werden wieder auf Vordermann gebracht.

Mittwoch, 05.09.2018, 13:32 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 04.09.2018, 20:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 05.09.2018, 13:32 Uhr
Die Teiche im Mecklenbecker Landschaftspark werden ausgebaggert (v.l.): Christian Göcking, die Straßen-NRW-Mitarbeiter Heinrich Esken, Brigitte Schlottbohm und Hardy Leineweber sowie Berit Philipp sind bei der Maßnahme begleitend mit vor Ort.
Die Teiche im Mecklenbecker Landschaftspark werden ausgebaggert (v.l.): Christian Göcking, die Straßen-NRW-Mitarbeiter Heinrich Esken, Brigitte Schlottbohm und Hardy Leineweber sowie Berit Philipp sind bei der Maßnahme begleitend mit vor Ort. Foto: sch

Zwei große Bagger sind derzeit im nordwestlichen Bereich des Mecklenbecker Landschaftsparks im Einsatz. Und das dürfte, so Brigitte Schlottbohm, Landespflegerin des Landesbetriebs Straßen NRW, auch noch für zwei bis drei weitere Tage der Fall sein: Der Landesbetrieb baggert die Teiche im dortigen Bereich aus, um die Biotope wieder auf Vordermann zu bringen. Fachkundige Unterstützung gibt es dabei von der Nabu-Naturschutzstation Münsterland.

Insgesamt fünf Gewässer – zwei große sowie drei kleine, die im Sommer mitunter sogar austrocknen können – sind im Landschaftspark beheimatet. Sie wurden im Winter 2005 / 2006 von Straßen NRW als Ausgleichsflächen zur Kompensation für Straßen- und Wegebaumaßnahmen angelegt. Im Laufe der Jahre wuchsen sie jedoch immer mehr zu und verschlammten, sodass sie der vorgesehenen Funktion als wertvolle Feuchtbiotope und „Amphibienheimat“ nicht mehr richtig nachkommen konnten.

Obendrein wurden die beiden größeren Teiche von Fischen besiedelt, was ebenfalls unerwünscht ist, schließlich sollen Berg-, Teich- und Kammmolche sowie Kröten, Frösche und Libellen die Gewässer in Beschlag nehmen. Sind Fische in den Biotopen, so verspeisen sie Larven und Laich. Der Amphibien- und Insektennachwuchs hat dann keine Chance mehr.

Die Biologin Dr. Berit Philipp und der Gewässerexperte Christian Göcking von der Nabu-Naturschutzstation haben sich in den vergangenen Tagen intensiv um die Teiche im Landschaftspark gekümmert, zumal auch die beiden großen – wie berichtet – auszutrocknen und die dort vorgefundenen Fische zu verenden drohten. Die Naturschützer nutzen in der vergangenen Woche im Vorfeld der Ausbagger-Aktion den niedrigen Wasserstand, um den Fischbesatz aus den Gewässern zu entfernen. Rund 2000 Fische seien mit Keschern eingefangen und in ein geeignetes Hiltruper Gewässer umgesiedelt worden, sagt Göcking. Die Abfisch-Aktion sei recht umfangreich gewesen: „Wir waren mit mehreren Leuten zwei Tage lang im Einsatz.“

Die Nabu-Biologin, die im Landschaftspark ein regelmäßiges Amphibien-Monitoring durchführt, und ihr Kollege vermuten, dass die unerwünschten Fische von Unbedarften in die Teiche eingesetzt wurden. Denn neben Rotfedern wurden vor allem nichtheimische Sonnenbarsche sowie auch ein Koi aus den Gewässern entfernt. So manchem sei offenbar gar nicht bewusst, dass er mit dem Aussetzen von Fischen den ökologisch wertvollen Biotopen und damit auch dem Amphibienschutz schade, meint Berit Philipp. Deshalb will der Landesbetrieb im Herbst an den Feuchtbiotopen im Landschaftspark Info-Tafeln aufstellen. Auf diesen soll dargestellt werden, was es mit den geschützten Biotopen, von denen übrigens auch Schmetterlinge profitieren, auf sich hat und wer sie bevölkert. Zudem soll laut Philipp darauf hingewiesen werden, „das Fischbesatz kontraproduktiv ist“.

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