Bürgerzentrum Hof Hesselmann
Auf den Spuren der Modersohns

Münster-Mecklenbeck -

Im Mecklenbecker Hof Hesselmann wurde am „Tag des offenen Denkmals“ eine interessante Foto-Ausstellung eröffnet: Karlheinz Pötter dokumentiert das Schaffen eines deutschen Künstlerehepaares.

Donnerstag, 13.09.2018, 11:32 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 10.09.2018, 20:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 13.09.2018, 11:32 Uhr
Karlheinz Pötter (vorne) wusste am „Tag des offenen Denkmals“ allerhand zu berichten über die Künstlerfamilie Modersohn.
Karlheinz Pötter (vorne) wusste am „Tag des offenen Denkmals“ allerhand zu berichten über die Künstlerfamilie Modersohn. Foto: sn

„In ihm stießen zwei Welten aufeinander“, meinte Karlheinz Pötter , Ortshistoriker aus Mecklenbeck, der sich schon lange intensiv mit dem Leben und dem Werk des Malers Otto Modersohn beschäftigt. Der Künstler lernte im akademischen Betrieb antike Zeichenstile kennen, doch in den Ferien ließen ihn Naturlandschaften im Münsterland nicht mehr los. Am „ Tag des offenen Denkmals “ eröffnete Pötter im Hof Hesselmann eine Foto-Ausstellung, die nicht nur den Maler selbst, sondern auch seine Ehefrau und Künstlerkollegin Paula Modersohn-Becker sowie die gemeinsame Tochter Mathilde Modersohn zum Thema hat.

Die „Ur-Aufführung“, wie Pötter die erstmalige Präsentation dieser Foto-Ausstellung nannte, stieß auf rege Resonanz. Beide Vorträge von Pötter am „Tag des offenen Denkmals“ zogen etliche Kunstinteressierte an. Schon bald war klar: Der Ehrenvorsitzende des Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreises ließ insbesondere die historische Zeit zwischen Reichsgründung und Jahrhundertwende plastisch wiederaufleben, genauso wie deren künstlerische Protagonisten.

Otto Modersohn hatte schon als 14-Jähriger Mecklenbecker Landschaften gezeichnet. Mit 23 wagte er außerhalb des Akademiebetriebes den großen Schritt und gründete die Künstlerkolonie Worpswede mit. Er und seine Mitstreiter hatten sich ganz und gar und ursprünglich der Kunst verschrieben. „Worpswede war ein Moordorf. Wovon sollten sie leben? Wovon sollten sie sich ernähren?“, stellte Pötter die Probleme dar. Den künstlerischen Enthusiasmus sollte Modersohn trotz einiger Schicksalsschläge zeit seines Lebens nicht mehr verlieren.

In Worpswede lernte er Paula Becker kennen, die er auch heiratete. Sie sei eine „Menschenmalerin“ gewesen, erklärte Pötter. Auch soziale Probleme flossen in ihre Kunst mit ein, fast ähnlich wie bei Käthe Kollwitz. Die Modersohns lebten in Worpswede in der direkten Nähe eines Armenhauses. Schon früh habe Paula Modersohn eine künstlerische Reife erlangt, so Pötter. Mit 31 Jahren verstarb sie jedoch viel zu früh.

Ihre Tochter Mathilde Modersohn hat viele Bilder ihrer Mutter gesammelt, so sind sie der Nachwelt erhalten geblieben. Zur Familie Modersohn pflegt Karlheinz Pötter freundschaftlichen Kontakt. Viele Bilder konnte er ablichten. Sie sind als Fotos jetzt im Hof Hesselmann zu sehen. Eine Hommage auch an die Tochter Mathilde zu ihrem 20. Todestag. Bei der Ausstellung sind auch die Abbildungen zweier Büsten zu sehen sein, die von Clara Henriette Sophie Westhoff geschaffen wurden. Sie war eine enge Freundin des Ehepaares.

Modersohn und Mecklenbeck, das ist ebenso eine enge Verbindung, die Pötter den Besuchern näherbrachte. Die große Kunst gleich nebenan, das ist umso bemerkenswerter, als dass der Ortshistoriker feststellen konnte: „Die Modersohns sind das Künstlerehepaar Deutschlands.“

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