Geschichts- und Heimatkreis Mecklenbeck
Als Münster noch eine Insel war

Münster-Mecklenbeck -

Mit einer Vielzahl interessanter archäologischer Informationen mit Bezug zu Münster und Mecklenbeck wartete Fachmann Manfred Schlösser im Bürgerzentrum Hof Hesselmann auf. Der Heimat- und Kulturkreis hatte im Rahmen seines 40-jährigen Bestehens dazu eingeladen.

Dienstag, 23.10.2018, 18:12 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 19.10.2018, 19:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 23.10.2018, 18:12 Uhr
Eine Fülle archäologischer und prähistorischer Informationen bot Manfred Schlösser (r., stehend) anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreises seinen zahlreichen Zuhörern an.
Eine Fülle archäologischer und prähistorischer Informationen bot Manfred Schlösser (r., stehend) anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreises seinen zahlreichen Zuhörern an. Foto: ann

Müllplätze sind kostbar. Zumindest für spätere Generationen. Sie können nämlich ein wertvoller Fundort sein, der über die Lebensgewohnheiten der Vorfahren Auskunft gibt. „Archäologische Highlights aus Mecklenbeck und Umgebung“ wurden anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreises im Bürgerzentrum Hof Hesselmann vorgestellt.

So war der seit Jahren stillgelegte Abfallplatz an der Fritz-Stricker-Straße auch für den Referenten Manfred Schlösser , geologisch-paläontologischen Präparator am LWL-Naturkundemuseum und archäologischer Doktorand, von großem Interesse. Als beim Neubau der Straße dieser Bereich zugänglich wurde, offenbarte er etwa 100 Jahre alte Fundstücke, wie Geschirrteile und Metallplaketten.

Weitaus spannender erschienen dann aber für Manfred Schlösser doch die Bodenverfärbungen, die bei der Ausschachtung für das Straßenfundament zu Tage traten. Er erkannte sie als einen Teil der Einfassung eines kreisförmigen Hügelgrabs von etwa 17 Metern Durchmesser. Diese fügten sich als ein Puzzleteil nahtlos in seine Erkenntnisse ein, dass etwa 2000 vor Christus in dieser Gegend eine Siedlung bestanden haben müsse.

Woher konnte er das wissen? Manfred Schlösser ist, wie er berichtete, ein akribischer und ausdauernder Sammler. Insgesamt hat er im Gebiet in und um Mecklenbeck – langsamen Schrittes, den Blick auf den Boden gerichtet – über 2000 Kilometer zurückgelegt. Hat sich also gewissermaßen über die Felder „gewebt“, um dort Zeugnisse aus der Vergangenheit aufzuspüren. So auch Mikrolithen. Das sind kleine steinzeitliche Klingen oder Spitzen, die bis zu drei Zentimeter groß sind.

Dem Fachmann fallen typische Strukturen auf, die wiederum Rückschlüsse auf die Bearbeitung durch Menschen zulassen. Anhand einer dicht gepunktete Karte von Münster – für jeden dokumentierten Fund gibt es einen Punkt – zeigte Schlösser, wie viele Zeugnisse aus prähistorischer Zeit unsere Stadt birgt. Darunter sind auch noch wesentlich ältere Schätze: Fossilien, wie ein versteinerter Haifischzahn zum Beispiel, der mit den Gletschern der Eiszeit hierher transportiert wurde oder – noch älter – Spuren und Überreste von Dinosauriern.

Auch Bohrungen durch die Gesteinsschichten geben Auskunft über die Geschichte unserer Region. Vor 200 Millionen Jahren lag das heutige Gebiet von Münster wie eine Insel im Meer und noch ein paar Hundertmillionen Jahre früher, wäre es ein Paradies für Taucher gewesen, im tropischen Flachwasser. Da gab es freilich noch nicht die Kontinente, wie wir sie heute kennen- und auch noch keine Menschen.

Mit großem Fachwissen und anschaulichem Bildmaterial unterhielt Manfred Schlösser sein Publikum, das ihn nach zwei Stunden und viel Applaus in die Jetztzeit entließ.

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