Mecklenbeckerin Kerstin Fielstedde schrieb mit „Kamikatze“ einen Katzenkrimi
Stubentiger wird Thriller-Star

Münster-Mecklenbeck -

Katze Indy gab ihr die Idee. Inzwischen wurde daraus ein Multimedia-Projekt.

Freitag, 16.11.2018, 17:50 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 16.11.2018, 05:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 16.11.2018, 17:50 Uhr
Die Mecklenbeckerin Kerstin Fielstedde liebt ihre Katzen und hat sie genau beobachtet. Daraus entstand der Katzenkrimi „Kamikatze“, der inzwischen auch die Grundlage für ein Hörspiel und eine Musik-CD ist.
Die Mecklenbeckerin Kerstin Fielstedde liebt ihre Katzen und hat sie genau beobachtet. Daraus entstand der Katzenkrimi „Kamikatze“, der inzwischen auch die Grundlage für ein Hörspiel und eine Musik-CD ist. Foto: privat

„Gibt es eigentlich lebensmüde Katzen?“ Lange schwirrte diese Frage in Kerstin Fielsteddes Kopf herum. Bis die Mecklenbeckerin die Antwort dafür fand, warum sich Indy, ihre Maine-Coon-Samtpfote, ständig aus dem zweiten Stock stürzte: „Die Züchterin hatte verschwiegen, dass sie Freigängerin war“, erzählt Fielstedde lachend. Indy ein eingesperrter Stubentiger? Grund für Katzenjammer!

„Damals habe ich begonnen, eine Art Katzen-Tagebuch zu schreiben.“ Wer nun glaubt, Kerstin Fielstedde hätte eben dieses Tagebuch veröffentlicht, um sich in die Herzen der deutschen KatzenBesitzer zu schnurren, irrt. Stattdessen hat sie mit „Kamikatze“ (Emons-Verlag, ISBN 978-3-7408-0265-3) einen schrägen Krimi geschrieben, „bei dem ,Animal Farm‘ auf James Bond trifft“, wie sie selbst sagt. Und irgendwie hat sich das Projekt auf kuriose Art so rasant verselbstständigt, dass inzwischen ein Buch, eine Hörspiel- und eine Musik-CD das Portfolio der Autorin ergänzen, die eine Werbeagentur in Münster leitet.

Fielstedde hat ein Krimi-Thriller-Spektakel aus Tierperspektive erdacht, das auf unterhaltsame Art aktuelle gesellschaftliche Aufregerthemen der Menschen aufgreift. In „Kamikatze“ werden etwa Bauskandale wie der Berliner Flughafen oder Stuttgart 21 zum Thema, aber auch Obdachlosigkeit und Mietwucher. Noch etwas spielt Fielstedde in die Karten: „Katzenkrimis für Erwachsene sind ein wenig belegtes Thema. Das bedient kaum jemand außer mir, seit Akif Pirincci – als rechtspopulistischer Redner – unrühmlich ausgestiegen ist.“

Verlage

Ihr Erfolg als Autorin entwickelte sich allerdings anfangs schleppend. Im Jahr 2015 erschien der Krimi „Kamikatze“ zunächst im Selbstverlag – und verkaufte sich mäßig. Dann machte ein Praktikant ihrer Werbeagentur, der Literatur studiert hatte, Fielstedde den Vorschlag, ihr Buch weiteren Verlagen anzubieten. Der Emons-Verlag in Köln zeigte Interesse.

„Mein Krimi ist dort gleich als internationales Topbuch eingestuft worden“, erzählt die Mecklenbeckerin. In Österreich ist das Buch ein Bestseller, in Deutschland musste nach kurzer Zeit eine zweite Auflage her. Auf der Frankfurter Buchmesse wurde zudem vereinbart, dass „Kamikatze“ übersetzt wird, um den italienischen Markt zu erobern. Was Fielstedde freut: Auch ohne ihr aktives Zutun zieht das Projekt Künstler und Kreative an – „vermutlich, weil das Buch so schräg ist“.

Komponist

Burkhard Fincke, Komponist für Filmmusik aus Münster, trat mit der Überlegung an sie heran, aus dem Buch ein Hörspiel zu machen. Er hat es mittlerweile ungekürzt vertont und mit professionellem Sounddesign unterlegt. Und der Musiker Raphael Cheng, auch ein Praktikant, komponierte neun Werke für Klavier, die Tier und Mensch beruhigen sollen – zu hören auf der CD „Katzenmusik“. Zu finden ist all dies unter dem Logo „icats“. Autorin Fielstedde, als Werbespezialistin auf „identitätsbasierte Markenführung“ spezialisiert, hat es sich mittlerweile europaweit gesichert.

Und wie geht es ihrer Katze inzwischen? Sie hat den Balkon als Freiluft-Terrain akzeptiert. Und: „Sie ist sehr viel zutraulicher“, sagt Fielstedde. „Dafür ist jetzt unser Kater eifersüchtig.“ Wenn das mal kein Grund für den zweiten Krimi ist . . .

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