Münster-Werkstatt zum Thema „Mobilität“
Mehr Platz für Radwege?

Münster-Mecklenbeck -

Wie kann der Verkehr in der Stadt Münster in künftigen Jahren verträglich abgewickelt werden? Mit Fragen dieser Art befassten sich die Teilnehmer der Mobilitäts-Werkstatt, zu der die CDU ins Brillux-Atrium eingeladen hatte.

Mittwoch, 28.11.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 30.11.2018, 18:00 Uhr
In kompetenter Runde wurde der „Masterplan Mobilität Münster 2035 plus“ auf Einladung der CDU mit Bürgern im Atrium der Firma Brillux diskutiert.
In kompetenter Runde wurde der „Masterplan Mobilität Münster 2035 plus“ auf Einladung der CDU mit Bürgern im Atrium der Firma Brillux diskutiert. Foto: ann

„Mobilität bedeutet weit mehr, als von A nach B zu kommen.“ Mit diesen Worten umriss Thomas Bollmann in Vertretung von Sybille Benning das komplexe Thema einer weiteren Münster-Werkstatt, zu der der Kreisverband der CDU ins Atrium der Firma Brillux eingeladen hatte.

Mit kompetenten Fachleuten konnten rund 60 Gäste im Rahmen eines Workshops individuelle Einzelsituationen wie auch Zukunftsvisionen von Verkehrsabläufen in Münsters Westen diskutieren sowie eigene Ideen und Vorschläge einbringen. Es handelte sich um einen Themenbereich, der auch emotional diskutiert werden sollte, wie Moderator Hans-Gerd van Schelve von der CDU Mecklenbeck eingangs vermutete.

Mit einem Impulsvortrag „Masterplan Mobilität Münster 2035 plus“ eröffnete Michael Milde, Abteilungsleiter im Amt für Verkehrsplanung und Stadtentwicklung, den Abend. Er zeigte, dass Münster im deutschlandweiten Vergleich mit den Beförderungen im Umweltverbund eine gute Bilanz aufzuweisen hat, mit allein 400 000 Radfahrten täglich und 180 000 Fahrten des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Dennoch wurden für den Masterplan 50 Millionen Euro vom Rat der Stadt genehmigt, um den Verkehr auch für die Zukunft fit zu machen.

Das bedeutet, so hieß es, dass komplexe Zusammenhänge neu ausbalanciert werden müssten. Denn „was dem einen sein Grün ist, ist dem andern sein Rot“. Mehr Platz für Radwege? Oder für den ÖPNV? Auch könne man den motorisierten Individualverkehr nicht ausklammern. Es gebe eine Flächenkonkurrenz, denn für alle Ansprüche sei nicht genug Raum da.

Andreas Bittner vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) wies auch noch auf die Anrechte der umweltfreundlichen Fußgänger hin, propagierte stadtregionale Velorouten und wünschte sich die verkehrsplanerischen Entscheidungen mutiger und experimentierfreudiger.

Das noch nicht sehr verbreitete Modell des Car-Sharing – ein Auto, das nach Bedarf von mehreren Fahrern genutzt wird – begrüßte Dirk Krüger vom ADAC, betonte aber, dass das System eine gute Verknüpfung der Verkehrsträger voraussetze.

Phil Rose von den Stadtwerken stellte Ideen zu neuen Formen des ÖPVN vor, wie E-Metrobusse oder On-Demand-Systeme, also Verbindungen auf Anfrage auch über Apps, oder – analog zu Semestertickets – ein Bürgerticket.

In drei Runden mit jeweils einem Fachmann konnten die Teilnehmer ihre Vorstellungen zu den Themen Radverkehr, motorisierter Individualverkehr und ÖPNV formulieren. „Die Ideen eines Bürgerdialogs in einem solchen Workshop wirken unglaublich befruchtend“, versicherte Ratsherr Walter von Göwels, als die Ergebnisse der verschiedenen Arbeitsrunden vorgestellt wurden. „Da hört sich vieles sehr vernünftig an. Darüber sollte man nachdenken.“

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