Kombinatorische Fotografie
„Kombinatorische Fotografie – 1972“

Münster-Mecklenbeck -

Alfons Eggert (l.) und Stephan Sagurna haben ein Buch über die kombinatorische Fotografie geschrieben.

Dienstag, 01.01.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 03.01.2019, 12:08 Uhr
Alfons Eggert (l.) und Stephan Sagurna haben ein Buch über die kombinatorische Fotografie geschrieben.
Alfons Eggert (l.) und Stephan Sagurna haben ein Buch über die kombinatorische Fotografie geschrieben. Foto: sn

Die Leidenschaft für die Fotografie hat der 90-jährige Alfons Eggert von seinem Vater geerbt. Der baute sogar selbst eigene Lochkameras und lichtete damit seinen Sohn ab. Unvergessen sind Eggert auch die regelmäßigen Kutschfahrten in die Stadt. Dort kaufte der Vater ein – nämlich den neuesten Fotobedarf. Jahrzehnte später war es Alfons Eggert selbst, der mit seinen Fotoideen begeisterte. Er erfand die kombinatorische Fotografie, die international Beachtung fand.

Die kombinatorische Fotografie erlebt derzeit eine Renaissance. Man wird darauf wieder aufmerksam. Eggert kann begeistern – auch den Bildwissenschaftler Stephan Sagurna . „Wir haben uns vor sechs Jahren kennengelernt, als ich den Glasnegativ-Bestand des Vaters einschätzen sollte“, erinnert sich Sagurna. Da habe Eggert plötzlich gesagt: „Ich habe da noch was.“ Nämlich die vielen Bilder, die Eggert im Rahmen seines Konzepts der kombinatorischen Fotografie erstellt hatte. Unendlich variable Formen, die in beeindruckenden Mustern eine eigene Farbwelt zu erschaffen scheinen. Auch Sagurna ließ das nicht mehr los. Gemeinsam sichteten sie die vielen Arbeiten, und Eggert erzählte von ihrer Entstehungsgeschichte.

Es war ein Zufall, der Anfang der 1970er-Jahre zur entscheidenden Idee führte. Eggert schaute seinen Kindern beim Malen zu, und bastelte eine Schablone dafür, den „Graphicus“. Der sollte später der Verkaufsschlager eines Spieleverlages werden. Weltweit spielten Kinder mit dem „Graphicus“.

Die Idee der Schablone setzte Eggert auch in der Fotografie um: im sogenannten kombinatorischen Apparat, den er 1972 zum Patent anmeldete. Zusammen mit einem Farbfilter und der Möglichkeit, Lichtstärke und Beleuchtungszeit einzustellen, konnte er mit dieser Apparatur atemberaubende Bildmuster entstehen lassen und auch bis ins Detail variieren.

„Es ist keine gegenständliche Fotografie“, sagt Sagurna. Eine abstrakte Welt tut sich vielmehr mit den so geschaffenen Bildern auf. „Das ist mein Ding“, erkannte Alfons Eggert. Die Idee ließ viele aufhorchen, internationale Ausstellungen folgten. „Es ist eine Fotografie aus der Vor-Computer-Zeit“, so Sagurna.

Die beiden schrieben alles auf. Daraus ist ein Buch entstanden, dass die kombinatorische Fotografie in ihrer Einzigartigkeit wieder aufleben und auch Weggefährten von Eggert zu Wort kommen lässt. „Kombinatorische Fotografie – 1972“ ist zugleich ein Ausstellungskatalog der gleichnamigen Fotoausstellung von Eggert, die in der Städtischen Galerie Iserlohn im Herbst 2019 stattfinden wird. Erhältlich ist das 132-seitige Werk in Mecklenbeck in der Buchhandlung „Lesezeit“.

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