Demenzgruppe „Kleine Auszeit“
Freiraum für die Angehörigen

Münster-Mecklenbeck -

Jeden Dienstag kommt im Gustav-Adolf-Haus der evangelischen Kirchengemeinde in Mecklenbeck eine besondere Gruppe zusammen: An Demenz erkrankte Senioren treffen sich dort mit fachkundigen Betreuern zum geselligen Kaffeetrinken.

Donnerstag, 17.01.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 12:54 Uhr
Die „kleine Auszeit“ für demenziell erkrankte Senioren trifft sich jeden Dienstag zu einer einladenden Kaffeerunde im Gustav-Adolf-Haus der evangelischen Kirchengemeinde in Mecklenbeck.
Die „kleine Auszeit“ für demenziell erkrankte Senioren trifft sich jeden Dienstag zu einer einladenden Kaffeerunde im Gustav-Adolf-Haus der evangelischen Kirchengemeinde in Mecklenbeck. Foto: ann

Kaffeeduft, leckerer Kuchen und ein liebevoll gedeckter Tisch mit jahreszeitlich passender Dekoration – das findet man dienstags nachmittags im Gustav-Adolf-Gemeindehaus vor. Demenziell erkrankte Senioren werden dort individuell und einfühlsam von ausgebildeten Betreuerinnen und Betreuern unterhalten, während ihre Angehörigen vorübergehend entlastet werden und eine „Kleine Auszeit“ nehmen können.

Dieter Grube, Ulla Markmann, Christa Mehlis , Adelheid Otto und Gertrud Tönnies sind über drei Stunden die Gastgeber. Es werden Geschichten erzählt, Gedichte vorgelesen und Gedächtnisspiele gemacht. Jedes Mal gibt es auch eine Sitzgymnastik, und es wird gesungen. „Mindestens die erste Strophe bekannter Volkslieder können die meisten noch auswendig“, sagt Adelheid Otto.

Zur Gitarrenbegleitung von Claudia Egmont-Gast werden auch alte Schlager gesungen. „Lilli Marleen“, die „Caprifischer“ oder „Weiße Rosen aus Athen“ – diese Melodien haben sich tief ins Gedächtnis eingegraben. Die „Kleine Auszeit“ gibt es seit sieben Jahren, im Laufe dieser Zeit sind dabei rund 30 Menschen betreut worden. Für die Bewirtung und Ausstattung muss ein Beitrag von fünf Euro entrichtet werden.

Dieser Betrag reicht allerdings nicht für Ausflüge, die die Gruppe auch macht. Der Mühlenhof, Stift Tilbeck oder der Allwetterzoo waren schon Ziele. So sind die Betreuer sehr dankbar, wenn sie durch Spenden unterstützt werden. Das hat die Viola-Gräfin-von-Bethusy-Huc-Stiftung bereits getan. „Manchmal wird auch bei einer Beerdigung anstelle von Blumenschmuck um eine Spende zugunsten der ,Kleinen Auszeit‘ gebeten“, freuen sich die Betreuer.

Froh wären sie auch, wenn sich die Runde ein wenig verjüngen würde und noch weitere Mitstreiter für die Betreuung der demenzkranken Senioren gewonnen werden könnten. Sie treffen sich 51 mal im Jahr, denn das Treffen findet außer zwischen Weihnachten und Neujahr jede Woche statt. „Unterbrechungen würden unsere Senioren nicht verstehen. Sie freuen sich darauf, und eine verlässliche Regelmäßigkeit ist gerade für sie wichtig“, erklärt Christa Mehlis. Nur die Älteste im Bunde, die 92-Jährige, setzt jedes vierte Mal aus. „An dem Tag geht sie nämlich immer zum Klassentreffen“, berichtet Christa Mehlis. „Dort sind sie noch zu dritt.“

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Die „Kleine Auszeit“ trifft sich dienstags von 15 bis 18 Uhr im Gustav-Adolf-Haus der evangelischen Kirchengemeinde (Mecklenbecker Straße 435).

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