Stadt will Öko-Landwirtschaft den Weg bereiten
Bio-Anbau am Reiner-Klimke-Weg

Münster-Mecklenbeck -

Die Stadt Münster hat sich aktuell die Förderung des Bio-Anbaus auf die Fahnen geschrieben. Deshalb will sie eine ihrer Ackerflächen in der Nähe von Haus Kump ab dem 15. März erstmals gezielt für den ökologischen Landbau verpachten.

Mittwoch, 20.02.2019, 19:00 Uhr
Auf einer bislang für den konventionellen Anbau genutzten landwirtschaftlichen Fläche in der Nähe von Haus Kump sollen schon bald Bio-Produkte erzeugt werden. Erstmals will die Stadt damit eine ihrer Flächen für den ausschließlich ökologischen Landbau verpachten.
Auf einer bislang für den konventionellen Anbau genutzten landwirtschaftlichen Fläche in der Nähe von Haus Kump sollen schon bald Bio-Produkte erzeugt werden. Erstmals will die Stadt damit eine ihrer Flächen für den ausschließlich ökologischen Landbau verpachten.

Die Stadt Münster will im Bereich Mecklenbeck / Sentrup Neuland betreten: Erstmals soll dort eine städtische Ackerfläche ausschließlich für den ökologischen Landbau verpachtet werden. Das sei aus seiner Sicht ein interessantes Angebot, sagt ein bio-affiner Landwirt aus Münsters Westen, der namentlich nicht genannt werden will. Allerdings stelle sich die Frage, ob das zirka neun Hektar große Areal auch einen Pächter finden werde.

Gelegen ist die Ackerfläche in der Nähe von Haus Kump, am Westrand des Reiner-Klimke-Wegs zwischen der Münsterischen Aa und der Sentruper Straße. Laut aktuellem Beschluss des Liegenschaftsausschusses soll die Fläche im Zeitraum vom 15. März 2019 bis 31. Oktober 2027 gegen Höchstgebot an Landwirte aus dem münsterischen Stadtgebiet oder auch an Integrationsbetriebe mit Zulassung für den ökologischen Landbau verpachtet werden.

Er hoffe, dass das gelinge, sagt der Landwirt, der seinen Betrieb gerade selbst aufs ökologische Produzieren umstellt. Ein Problem dabei könne sein, dass die Vergabe auf Interessenten aus dem Stadtgebiet begrenzt sei. Doch innerhalb der Grenzen Münsters gebe es seines Wissens nach nicht einmal zehn Betriebe, die ein Gebot abgeben könnten. Darüber hinaus stelle sich die Frage, ob ein landwirtschaftlicher Betrieb den fast zehnjährigen Pachtzeitraum auch einhalten könne. Zumal es in der Ausschreibung der Fläche durch das städtische Amt für Immobilienmanagement klipp und klar heiße: „Die Fortführung des Betriebs muss während des Pachtzeitraums gesichert sein.“

Darüber hinaus gibt es weitere Einschränkungen. Beispielsweise darf die gesamte Pachtfläche eines Bewerbers bei der Stadt Münster inklusive des am Reiner-Klimke-Weg gelegenen Areals nicht mehr als 45 Hektar betragen.

Bislang wurde die ausgeschriebene städtische Ackerfläche für den konventionellen Ackerbau genutzt. Zuletzt wurde dort auch Mais angebaut. Nach Auslaufen des Pachtvertrags soll sie nun ausschließlich ökologisch bewirtschaftet werden, was der Stadt zudem den Vorteil beschert, dass die Fläche als Kompensationsmaßnahme anerkannt werden kann und Ökopunkte gesammelt werden können.

Bis aus dem Acker ein Öko-Acker wird, auf dem pflanzliche Bio-Erzeugnisse produziert werden können, dürfte es allerdings noch ein Weilchen dauern. Die Umstellung werde zwei Jahre in Anspruch nehmen, weiß der Landwirt aus Münsters Westen. Erst ab dem dritten Jahr könnten dort Öko-Produkte erzeugt werden. Das sei auch ein Grund dafür, warum die Fläche langfristig verpachtet werden solle.

Zu den Pachtvertragsinhalten zählen diverse Auflagen: Neben dem Verzicht auf den Einsatz von Gentechnik sowie von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wird unter anderem auch Wert darauf gelegt, dass ausschließlich „geeignete Kulturen“ und „gesunde Sorten aus ökologischer Vermehrung“ angebaut werden.

Mit der nun ins Auge gefassten erstmaligen Verpachtung einer ihrer landwirtschaftlichen Flächen für den Öko-Anbau will die Stadt Münster dem Vernehmen nach Erfahrungen sammeln. Gut möglich, dass das Beispiel demnächst Schule machen könnte.

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