Dem Bienensterben entgegenwirken
Blühende Gewächse sind wichtig

Münster-Mecklenbeck -

Forscher schlagen Alarm, warnen vor dem Bienensterben: Dass zum Schutz von Bienen und bestäubenden Insekten etwas getan werden muss, darüber sind sich mittlerweile viele Zeitgenossen einig. Etwas dazu beitragen kann man auch schon im Privatgarten.

Mittwoch, 06.03.2019, 20:33 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 11:28 Uhr
Derzeit blüht im Mecklenbecker Landschaftspark die Kornelkirsche, die Berit Philipp auf diesem Foto zeigt. Der gelbblühende Strauch ist im Frühjahr eine besonders wichtige Bienennährpflanze. Das kleine Foto zeigt eine Rotpelzige Sandbiene, die sich im Garten der Familie Philipp an einer Johannisbeerblüte gütlich tut.
Derzeit blüht im Mecklenbecker Landschaftspark die Kornelkirsche, die Berit Philipp auf diesem Foto zeigt. Der gelbblühende Strauch ist im Frühjahr eine besonders wichtige Bienennährpflanze. Das kleine Foto zeigt eine Rotpelzige Sandbiene, die sich im Garten der Familie Philipp an einer Johannisbeerblüte gütlich tut. Foto: sch/Philipp

Dass Bienen und andere bestäubende Insekten in der heutigen Zeit besonderen Schutz und Förderung benötigen, ist mittlerweile weithin bekannt. In Bayern wurde im Zeichen des vielbeklagten Bienensterbens sogar das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ ins Leben gerufen. Auch hierzulande kann für die nützlichen Tiere etwas getan werden: Wer einen Garten hat, kann aktiv dazu beitragen, weiß die Mecklenbeckerin Dr. Berit Philipp . Die Biologin und Naturschutzbund-Mitarbeiterin hat Tipps dazu parat.

Mit dem Ende des Winters machen sich derzeit auch in Münsters Westen viele daran, ihre Gärten für die warme Jahreszeit auf Vordermann zu bringen. Wer Inter­esse daran hat, kann dabei auch dafür sorgen, dem Bienensterben ein Stückchen entgegenzuwirken. Erste Wildbienen, Schmetterlinge und Hummeln waren laut Berit Philipp bei den warmen Temperaturen Ende Februar bereits unterwegs. Wer ihnen Nahrung spendieren möchte, tut gut daran, von Frühjahr bis Herbst blühende Gewächse im Garten zu haben.

„Wichtig ist, dass die Pflanzen Nektar und Pollen spenden“, erläutert die Biologin. Idealerweise sollte es sich um einheimische Arten handeln. Denn nicht alles was blüht, spendet Wild- und Honigbienen sowie anderen Insekten Nahrung. Die gelben Blüten der aus Asien stammenden Forsythie seien zwar hübsch anzusehen, als Nahrungsspender für bestäubende Insekten jedoch völlig ungeeignet, sagt Berit Philipp.

Wer jetzt im Garten aktiv sei, könne noch vorgezogene frühblühende Zwiebelpflanzen – beispielsweise Wildtulpen, Blaustern oder Traubenhyazinthen – setzten, die mehrjährig wiederkämen. Und man könne selbst auf kleinen Flächen mit regionalem Saatgut wertvolle Blumenwiesen schaffen. Dabei gelte es, darauf zu achten, dass es sich um eine Mischung aus ein- und mehrjährigen Pflanzen handele.

Auch Kräuter und Gemüsepflanzen, die man blühen lässt, tun Bienen & Co. Gutes, erläutert die Biologin. Sie war im vergangenen Jahr im Rahmen eines städtischen Projektes unter anderem damit beschäftigt, im Mecklenbecker Landschaftspark Verbesserungsmöglichkeiten für die Lebensräume von Wildbienen und Schmetterlingen zu finden. Es lohne sich, als Nahrungsquelle für bestäubende Insekten Oregano, Lavendel, Rosmarin, Borretsch oder auch Möhren und Lauch Blüten treiben zu lassen. Das könne sogar auf dem Balkon oder im Balkonkasten der Fall sein, erläutert die Expertin.

Ideal sei es zum jetzigen Zeitpunkt auch, Stauden zu setzen. So unter anderem Margeriten, Königskerzen, Ringelblumen oder Natternköpfe. Und im Herbst seien die wunderbar blühenden Astern interessant. Noch nicht zu spät ist es laut Berit Philipp zudem, Obstbäume- und -Sträucher (Johannesbeere, Himbeere) zu pflanzen, da auch deren Blüten wichtige Nahrungsquellen für nützliche Insekten darstellen. Im Spätherbst sei es dann blühender Efeu, der als eine der letzten Pflanzen den Tieren noch Nahrung beschere. Ganz wichtig ist der Biologin, dass Insektenfreunde im heimischen Garten auf den Einsatz von Schädlingsvernichtungsmitteln verzichten, zumal diese auch für nützliche Insekten eine Gefahr darstellen.

Da Wildbienen im Boden nisten, können Gartenfreunde ihnen Lebensräume gewähren, indem sie im Rasen Stellen offen halten, die wenig gemäht und auch nicht umgepflügt werden. Wer die Möglichkeit habe, solle für Strukturvielfalt im Garten sorgen, rät Berit Philipp. Als Nisthilfen könnten Steine platziert, Natursteinmauern errichtet sowie Totholz oder Asthaufen aufgestapelt werden. Wer viel Platz habe, könne einen kleinen Gartenteich anlegen: „Auch Wasser ist für Insekten wichtig.“

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