Untertitelwerkstatt Münster
Zweite Reise nach Berlin

Münster-Mecklenbeck -

Die in Mecklenbeck ansässige Untertitelwerkstatt Münster zählt zu den Kandidaten, die für die Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises am 19. März in Berlin nominiert wurden. Sie tritt in der Kategorie Dokumentation an.

Freitag, 15.03.2019, 19:00 Uhr
Freuen sich über die Nominierung ihrer Audiodeskription des Dokumentarfilms „Nachlass“: Marianne Koch und Bernhard Brämswig von der in Mecklenbeck ansässigen Untertitelwerkstatt Münster.
Freuen sich über die Nominierung ihrer Audiodeskription des Dokumentarfilms „Nachlass“: Marianne Koch und Bernhard Brämswig von der in Mecklenbeck ansässigen Untertitelwerkstatt Münster. Foto: sch

Die große Gala in der Berliner Hauptrepräsentanz der Deutschen Telekom geht am Dienstag (19. März) über die Bühne: In der Bundeshauptstadt wird bereits zum 17. Mal der Deutsche Hörfilmpreis vergeben. Zu den 16 Nominierten, die von einer fachkundigen Jury auserkoren wurden zählt auch die in Mecklenbeck ansässige Untertitelwerkstatt Münster GmbH & Co. KG, die seit 2017 bereits zum zweiten Mal an der prestigeträchtigen Preisverleihung teilnehmen darf.

Daraus, dass sie sich über die erneute Nominierung ihrer Firma freuen, machen die Untertitelwerkstatt-Geschäftsführer Bernhard Brämswig und Marianne Koch keinen Hehl. Immerhin wurde ihre Produktion – die Audiodeskription zum Dokumentarfilm „Nachlass“ (2018) von Christoph Hübner und Gabriele Voss – aus einer Vielzahl von Vorschlägen und Einreichungen für die Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises ausgewählt. Er wird seit dem Jahr 2002 vom Deutschen Blinden- und Seh­behinderten­verband (DBSV) vergeben.

Bei Audiodeskriptionen handelt es sich um Hörfassungen von Filmen, die es blinden und sehbehinderten Menschen ermöglichen, die jeweiligen Inhalte und Handlungen akustisch mitzuverfolgen. In knappen Worten werden zentrale Elemente der Handlung sowie Gestik, Mimik und Dekor beschrieben. Bei entsprechenden Fernsehsendungen gibt es spezielle Tonspuren, in manchen Kinos kann die Audiodeskription per Kopfhörer oder mittels einer App angehört werden.

Viel Arbeit ist notwendig, um Hörfassungen von Filmen und TV-Sendungen herzustellen. Es muss quasi ein zweites „Drehbuch“ geschrieben werden, was im Fall des nominierten Films der Untertitelwerkstatt Svenja Brüske übernommen hat. Sie ist seit dem Jahr 2012 als „Filmbeschreiberin“ für die Mecklenbecker Firma tätig und hat schon rund 150 Audiodeskriptionen verfasst.

Ebenfalls beteiligt an der Produktion waren Firmenchef Bernhard Brämswig, der unter anderem für die Bearbeitung und fürs Produzieren zuständig ist, sowie Cornelia Drauschke. Das Mitglied des münsterischen Blinden- und Sehbehindertenvereins hört sich die Hörfilmfassungen an. Da sie selbst blind ist, kann sie bestens beurteilen, ob eine Audiodeskription gelungen ist oder verbessert werden muss, um Betroffenen auf akustische Weise das „hautnahe“ Mitverfolgen eines Films zu ermöglichen. „Es sollen Bilder im Kopf entstehen“, umreißt Brämswig das von der Untertitelwerkstatt angestrebte Ziel.

Im 108-minütigen Film „Nachlass“ geht es um die Folgezeit des Nationalsozialismus: Um Nachkommen von NS-Tätern, um Spurensuche und Aufarbeitung, um Schuld und Sühne. Mit ihrer Hörfassung wurde die Untertitelwerkstatt in der Kategorie Dokumentation als möglicher Preisträger nominiert. Darüber hinaus gibt es noch die Kategorien Kino, TV sowie Kinder- und Jugendfilm. Insgesamt 16 Produktionen konkurrieren um die Preise.

Neben den Hauptpreisen werden übrigens auch Publikumspreise vergeben. Im Jahr 2017 landeten die Mecklenbecker mit ihrer Audiodeskription des Films „Die vermisste Frau“ dabei auf Platz zwei. „Das hat uns stolz gemacht“, sagt Bernhard Brämswig. Zusammen mit Ehefrau Marianne Koch wird er an der Preisverleihung teilnehmen. Sie wird von Steven Gätjen moderiert. Vielleicht kann die seit 1984 existierende Untertitelwerkstatt in diesem Jahr einen weiteren Erfolg verbuchen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6473831?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F140%2F
Traktoren-Korso bremst am Dienstag den Verkehr aus
Bereits im April 2019 demonstrierten Landwirte aus dem Münsterland mit ihren Traktoren in Münster. 
Nachrichten-Ticker