Video zum Welt-Down-Syndrom-Tag
Achtjährige wirkt in Musikvideo mit

Münster-Mecklenbeck -

Die achtjährige Pauline aus Mecklenbeck hat in einem Video mitgewirkt, dass anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tags Premiere feierte.

Freitag, 22.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 25.03.2019, 16:07 Uhr
Die achtjährige Pauline (l.) hat am Video der Elterninitiative „Du bist so“ zum Welt-Down-Syndrom-Tag 2019 mitgewirkt. Ihre Mutter Annemarie Kirchhoff und Schwesterchen Charlotta freuen sich mit ihr.
Die achtjährige Pauline (l.) hat am Video der Elterninitiative „Du bist so“ zum Welt-Down-Syndrom-Tag 2019 mitgewirkt. Ihre Mutter Annemarie Kirchhoff und Schwesterchen Charlotta freuen sich mit ihr. Foto: sun

Pauline ist stolz, denn ein Plakat mit ihrem Bild hängt in vielen Läden in Mecklenbeck und in ihrer Schule aus. „Das bin ich. Ich mache Werbung“, sagt die Achtjährige und zeigt auf das Plakat, das sie strahlend auf einer Turnstange zeigt. Auf den ersten Blick fällt es dem Betrachter kaum auf, doch Pauline hat Trisomie 21, das sogenannte Down-Syndrom. Ja, und es stimmt: Pauline macht Werbung.

Im Rahmen des Welt-Down-Syndrom-Tags hat die junge Mecklenbeckerin am Donnerstag dieser Woche als Beitrag einer bundesweiten Elterninitiative für Vielfalt, Akzeptanz, Inklusion geworben. Dies insbesondere auch mittels eines gestreamten Videos, in dem sie und ihre fünfjährige Schwester Marike mit 128 weiteren Kindern und Jugendlichen (mit und ohne Down-Syndrom) mitwirken. Sie alle trafen sich für die Produktion des Musikvideos in einer Disco in Ibbenbüren und füllten als Darsteller den Song „Du bist so“ von der Kinderpartyband „KrAWAllo!“ mit Leben.

Gemeinsam Spaß haben und zeigen, dass Inklusion auf vielfältige Art möglich ist, das war laut ihrer Mutter Annemarie Kirchhoff die Motivation der Familie an dem Projekt der Elterninitiative „Du bist so“ zum Welt-Down-Syndrom-Tag 2019 teilzunehmen. Und irgendwie trifft das Motto auch die Situation direkt nach Paulinas Geburt.

Eine unbeschwerte Schwangerschaft, regelmäßige Arztbesuche, nichts deutete damals auf den Gendefekt hin. Doch der Moment, als die Ärztin Paulina direkt nach der Geburt Annemarie Kirchhoff auf die Brust legte, veränderte alles. „Es traf uns völlig unvorbereitet. Nachdem wir das verarbeitet hatten, stellten die Ärzte drei Tage später einen Herzfehler fest“, erinnert sich Annemarie Kirchhoff an den zweiten sehr emotionalen Augenblick. Ein halbes Jahr später wurde Paulina erfolgreich am Herzen operiert. Es folgten viele Förder- und Fordermaßnahmen. Die Kirchhoffs ließen sich ganz auf die entwicklungsfördernden Empfehlungen ein.

So fröhlich und ausgelassen wie im Video ist Paulina auch im alltäglichen Leben. Täglich steigt sie in den Schulbus, der sie in die Münsterlandschule Tilbeck fährt. In der Montessori-Schule besucht sie die dritte Klasse und fühlt sich laut eigener Aussage dort pudelwohl. In ihrem individualisierten Lernplan steht im Fach Musik unter anderem das Erlernen des Zupfinstruments Veeh-Harfe auf dem Stundenplan.

„Wir haben uns bewusst für die reformpädagogische Schule entschieden. Denn im Rahmen der Montessori-Pädagogik sehen wir die Inklusion am ehesten verwirklicht“, unterstreicht Annemarie Kirchhoff die Aussage ihrer ältesten Tochter Pauline, die derweil mit ihrer jüngsten Schwester Charlotta kuschelt und ungeduldig auf die Rückkehr ihrer Schwester Marike wartet. Auch wenn sie sich mal streiten, so eint sie doch vieles: Fahrradfahren, Schwimmen, Bibi Blocksberg und vor allem aber Pipi Langstrumpf. Dass Paulina unbeschwert und glücklich an allem teilhaben kann, das war für die Familie Kirchhoff ein weiterer Beweggrund sich an dem Videoprojekt zu beteiligen. Sämtliche Erlöse kommen übrigens der Deutschen Stiftung für Menschen mit Down-Syndrom zugute.

 

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