Biologin informierte in Mecklenbeck über das Bienensterben
Viele Arten und kleine Völker

MÜNSTER-MECKLENBECK -

Sterben zuerst die Bienen, dann die Blumen und schließlich die Menschen? Eine Wissenschaftlerin lieferte überraschende Antworten.

Samstag, 30.03.2019, 06:30 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 19:15 Uhr
Ratsherr Josef Schliemann (l.), Andreas Mallepree (2.v.l.), stellvertretender Vorsitzender der CDU-Mecklenbeck, und Bezirksvertreter Peter Wolfgarten (r.) luden die Biologin Berit Philipp (2. v. r. ) ein, die über das Bienensterben sprach. Der Landschaftspark Mecklenbeck (kleines Bild) fördere den Artenreichtum der Bienen, so die Referentin.
Ratsherr Josef Schliemann (l.), Andreas Mallepree (2.v.l.), stellvertretender Vorsitzender der CDU-Mecklenbeck, und Bezirksvertreter Peter Wolfgarten (r.) luden die Biologin Berit Philipp (2. v. r. ) ein, die über das Bienensterben sprach. Der Landschaftspark Mecklenbeck (kleines Bild) fördere den Artenreichtum der Bienen, so die Referentin. Foto: sn

„Jeder kann etwas in seiner kleinen Welt tun“, betonte Peter Wolfgarten , Mitglied der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung West, „auf dem Balkon und im Garten“. Dabei ging es ihm speziell um Bienen – und um den Antrag der Christdemokraten, der den bezeichnenden Titel „Mecklenbeck summt“ trägt. Darin wurde die Stadt gebeten, nach Möglichkeiten zu suchen, dem Bienensterben zu begegnen.

Als Reaktion gab die Verwaltung eine sogenannte „faunistische Untersuchung“ in Auftrag. Die Biologin Dr. Berit Philipp von der Nabu-Naturschutzstation Münsterland führte sie im Stadtteil durch und berichtete nun im Hof Hesselmann von den erstaunlichen Ergebnissen.

„In der Politik ist angekommen, dass es Bienensterben gibt, und dass man etwas tun muss“, so die Naturwissenschaftlerin. Soviel vorweg: In Mecklenbeck sei das Ergebnis der Zählung von Wildbienen und Tagesfaltern „ganz gut“ gewesen.

Streuobstwiese

An drei Stellen im Stadtteil ist die Biologin aktiv geworden: im Landschaftspark, an der Mündung des Meckelbachs in die Aa und an der Streuobstwiese unweit des alten Paulushofs. 57 Wildbienen-Arten und 22 Tagfalter-Arten konnte Philipp ausmachen.

Mit dieser Arten-Anzahl zeigte sich die Wissenschaftlerin zufrieden, allerdings gebe es hinsichtlich der Bienen in ganz Deutschland über 500 Arten und in Nordrhein-Westfalen 360 bis 370. Im westfälischen Becken seien es aber weniger. Die Bienen-Vielfalt ist auch in Mecklenbeck gegeben: Von der Kuckucksbiene über die Harzbiene bis zur Maskenbiene am Paulushof, all diese Arten sind hier zu finden. Sogar zwei Arten, die auf der roten Liste bedrohter Wildbienen in Nordrhein-Westfalen verzeichnet sind, gibt es in Mecklenbeck noch. Insbesondere der strukturreiche Landschaftspark oder aber die Streuobstwiesen mit etlichen alten Obstbaumsorten würden das Artenreichtum befördern, so die Expertin.

Wermutstropfen

Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen: Zwar sei die Zahl der gefundenen Arten vergleichsweise groß, dafür aber sei die jeweilige Population klein.

Es gibt also noch eine Menge zu tun, und die Stadt wird auch aktiv. Blühstreifen bringt sie derzeit im Landschaftspark, an der „GAD-Trasse“ (Fritz-Schmücker-Straße) sowie am Meckelbach an. Doch jeder sei auch selbst gefragt, so Wolfgarten. Berit Philipp hatte daher auch „Bienenhotels“ zum Nachbauen mitgebracht. So eine Wohnstätte für Bienen sei relativ einfach zu bauen, hieß es: Hobby-Bienenschützer können einen großen Hartholzblock nehmen und darin unterschiedlich breite Gänge mit drei bis zehn Millimeter Durchmesser hineinbohren.

„Single-Apartments“

Auch „Single-Apartments“ für Bienen und Wespen sind möglich. Dazu brauchen nur hohle Stängel, etwa vier bis sieben Zentimeter im Durchmesser, gebündelt und in einer regendichten Umhüllung angebracht werden. Das könne auch schon eine alte Konservendose sein.

Und es geht noch einfacher. Ein Supermarkt in Mecklenbeck habe kürzlich ein Bienenhotel im Angebot gehabt, bemerkte Peter Wolfgarten, das sei ganz schnell ausverkauft gewesen: „So sind sie, die Mecklenbecker“, sagte der Bezirksvertreter zufrieden. Ein wenig Stolz klang auch mit.

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