Jubiläumsfeier im Bürgerzentrum Hof Hesselmann
Auf den Spuren der Modersohns

Münster-Mecklenbeck -

Karlheinz Pötter, Ehrenvorsitzender des Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreises, hatte in den Hof Hesselmann eingeladen. Dort wurde das 25-jährige Bestehen des Modersohnwegs gefeiert.

Montag, 27.05.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 29.05.2019, 16:26 Uhr
Karlheinz Pötter (M.) bestritt mit Bernd Löckener und Karin Reismann im Bürgerzentrum Hof Hesselmann die Jubiläumsfeier „25 Jahre Paula und Otto Modersohn in Münster“.
Karlheinz Pötter (M.) bestritt mit Bernd Löckener und Karin Reismann im Bürgerzentrum Hof Hesselmann die Jubiläumsfeier „25 Jahre Paula und Otto Modersohn in Münster“. Foto: ann

Gleich zwei Jubiläen standen auf dem Kalender im Bürgerzentrum Hof Hesselmann. Seit 25 Jahren gibt es den Modersohnweg am Aasee in Münster – er wurde zeitgleich mit der Veranstaltung im Bürgerzentrum vom Mecklenbecker Geschichts-und Heimatkreis begangen – und 30 Jahre alt ist die „Modersohnforschung von unten“. So bezeichnet Karlheinz Pötter sein geradezu professionell betriebenes Steckenpferd.

Bürgermeisterin Karin Reismann übermittelte den Gruß der Stadt Münster und verriet, dass sie am Modersohnweg lebt. Für die Modersohns lebt, salopp formuliert, Karlheinz Pötter. Er gab einen ausführlichen Einblick in seine Forschungen, deren Ergebnisse anschaulich der Bürgermeisterin vor Augen sind. Nämlich immer dann, wenn Spaziergänger an den seit 13 Jahren bestehenden Schautafeln zu Modersohn-Motiven am besagten Weg stehen bleiben, um sich über den Landschaftsmaler zu informieren.

Karlheinz Pötters Verdienst ist es, sich beharrlich für die Wahrnehmung der Künstlerfamilie Modersohn und ihrer Beziehung zur Stadt heimatgeschichtlich und kunsthistorisch einzusetzen. An diesem Jubiläumsnachmittag stellte Pötter seinem Vortrag Ausschnitte eines Film von Carlo Modersohn voran, Urenkel des Mitbegründers der Worpsweder Künstlerkolonie. Der Film „So weit und groß“ zeigt mit historischem Bildmaterial Otto Modersohns Lebensgeschichte. Geboren 1865 in Soest, zog er im Alter von neun Jahren mit seiner Familie nach Münster. Etliche in dieser Zeit entstandene Skizzen lassen sich Örtlichkeiten zuordnen und werden als frühe Vorbereitung für seinen späteren Werdegang als Landschaftsmaler gesehen.

Texte von Rainer Maria Rilke, der zum Umfeld der Worpsweder Kolonie zählt, verstärken den Eindruck, den Otto von sich selber hatte: „Ich bin geborener Landschaftsmaler.“ Wie von keinem anderen Maler gebe es von ihm, so Pötter, eine enorme Fülle von Münster-Bildern, die frühere Stadtansichten zeigten. Über 200 davon habe er mit Hilfe von Heimatvereinen und Lehrern zu identifizieren versucht. Das Gemälde „Sommerfreuden“ vor Haus Kump von 1889 sei vermutlich als Zahlungsmittel bei einem Bauern verwendet worden.

Dem guten Kontakt von Pötter zu Otto Modersohns Sohn Christian, der ebenfalls Maler war, ist die einmalige Gegenüberstellung von zwei unterschiedlichen Ansichten von Haus Kump zu verdanken, in der Vater und Sohn im Abstand von 105 Jahren das selbe Motiv malten. Pötter wünscht sich ein Museum mit allen in Münster befindlichen Werken des Künstlers.

Bernd Löckeners Hobby ist preisgünstiger umzusetzen. Der ehemalige Förster berichtete von seiner Postkartensammlung, seiner „Galerie des kleinen Mannes“ mit Worpsweder Künstlern, in der er mit Sammlerglück eine von Paula Modersohn unterzeichnete Karte an Heinrich Vogler erworben hat.

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