Artenschutz im Landschaftspark
Blütenpracht lässt auf sich warten

Münster-West -

Die Stadt hat Anfang April im Mecklenbecker Landschaftspark Blühstreifen angelegt. Sie sollen Bienen, Wildbienen und anderen Insekten Nahrung und Lebensraum bieten, blühen zur Verwunderung mancher Mecklenbecker aber noch nicht.

Mittwoch, 29.05.2019, 19:00 Uhr
Blütenpracht als Nahrung für Bienen und Insekten lässt derzeit im Mecklenbecker Landschaftspark noch auf sich warten. Derzeit dominieren in den dortigen Blühstreifen die Disteln. Doch das soll sich möglichst bald ändern.
Blütenpracht als Nahrung für Bienen und Insekten lässt derzeit im Mecklenbecker Landschaftspark noch auf sich warten. Zurzeit dominieren in den dortigen Blühstreifen die Disteln. Doch das soll sich möglichst bald ändern. Foto: sch

„Ich kann die Leute einfach nur um Geduld bitten“, sagt Peter Wolfgarten . Als Mecklenbecker CDU-Mitglied der Bezirksvertretung (BV) Münster-West wird er in diesen Tagen immer wieder mal von Bürgern angesprochen, die sich darüber wundern, dass die von der Stadt vor einigen Wochen im Landschaftspark Mecklenbeck angelegten Blühstreifen – sie sollen Bienen, Wildbienen und anderen Insekten Nahrung und Lebensraum bieten – noch recht unansehnlich aussehen. Doch Wolfgarten geht davon aus, dass sich das schon bald ändern wird.

Bereits im Februar 2018 hatte sich die CDU-Fraktion der BV West um ihren Vorsitzenden Peter Wolfgarten per Antrag an die Verwaltung dafür stark gemacht, „die Lebensräume und Lebensbedingungen für bedrohte Wildbienen, Bienen und andere bestäubende Insekten im Stadtteil Mecklenbeck darzustellen“. Zudem müsse dafür gesorgt werden, dass deren Nahrungs- und Nistplatzsituation verbessert werde, hieß es.

Dem Anliegen wurde Anfang April mit der Einrichtung von Blühstreifen Rechnung getragen. In diese wurde, so der Christdemokrat, regionales Saatgut gesät, sodass dort künftig mehrjährige Wildkräuter und Blühpflanzen wachsen können. Doch bislang seien die Blühstreifen, wie so mancher Bürger bemängele, gar nicht als Blühstreifen zu erkennen. Das hänge damit zusammen, dass es bislang viel zu wenig Regen und obendrein auch noch Kälte gegeben habe, meint Wolfgarten: „Der fehlende Regen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Es gelte abzuwarten, bis es in den Artenschutzstreifen des Landschaftsparks die erhoffte Blütenvielfalt gebe.

Auch Doris Hachmann vom städtischen Grünflächenamt weist darauf hin, dass Geduld notwendig ist, bis das Saatgut in den Blühstreifen aufgeht. Im Landschaftspark seien mehrjährige krautige Stauden (Margeriten, Malven, Johanniskraut, Schafgarbe, Lichtnelken und Wilde Möhren), die ohnehin erst im zweiten oder mitunter auch erst im dritten Jahr blühten, sowie einjährige Pflanzen (Mohn, Kornblume, Witwenblume etc.) in den Boden gebracht worden: „Es geht um Nachhaltigkeit.“ Wie auch in der freien Natur brauche es Zeit, bis sich aus den Samen die gewünschte Pflanzenwelt entwickle. Obendrein gehe auch nicht zwangsläufig jede der ausgesäten Sorten an einem Standort auf. Dass es in den vergangenen Wochen nur wenig Regen gegeben habe, trage sicherlich auch mit dazu bei, dass in den Mecklenbecker Blühstreifen noch nicht allzu viel blühe.

Dass in den Artenschutzstreifen derzeit reichlich Disteln sprießen, hält Fachfrau Doris Hachmann für nicht allzu tragisch. Auch die seien „für Insekten super“, weiß die Expertin. Gleichwohl will sich das Grünflächenamt in den kommenden Tagen darum kümmern, dass die Disteln in den Blühstreifen nicht die Oberhand gewinnen.

Die Streifen im Mecklenbecker Landschaftspark zählen zu gleich mehreren wertvollen Blühstreifen, die die Stadt auf einer Gesamtfläche von mehr als zwei Hektar angelegt hat. Diese sind laut Doris Hachmann am Aasee, am Kinderbach, an der Weseler Straße und an der Von-Esmarch-Straße zu finden. Darüber hinaus würden unter anderem auch vom Nabu solche Artenschutzstreifen angelegt.

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