Bahnunterführung Heroldstraße
Verkehr soll ab 2021 fließen

Münster-Mecklenbeck -

Wie geht es weiter mit dem Großprojekt „Bahnunterführung Heroldstraße“? Was wurde bislang gemacht? Antworten auf diese und weitere Fragen haben Verantwortliche der Stadt Münster Interessierten bei einem Vor-Ort-Infotermin gegeben.

Freitag, 12.07.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 15.07.2019, 17:26 Uhr
Blick auf den Großbaustelle: Das Foto zeigt die Bahngleise, unter denen die Heroldstraße nach ihrer Umlegung demnächst verlaufen soll.
Blick auf den Großbaustelle: Das Foto zeigt die Bahngleise, unter denen die Heroldstraße nach ihrer Umlegung demnächst verlaufen soll. Foto: cro

Beim Blick vom Dach des Stadtbereichszentrums an der Weseler Straße sieht man sie deutlich: Die Bohrpfähle auf der Baustelle an der Herold­straße. Dabei sind die meisten von ihnen mittlerweile schon unter der Erde. Denn insgesamt waren es rund 800 Stück, die zur Vorbereitung der Unterführung unter der Bahnstrecke in den Boden eingetrieben wurden.

Doch wie geht es weiter? Und warum sieht die Baustelle wie verlassen aus? Um diese und ähnliche Fragen zu beantworten, hatte das städtische Amt für Mobilität und Tiefbau zu einem Informationsnachmittag der besonderen Art eingeladen: Auf dem Parkdeck, mit dem Blick auf die Baustelle, sollten Anwohner ihre Sorgen loswerden können. Die Mecklenbecker kamen auch zahlreich – und fühlten den Projekt- und Bauleitern auf den Zahn.

„Oft sieht es so aus, als würde die Baustelle stillstehen, tut sie aber nicht“, verriet Projektleiter Jürgen Teigelmeister vom Amt für Mobilität und Tiefbau. Im Gegenteil: „Es musste der Zement austrocknen, in der kommenden Woche geht es weiter.“

Die bisherigen Schritte hatten es in sich: 800 Pfähle wurden versenkt, zum Teil mussten Rückanker gesetzt werden. „Ein Pfahl hat einen Durchmesser von rund 1,20 Meter, jeder zweite wurde zusätzlich mit Stahl verstärkt“, so der Projektleiter. Bis zu 14 Meter reichen die Pfähle in den Boden, um die stabilen Tragwände für die Unterführung an der Heroldstraße zu bilden, die dann in die Weseler Straße mündet. „Am Ende wird dann noch eine rund 50 Zentimeter dicke Zementschicht aufgebracht, aber die Pfähle tragen die Konstruktion.“

In der kommenden Woche werden Pumpen aufgebaut, denn es geht weiter mit der Absenkung des Grundwassers. „Das ist wichtig. Im Trog, der dann die Unterführung bildet, werden acht Pumpen das Wasser abziehen“, so Teigelmeister. Eine Sache sei aus seiner Sicht dabei von besonderer Bedeutung: „Die Maßnahme wird keine Auswirkung auf den Grundwasserspiegel im Umfeld haben. Daher haben wir im Vorfeld die komplizierte Konstruktion mit den Pfählen errichtet.“

Diese machen die Wände des Troges dicht, von unten kann aufgrund des schweren Mergelbodens kaum Wasser nachkommen. Hinzu kommen auch noch acht Tiefenbrunnen zur Entwässerung, die ebenfalls in der kommenden Woche gebohrt werden sollen.

Die Pumpen werden bis September laufen, danach geht es weiter mit dem Ausheben des Troges. „Wir beginnen zuerst an der Südseite, denn dort ist das Wasser zuerst komplett weg“, verriet der Projektleiter. Nach und nach werden dann die 27 Einzelteile vor Ort gefertigt, die am Ende die Unterführung bilden. „Parallel dazu entsteht momentan ein Lärmschutzwall, der Verkehr wird ab 2021 vermutlich fließen können“, so die Prognose des Projektleiters.

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