Festival „Kunst in Mecklenbeck“
„Das Ungewisse reizt mich“

Münster-Mecklenbeck -

„Die Zeit reicht nicht aus, um alle meine Ideen umzusetzen“, sagt die Malerin Mariola Sobota. Einen kleinen Teil ihrer Ideen wird sie vom 13. bis 15. September beim Festival „Kunst in Mecklenbeck“ präsentieren.

Freitag, 26.07.2019, 19:00 Uhr
Mariola Sobota stellt ihre Arbeiten beim Festival „Kunst in Mecklenbeck“ (KiM) aus. Ihr Ehemann Adam unterstützt sie.
Mariola Sobota stellt ihre Arbeiten beim Festival „Kunst in Mecklenbeck“ (KiM) aus. Ihr Ehemann Adam unterstützt sie. Foto: ann

Als Mariola Sobota vor 30 Jahren aus Kattowitz nach Münster kam, hatte sie vor allem eines: Heimweh. In ihrem erlernten Beruf als Pharmazeutisch-Technische Assistentin konnte sie nicht arbeiten, weil ihr die Sprachkenntnisse fehlten. Auch ihr Ehemann und ihre zwei Jahre alte Tochter bewahrten sie nicht davor, sich kreuzunglücklich zu fühlen. „Ich habe kein Wort verstanden und konnte außer mit meinem Mann mit niemandem reden“, erinnert sich die Polin. „Ich fühlte mich in einem goldenen Käfig und war unglücklich und sehr allein“.

Zum Glück gehört diese Zeit schon lange der Vergangenheit an. „Es gab zwei Dinge in meinem Leben, die mich gewissermaßen ,gerettet‘ haben. Zum einen waren das die Nachbarn, die ich an der Sandkiste mit meiner Tochter traf. Von ihnen habe ich mehr gelernt als in jedem Deutschkursus. Und dann war da noch die Malerei“, sagt sie. Egal ob sie Stress hatte oder körperlich erschöpft war – das Malen führte sie in ihre eigene Welt. Dann konnte sie Probleme vergessen und den Alltag ausblenden.

So lange sie zurückdenken kann, haben sie Farbe, das Malen und Gestalten fasziniert. Als Tochter eines Bergmannes war für sie in Polen an ein Kunststudium nicht zu denken, aber ihre Mutter hat ihr doch zwei Jahre lang privaten Kunstunterricht finanziert.

Gemalt hat sie mit allem, was sie bekommen konnte, sogar schon mal mit Zahnpasta. Als Schülerin war sie im Mathematikunterricht aufmerksam. Allerdings galt ihr Interesse weniger der Geometrie oder Algebra, sondern mehr dem „Modell“ Lehrer, den sie heimlich zu zeichnen versuchte. Sie entdeckte die Öl- und Acrylfarben mit ihren, wie sie sagt, „unendlichen Möglichkeiten“ und begann zu experimentieren. Mit den Fingern, mit Spachteln oder mit Malerrollen bearbeitete sie die Leinwand und mischte Sand, Gips, Kaffeesatz und sogar Blattgold in die Farben, stets neugierig auf die Wirkung und unerwartete Effekte.

„Das Ungewisse reizt mich. Die Zeit reicht nicht aus, um alle meine Ideen umzusetzen“, sagt die schlanke Frau, die sich unter dem Dach ihres Reihenhauses in Mecklenbeck ein kleines, feines Mini-Atelier eingerichtet hat.

Beim Festival „Kunst in Mecklenbeck“ (KiM) werden ihre Arbeiten zu sehen sein. Beim Festival im Aegidiimarkt, im Gleis 22, in Kinderhaus und in Greven hat sie schon ausgestellt. Ihre drei Kinder sind stolz auf sie, und Ehemann Adam unterstützt sie nach Kräften. Er transportiert ihre großformatigen Bilder zu den Ausstellungen und gelegentlich managt er seine Frau sogar. Während sie sich lieber im Hintergrund hält, hat er auch schon mal seinen Zahnarzt angesprochen und eine Ausstellung in dessen Praxisräumen organisiert.

Heimweh nach Polen hat sie nicht mehr. „Mein Land ist mir inzwischen fremd geworden“, sagt sie. „Meine Heimat von früher existiert nicht mehr. Mittlerweile liebe ich Münster.“ Seit vielen Jahren arbeitet sie als guter Geist in einem privaten Haushalt. Ein Herz für heimatlose Kreaturen hat sie behalten. Sie unterstützt nämlich ihre Tochter nach Kräften, die sich für ausgesetzte und misshandelte Hunde einsetzt. Derzeit haben vier dieser armen Wesen in ihrer Familie ein neues Zuhause gefunden.

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Das Festival „Kunst in Mecklenbeck“ findet vom 13. bis 15. September im Mecklenbecker Bürgerzentrum Hof Hesselmann statt.

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