Verwildertes städtisches Grundstück an der Untietheide
Ein Spielplatz für die Siedlung

Münster-Mecklenbeck -

Geht es nach den Vorstellungen der SPD in der Bezirksvertretung West, dann soll eine überwucherte städtische Grünfläche an der Untietheide zu einem naturnah gestalteten Spielplatz werden. Doch das lehnt die Stadt bislang ab.

Dienstag, 27.08.2019, 20:00 Uhr
Ratsfrau Marianne Koch (l.) und Heidi Schwarte nebst Enkelkind Finn machen sich dafür stark, das überwucherte städtische Grundstück (im Hintergrund) zu entmüllen und zu einem Spielplatz zu machen. Mit im Bild: Anwohnerin Elfriede Kappenberg.
Ratsfrau Marianne Koch (l.) und Heidi Schwarte nebst Enkelkind Finn machen sich dafür stark, das überwucherte städtische Grundstück (im Hintergrund) zu entmüllen und zu einem Spielplatz zu machen. Mit im Bild: Anwohnerin Elfriede Kappenberg. Foto: sch

„Ich wäre froh, wenn diese Drecksecke endlich wegkäme!“ Anwohnerin Heidi Schwarte macht keinen Hehl daraus, dass sie die verwahrloste städtische Grünfläche im Südwesten der Untietheide eher heute als morgen wieder auf Vordermann gebracht und zu einem Spielterrain für Kinder aus dem anliegenden Wohngebiet umgestaltet sehen möchte. Doch das lehnt das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit laut einer aktuellen Stellungnahme ab. Manch einer in der Nachbarschaft hat dafür allerdings wenig Verständnis.

Daran, dass ein Spielplatz für den Nachwuchs im Bereich zwischen Untietheide und Duddeyheide schon seit Jahren fehlt, gibt es auch für Ratsfrau Marianne Koch keinen Zweifel. Einige Kinder seien unlängst sogar schon hingegangen und hätten sich einen kleinen wilden Spielplatz angelegt, der aber abgeräumt worden sei, sagt die in der Untietheide wohnende Sozialdemokratin.

Bereits vor den Sommerferien hatte sich die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-West mit einem Antrag dafür stark gemacht, das seit mehr als drei Jahrzehnten ungenutzte, völlig überwucherte rund 720 Quadratmeter große Grundstück zu entmüllen und vom Unterholz zu befreien. Das Grünterrain solle zu einer naturnah gestalteten Spielfläche mit Sandkasten und Sitzbänken werden. Obendrein schwebt den Sozialdemokraten die Installation einer Schaukel, einer Tischtennisplatte oder Ähnlichem vor.

Für die Siedlung im Westen Mecklenbecks mache dies nicht zuletzt auch deshalb Sinn, da den dort wohnenden Mädchen und Jungen „keine öffentlichen Kinder-Spielfläche ohne die Überquerung gefährlicher Verkehrswege und in zumutbar fußläufiger Entfernung zur Verfügung“ stehen, heißt es im Antragsschreiben der SPD . Laut Marianne Koch war die verwahrloste Grünfläche an der Untietheide vor einigen Jahren sowieso als Spielplatz-Standort vorgesehen.

Doch in der nun vorliegenden Stellungnahme der Stadt Münster spricht sich das Grünflächenamt gegen die Anregung der Sozialdemokraten aus. Das Grundstück solle als verwildertes Areal mit einem „hohen ökologischen Wert“ sowie einer „naturnahen Spielfunktion“ erhalten bleiben und von jeglicher Bebauung freigehalten werden, heißt es.

Argumentiert wird, dass es auf dem Gelände eine als Naturdenkmal eingestufte alte Eiche sowie eine angrenzende Wallhecke gibt. Doch diese müssten, so Marianne Koch gar nicht beseitigt werden, um dort einen Spielplatz zu schaffen. Entfernt werden müsse vielmehr der aus diversen Gehölzen sowie Brombeeren und Brennnesseln bestehende Wildwuchs, der sich in den vergangenen Jahren auf dem kaum noch zugänglichen Areal breit gemacht habe.

Darüber hinaus ist das Grünflächenamt der Ansicht, dass das Grundstück aufgrund seiner eher geringen Größe nur einen „sehr eingeschränkten“ Gestaltungsspielraum bietet und zudem, bedingt durch seine Randlage im Wohngebiet und der üppig dimensionierten Untietheide, einen Gefahrenpunkt darstellt. Lkw, die ins benachbarte Gewerbegebiet wollten, könnten sich dort aufgrund von Fehlern im Navigationssystem verirren und damit den Nachwuchs gefährden, heißt es: „Jüngere Kinder könnten den Spielplatz nur in Begleitung von Erwachsenen sicher erreichen, und für ältere Kinder wäre die Fläche aufgrund des höheren Bedarfs an Bewegungsraum nicht attraktiv genug.“ Stattdessen will das Amt abenteuerlustige Kinder dazu ermuntern, sich auf der überwucherten und verwahrlosten Fläche „frei im Unterholz zu bewegen und fantasievolles Spielen in der Natur in unmittelbarer häuslicher Umgebung zu erfahren“.

Marianne Koch und Heide Schwarte wollen das so nicht hinnehmen. Sie wären bereit, bei der Entmüllung und Nutzbarmachung des Grundstücks tatkräftig mitanzupacken, sagen die beiden. Etliche Nachbarn wären dies auch. „Einige würden sogar Spielplatz-Patenschaften übernehmen“, weiß die Ratsfrau.

Auf ihrer Sitzung am morgigen Donnerstag wird sich die Bezirksvertretung Münster-West dem Spielplatz-Thema widmen.  

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