Nachhaltigkeit
CDU fordert öffentliche Ladestellen

MÜNSTER-MECKLENBECK -

E-Mobilität ist aktueller denn je, auch weil die Nachfrage größer wird. Gerade auch in Verbindung mit neuen Wohngebieten ist es sicherlich von Vorteil, wenn E-Autos und Ladesäulen direkt in der Nähe der Wohnung der Autobesitzer stehen können. Im neuen Wohngebiet Mecklenbeck Mitte scheint es jetzt aber Probleme zu geben, die einem Mobilitätswandel im Wege stehen könnten.

Dienstag, 03.12.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 17:10 Uhr
So könnte eine Ladestelle für Elektro-Autos auf einem öffentlichen Parkplatz aussehen. Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Münnster-West fordert in einem Antrag an die Verwaltung ein beispielhaftes Konzept für Ladestationen auf Mecklenbecker Parkplätzen.
So könnte eine Ladestelle für Elektro-Autos auf einem öffentlichen Parkplatz aussehen. Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-West fordert in einem Antrag an die Verwaltung ein beispielhaftes Konzept für Ladestationen auf Mecklenbecker Parkplätzen. Foto: dpa

Das Wohngebiet Mecklenbeck-Mitte soll beispielhaft werden. Die CDU in der Bezirksvertretung Münster-West legte in der jüngsten Sitzung des Gremiums einen Antrag vor, der die Aufladung privater Elektroautos in Mecklenbeck stellvertretend für ähnliche Wohngebiete ermöglichen soll.

Knackpunkt ist nämlich, dass der dort gültige Bebauungsplan 396 den Bau privater Stellplätze vor den Häusern verbietet. Die Autos sollen vielmehr auf nahen öffentlichen Parkplätzen abgestellt werden. Blöd nur, dass dort bislang keine Ladesäulen für Elektromobile eingeplant sind.

Dr. Stefan Diepenbrock hatte vor einigen Wochen auf das Problem aufmerksam gemacht. Er wollte für seinen Neubau an der Meyerbeerstraße einen Stellplatz vor der Haustür. Dort sollte sein Elektro-Auto mit Strom aus den hauseigenen Solarzellen aufgeladen werden. Mit Hinweis auf den Bebauungsplan lehnte die Verwaltung jedoch die Erteilung einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung ab (wir berichteten). „Das Parkplatzkonzept ist nicht zukunftsfähig“, befand Diepenbrock damals – und hoffte auf einer Lösung „auf politischer Ebene“. Dazu könnte es jetzt kommen.

Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung fordert von der Verwaltung ein Konzept, „wie möglichst kurzfristig wohnortnahe öffentliche Stellplätze geschaffen werden können, auf denen Autos mit Elektroantrieb geladen werden können“.

Die Fraktion verweist auf den Bebauungsplan für Mecklenbeck-Mitte und betont, es sei dort „aus ökologischen Gründen planerisch vorgeschrieben“, dass die Anwohner auf öffentlichen Stellflächen oder in meist entfernt liegenden Carports ohne Stromanschluss parkten. Durch „Mehrfachnutzung“ dieser Stellflächen solle die Parkfläche klein gehalten werden, so die CDU.

Damit entfalle aber auch die Möglichkeit, das eigene E-Mobil vor der Haustür zu betanken. „Gleichwohl besteht für die Bewohner ein großes Bedürfnis, ihre Fahrzeuge mit Elektroantrieb in deren Ruhephase wohnortnah zu laden“, wird festgestellt. Mit der „privaten Hauselektrik“ ginge das aber nicht.

Aus Sicherheitsgründen könnten auch keine Kabel „über den Bürgersteig bis hin zu den öffentlichen Stellplätzen gelegt werden“.

In der Ausstattung von bestehenden öffentlichen Parkplätzen mit passenden Ladestellen sieht die Fraktion „die einzige Möglichkeit, den berechtigten Interessen der Anwohner Rechnung zu tragen“.

„Wenn wir den Mobilitätswandel wollen, müssen wir Voraussetzungen dafür schaffen“, betonte Peter Wolfgarten, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung Münster-West am Rande der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung gegenüber unserer Zeitung. Die Festlegungen des Bebauungsplanes für Mecklenbeck-Mitte verhinderten aber genau das.

Die Stadtverwaltung sei wohl von der verstärkten Nachfrage nach E-Mobilität und deren Konsequenzen überrollt worden, vermutete Wolfgarten. Er forderte, dass die Verwaltung nun stadtweit tätig werde und ein Konzept für die Umsetzung der Auswirkungen von E-Mobilität entwickele.

Auch Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine (SPD) unterstützt den Antrag der CDU. „Da sind viele, viele kleine Baustellen, die wir bearbeiten müssen, damit das alles funktioniert“, sagte er mit Hinblick auf die Ladeproblematik für E-Mobile in Mecklenbeck-Mitte.

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