Helmut Goebel feiert Geburtstag
Beseitigung des Bahnübergangs liegt ihm besonders am Herzen

Dienstag, 21.01.2020, 19:16 Uhr aktualisiert: 24.01.2020, 18:40 Uhr
Mit diesem Plakat warb einst der Initiativkreis Bahnübergang Mecklenbeck für eine Bahnunterführung. Vorsitzender Helmut Goebel, der am Donnerstag 95 wird, freut sich darüber, dass seine Vorstellungen nun Wirklichkeit werden.
Mit diesem Plakat warb einst der Initiativkreis Bahnübergang Mecklenbeck für eine Bahnunterführung. Vorsitzender Helmut Goebel, der am Donnerstag 95 wird, freut sich darüber, dass seine Vorstellungen nun Wirklichkeit werden. Foto: sn

Die meisten Mecklenbecker werden Goebel als Vorsitzenden des Initiativkreises „Bahnübergang Mecklenbeck“ kennen. Als Anwohner vom Getterbach war ihm klar, dass an der Heroldstraße etwas passieren musste. Auch Goebel hatte die Erfahrung gemacht wie so viele Mecklenbecker: „Ich stand stundenlang vor den Schranken.“ Der umtriebige Mecklenbecker bohrte dicke Bretter, lud Politiker nach Hause zu intensiven Gesprächen ein. Es wurden unzählige Briefe geschrieben, Bauzeichnungen angefertigt. Der Initiativkreis war erfolgreich: „Eine kleine Privatinitiative hat die größte Baustelle Münsters erwirkt.“ Die Bahnunterführung kommt.

Goebel wurde 1925 in Niederschwedeldorf in Schlesien geboren, er absolvierte nach achtjähriger Volksschule eine Landarbeits- und eine Landwirtschaftslehre. Dann kam der Krieg. 1943 wurde er eingezogen und mehrfach schwer verletzt. Er überlebte und studierte später in Halle/Saale Tierzucht, doch ihn verschlug es nach Westfalen, wo Verwandte von ihm wohnten. Ihn zog es in die Milchwirtschaft, später wurde er Handelsvertreter. „Ich habe mit zwölf Dosen Melkfett angefangen“. Das war der Start für insgesamt 62 Jahre in diesem Beruf. 1955 zog Goebel mit Ehefrau Irmgard nach Mecklenbeck. Das Ehepaar bekam vier Kinder.

Nach der Wende konnte er sein Wissen weitergeben. Im Auftrag der Bundesregierung besuchte er Milchviehbetriebe in Russland und betreute sie erfolgreich mit dem Ziel der Qualitätssteigerung. Weltoffenheit liegt ihm am Herzen, auch Völkerverständigung. In Niederschlesien legt er selbst mit Hand an, um alte Denkmäler zu restaurieren. Sein Engagement ist viel gewürdigt. 1986 bekam er schon das Bundesverdienstkreuz, 2013 das Verdienstkreuz der Republik Polen und im vergangenen Jahr für seine Restaurationstätigkeiten den Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen.

Die Liebe zu seiner alten Heimat wird auch deutlich durch die Gründung der Mundart-Gruppe „Grafschaft Glatz“. Von 1975 bis 1985 brachte diese zahlreiche Schallplatten auf den Markt. „Sie sind in der ganzen Welt verkauft worden“, sagt Goebel. Ganz neu ist ein Projekt, dass er für den Juni dieses Jahres plant. Dann will er anlässlich des 300. Geburtstages von Baron Münchhausen ein mehrtägiges Festival in Niederschwedeldorf auf die Beine stellen. Ans Aufhören denkt der 95-jährige Mecklenbecker nicht: „Ich mache weiter.“

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