Keine Mülltrennung am Schwarzen Kamp
Wertstofftonnen zurückgeschickt

Münster-Mecklenbeck -

Dem Missstand soll Abhilfe geschaffen werden: In den Wohnungslosenunterkünften am Schwarzen Kamp klappt es mit der Mülltrennung nicht. Das Sozialamt verspricht, dies zu ändern.

Donnerstag, 06.02.2020, 19:18 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 19:20 Uhr
In den Wohnungslosenunterkünften am Schwarzen Kamp gab es offenbar Probleme bei der Mülltrennung. Deshalb wurden angelieferte Wertstofftonnen einfach zurückgeschickt.
In den Wohnungslosenunterkünften am Schwarzen Kamp gab es offenbar Probleme bei der Mülltrennung. Deshalb wurden angelieferte Wertstofftonnen einfach zurückgeschickt. Foto: sch

Dass es absoluten Sinn macht, Wertstoffe nicht achtlos wegzuwerfen, sondern dem Recycling zuzuführen, dürfte in Zeiten von gelbem Sack und Wertstofftonne weithin bekannt sein. In den städtischen Wohnungsloseneinrichtungen am Schwarzen Kamp 59 / 61 scheint dies bislang jedoch nicht unbedingt berücksichtigt worden zu sein. Dort wurden angelieferte Wertstofftonnen einfach zurückgeschickt. Dies mit der Begründung, dass Mülltrennung in den Einrichtungen gar nicht praktiziert werde.

Ein Bewohner der städtischen Wohnungslosenunterkünfte meldete sich bei unserer Zeitung, um seiner Verärgerung Luft zu machen: Drei Wertstofftonnen seien kurze Zeit nach der Lieferung verschwunden gewesen. Der Hausdienst habe sie einfach wieder abbestellt. Dies sei damit gerechtfertigt worden, dass die Bewohner – vorwiegend Flüchtlinge – ihren Müll eh nicht trennen würden.

Heinz Lembeck weiß um den Sachverhalt: „Leider trifft das zu“, sagt der Mitarbeiter des städtischen Sozialamts. Auf Anfrage unserer Zeitung ging er der Sache nach und versprach: „Die Tonnen werden zurückkommen.“ Derzeit würden die Einrichtungen am Schwarzen Kamp von mehreren Familien mit Migrationshintergrund bewohnt, was allerdings eine Momentaufnahme sei. Es sei eine anspruchsvolle Aufgabe, diesen Personenkreis mit dem Thema Mülltrennung / Recycling vertraut zu machen, wie die Erfahrungen in den städtischen Übergangseinrichtungen für Flüchtlinge zeigten.

In manchen Unterkünften klappe die Trennung von Wertstoffen und Müll perfekt, in einigen jedoch nicht. Dort müsse dann nachgearbeitet werden. Auch die Mitarbeiter müssten für das Thema sensibilisiert werden. Laut Lembeck gibt es deshalb bereits ein Kooperationsprojekt mit den städtischen Abfallwirtschaftsbetrieben: Ein AWM-Fachmann weise die Sozialbetreuer in den Unterkünften ein, sodass sie den Bewohnern im Hinblick auf die in jedem Fall erwünschte Mülltrennung Anleitung geben könnten.

Keinen Hehl macht Lembeck daraus, dass dies ein „anstrengendes Thema“ in Einrichtungen sei, und es an der einen oder anderen Stelle durchaus hake. Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund kämen oftmals aus Ländern, in denen die Trennung von Müll und Wertstoffen nicht praktiziert werde. Gleichwohl sei man bemüht, ihnen dies nachhaltig zu vermitteln.

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