Westdeutsche Bibliothek der Hörmedien kann Spenden gut gebrauchen
Wertvolle Arbeit bei engem Budget

Münster-Mecklenbeck -

Rund 200 Hörmedien werden pro Jahr in den Studios der WBH produziert. Das Budget ist eng und finanzielle Unterstützung deshalb gerne gesehen.

Freitag, 21.02.2020, 21:41 Uhr aktualisiert: 23.02.2020, 19:26 Uhr
Über die Spende, die Marianne Koch und Bernhard Brämswieg (l.) der WBH mitgebracht hatten, konnte sich Werner Kahle freuen. Denn Unterstützung ist der Bibliothek stets willkommen.
Über die Spende, die Marianne Koch und Bernhard Brämswieg (l.) der WBH mitgebracht hatten, konnte sich Werner Kahle freuen. Denn Unterstützung ist der Bibliothek stets willkommen. Foto: sch

Besuch aus der Nachbarschaft, über den sich Geschäftsführer Werner Kahle sichtlich freute, gab es in der Westdeutschen Bibliothek der Hörmedien für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen (WBH) an der Harkortstraße: Marianne Koch und Bernhard Brämswig, Eigentümer der an der Untietheide beheimateten Untertitel-Werkstatt Münster, waren gekommen, um der Einrichtung eine Spende zu übergeben, und das aus gutem Grund.

Mancher Münsteraner weiß gar nicht, was es mit der im Mecklenbecker Gewerbegebiet ansässigen WBH auf sich hat: Die im Jahre 1955 gegründete Bibliothek, auch als Westdeutsche Blindenhörbücherei bekannt, ermöglicht blinden oder hochgradig sehbehinderten Menschen, Bücher und Zeitschriften zu „lesen“. Dies allerdings nicht mit den Augen, sondern mit den Ohren, denn sie leiht Hörmedien auf CDs, Speichermedien oder per Download aus. Auf diese Weise können die Hörer ausgewählte Wochen- und Monatszeitschriften sowie interessante Bücher genießen. Die Medien werden in den fünf zur WBH gehörigen Studios mit professionellen Sprechern produziert.

Im flächendeckenden Netz der bundesdeutschen Blindenhörbüchereien gilt die Mecklenbecker Bibliothek als größte ihrer Art. Ihr Angebot umfasst mehr als 50 000 Hörmedien aller Genres, die von Blinden, Seh- und Lesebehinderten ausgeliehen werden können.

Marianne Koch und Bernhard Brämswig, deren Firma bekanntlich Untertitel und Audiodeskriptionen für Filme und Fernsehprogramme produziert, haben eine guten Draht zur WBH. Denn bei der Abnahme der an der Untietheide hergestellten akustischen Bildbeschreibungen wird der Werkstatt von blinden Menschen assistiert, wofür die Firma dankbar ist. Schon seit Langem unterstützt das Mecklenbecker Unternehmer-Duo deshalb den Blinden- und Sehbehindertenverein. Der Westdeutschen Bibliothek der Hörmedien für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen brachte das Ehepaar jetzt eine 1000-Euro-Spende mit, die die Einrichtung gut gebrauchen kann.

„Wir haben ein sehr enges Budget“, hob Geschäftsführer Kahle im Gespräch mit Koch und Brämswig hervor. Habe man früher rund 300 Hörbücher pro Jahr produzieren können, so sei der „Output“ finanzbedingt auf etwa 200 gefallen. „Die Spende wird reichen, um mindestens zwei Titel zu produzieren“, freut sich Kahle.

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