Initiatoren der Givebox ziehen ein erstes Fazit
Zu einem Treffpunkt entwickelt

Münster-Mecklenbeck -

Ende August wurde sie ihrer Bestimmung übergeben und ist seither zu einem Treffpunkt für Geber und Nehmer geworden: Die Rede ist von der sogenannten Givebox, deren Initiatoren nun ein erstes positives Fazit ziehen.

Freitag, 02.10.2020, 17:28 Uhr
Sie sind zufrieden mit der Resonanz auf die Givebox des Bürgervereins am Hof Hesselmann: (von links) Ramona Steffen, Yvonne Schwarzer, Marianne Koch, Rembert und Gabriele Egbringhoff.
Sie sind zufrieden mit der Resonanz auf die Givebox des Bürgervereins am Hof Hesselmann: (von links) Ramona Steffen, Yvonne Schwarzer, Marianne Koch, Rembert und Gabriele Egbringhoff. Foto: Annegret Lingemann

Das winzige Fachwerkhäuschen neben dem Hof Hesselmann sieht aus, als wäre es direkt aus einem Märchen dorthin gezaubert worden. Märchenhaft ist auch die Eigenschaft des kleinen Fachwerkjuwels: Es ist eine Givebox, die Geschenke bereithält für jeden, der Gefallen an dem einen oder anderen Teil findet.

Ende August wurde sie ihrer Bestimmung übergeben und ist seither zu einem Treffpunkt für Geber und Nehmer geworden. Wichtige Persönlichkeiten werden häufig bei einer Neueinführung in ihr Amt nach einer gewissen Zeit zu einer ersten Bilanz ihrer Tätigkeit befragt. Das ist natürlich bei einem Häuschen nicht möglich, aber Vertreter aus dem „Bürgerverein für Mecklenbeck“, die sich mit viel Engagement und Freude für die kleine Einrichtung einsetzen, berichten.

Ein Team von sechs Frauen kümmert sich um die Pflege und den ordnungsgemäßen Ablauf dieser Geschenk-Tausch-Zentrale: Gabriele Egbringhoff , Melanie Gräffker, Marianne Koch , Monika Neyer, Yvonne Schwarzer und Ramona Steffen. Jede Frau hat jeweils eine Woche täglich außer sonntags von 10 bis 17 Uhr die Schlüsselgewalt und ist für die Ordnung der gespendeten Sachen verantwortlich.

„Wir möchten keine Sperrmüll-Dinge haben, sondern nur solche Sachen, die man auch selber gern haben möchte“, sagt Yvonne Schwarzer. Was nicht heißt, dass nicht auch die Frauen gelegentlich einen „Schatz“ finden, zum Beispiel die besondere Tasse, die zum Service passt und zuhause gerade zu Bruch gegangen war.

„Die Givebox ist ja auch für alle da und außerdem anonym. Niemand muss sich stigmatisiert fühlen, weil er abgelegte Sachen übernimmt“, erklärt Ramona Steffen. Marianne Koch ergänzt: „Menschen, die aus Scham nie zur Kleiderkammer gehen würden, können sich hier frei fühlen“. Sie hat auch einmal beobachtet, wie sich ein Junge freute, nachdem sein Spielzeug offensichtlich einen neuen Besitzer gefunden hatte.

Die gespendeten Sachen werden schnell umgesetzt. Der gesamte Bestand sei vom Start an bereits einmal umgeschlagen, sagt Marianne Koch. Der Vorsitzende Rembert Egbringhoff, der maßgeblich an Planung und Bau des „Speichers“ beteiligt war, freut sich über das rege Interesse an dieser neuen Einrichtung. „Das Bauen hat großen Spaß gemacht und auch jetzt gibt es hier eigentlich nur Gewinner“, urteilt er.

Als nächstes soll die unmittelbare Umgebung noch etwas verschönert werden, vielleicht wird es Bänke geben, weil sich das Häuschen bereits zu einem kleinen Treffpunkt entwickelt hat. Und vielleicht wird es auch ein stilvolles Namensschild bekommen. Ob allerdings „Givebox“ darauf stehen wird, muß noch beraten werden. Eine Schachtel ist dieses Schmuckstück nämlich ganz und gar nicht.

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